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In Kürze 3/2008

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Die nationale Innovationsstrategie Finnlands
Aufbruch zur Spitze

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26.9.2008
 

 
 

Die finnische Innovationsstrategie wird erneuert mit dem Ziel, die Qualität, die internationale Wettbewerbsfähigkeit und die Attraktivität des finnischen Innovationsumfeldes zu sichern. Es ist nun an der Zeit zu entscheiden: Welches sind die Speerspitzen, mit denen Finnland zur Weltspitze vordringen kann?

Die Vorlage zur nationalen Innovationsstrategie wurde im Juni fertig gestellt. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft entscheidet über die definitive Form der Strategie und deren Vorlage beim Ministerrat im Herbst 2008 und später im Reichstag gemäß Beschluss des Ministerrates.

Direktor Timo Kekkonen vom Hauptverband der Finnischen Wirtschaft (EK) und Direktor Juha Ylä-Jääski vom Verband für Finnische Technologieindustrien sehen in der neuen Innovationsstrategie eine willkommene Initiative. Mit dem Wandel der Welt muss auch die Innovationspolitik eine Erneuerung erfahren.

„Das finnische Innovationssystem wurde hoch gelobt und hat vielen Ländern als Vorbild gedient. Um diesen Status auch zukünftig zu wahren, ist eine Erneuerung notwendig“, stellt Kekkonen fest.

„Und bei der Neugestaltung der nationalen Innovationsstrategie müssen Interdisziplinarität und Multidimensionalität der Innovationen zentrale Faktoren sein“, fügt Ylä-Jääski hinzu.

Nicht Technologie allein

Die Stärke des finnischen Innovationsumfeldes basierte auf einer starken Wissenschafts- und Technologieorientierung. „In diesen Bereichen hatte man auch Erfolg. Die getroffenen Auswahlen haben die Entwicklung und Erneuerung der Konkurrenzfähigkeit unserer Wirtschaft gefördert“, befindet Kekkonen.

Ylä-Jääski schließt sich dieser Meinung an: „Das Wachstum der finnischen Technologieindustrie gründete sich besonders auf solide Beherrschung von Technologien. Mit diesem Konzept erzielte man bisher ausgezeichnete Ergebnisse, und es wird deshalb auch in Zukunft benötigt.

Diesem Konzept müssen jedoch auch andere Modelle zur Seite gestellt werden, denn immer mehr Innovationen sind heute nichttechnologischer Art. Die Innovationspolitik muss die Akteure zur Förderung auch von Innovationen, die nicht in den Technologiebereich fallen, anreizen.“

Für die in Finnland angesiedelte Technologieindustrie ist es auch in Zukunft wichtig, an internationale Spitzenklasse heranreichende technische Kompetenz zu erlangen. Wettbewerbsvorteile ergeben sich immer häufiger aus dem Vermögen, das Wissen und Können Einzelner in funktionierende Prozesse sowie in Produkte und Dienstleistungen hoher Qualität umzusetzen.

Die Auswahl ist mitentscheidend

Nach Meinung des EK sollte Finnland bei seinem Streben zur Spitze von einem Drei-Punkte-Programm geleitet werden: Wahl von Spitzenkompetenz-Schwerpunktbereichen, Schaffung besserer Voraussetzungen für radikale Innovationen und noch intensivere Nutzung der verfügbaren Kompetenz.

In ihrer derzeitigen Art bringen das finnische Ausbildungssystem und die Universitätsstrukturen keine solchen Speerspitzen hervor, mit denen Finnland zur Weltspitze vordringen und sich dort halten könnte, meint Kekkonen.

„Die Notwendigkeit, Auswahlen zu treffen, ist begründet. Finnland ist ein bevölkerungsmäßig kleines Land, und seine Ressourcen reichen einfach nicht für alle Sektoren. Es muss also entschieden werden, in welchen Bereichen Finnland die Nummer eins in der Welt sein will“, formuliert Kekkonen.

„Eine Vorreiterrolle kann nur dann angestrebt werden, wenn die kompetenzbasiertes Wachstum stützende Politik ständig weiterentwickelt wird.“

Wettbewerbsfähigkeit durch Dienstleistungen

Als Beispiel für die Entwicklung finnischer Kompetenz führen Kekkonen und Ylä-Jääski das Dienstleistungsgeschäft an. Der Anteil der Dienstleistungen am Bruttosozialprodukt Finnlands beträgt jetzt schon fast 70 Prozent, und ein immer größerer Teil des Umsatzes auch der „herkömmlichen“ Wirtschaft wird mit Dienstleistungen gemacht.

„Die Bedeutung des Kunden- und Benutzerblickwinkels wächst, wenn ein ständig zunehmender Teil der Wettbewerbsfähigkeit durch Entwicklung von Dienstleistungsprodukten geschaffen wird. Die Bedürfnisse der Kunden werden künftig immer stärker die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen lenken“, prophezeit Kekkonen.

„Voraussetzung sind dabei mehr Sachkenntnis in der Tätigkeit der Werteketten und Netzwerke und Fähigkeit zum Erfassen und besonders zum Prognostizieren von Veränderungen im Aktionsumfeld. Wichtig sind auch die schnelle Umsetzung von Innovationen in Handelsprodukte und die Förderung von Wachstumsunternehmen“, setzt Ylä-Jääski hinzu.

Durch kompetente Führung zur Spitze

Ein weiteres Beispiel für Kompetenzentwicklung ist die Führungskompetenz. Der Erfolg eines Unternehmens in der globalen Wirtschaft ist in immer stärkerem Maße davon abhängig, wie gut es geleitet wird.

„Erfolg haben jene Unternehmen, die es verstehen, die eigene und die international erhältliche Kompetenz flink zu nutzen. Die prosperierenden Unternehmen kennen die Märkte und die Kundenbedürfnisse und sind in der Lage, deren Entwicklung vorauszusehen“, unterstreicht Kekkonen.

„Wie erfolgreich man in diesen Dingen ist, hängt ab von der strategischen Führung des Unternehmens. Deshalb muss in Finnland Weltklassekompetenz für Unternehmensführung geschaffen werden. Das muss auch zum Beispiel in der Grundausbildung an den Universitäten, in der Forschungstätigkeit und der Managementausbildung sichtbar sein.“

„Die Führungskompetenz, aber auch die internationale Zusammenarbeit werden künftig auf vielerlei Weise eine Betonung erfahren. Auch in der gut in Fahrt gekommenen Universitätsreform in Finnland sind die Erhöhung der Internationalität und die Zusammenarbeit mit Unternehmen wichtige Punkte“, sagt Ylä-Jääski abschließend.


 
 



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Die finnische Innovationsstrategie
Ziel der Innovationsstrategie ist es, ein Aktionsumfeld zu schaffen, das die besten Voraussetzungen für die Weiterentwicklung der Wettbewerbsfähigkeit der finnischen Wirtschaft bietet“, sagt Timo Kekkonen. (Foto: Henriikka Ahtiainen)