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Ein Brand erreicht schon nach wenigen Minuten lebensgefährliche Dimensionen. Die finnische Firma Fläkt Woods hat für Etagenwohnhäuser eine Anlage entwickelt, die Menschenleben rettet indem sie die giftigen Rauchgase fernhält.
Bricht in einem Etagenwohnhaus ein Brand aus, so entsteht im Allgemeinen Panik. Man verlässt fluchtartig das brennende Appartement – und lässt die Wohnungstür offenstehen. Das Feuer erhält so weiteren Sauerstoff, das Treppenhaus füllt sich mit Rauch, und die übrigen Bewohner des Gebäudes haben mitunter kaum Chancen, sich über das Treppenhaus in Sicherheit zu bringen.
Nach den Erfahrungen der Rettungsdienste fürchten die Menschen zwar das Feuer, nicht aber den Rauch. Aus der brennenden Wohnung können jedoch innerhalb weniger Minuten große Mengen giftigen Qualms, dessen Einatmen lebensgefährlich ist, ins Treppenhaus gelangen.
„Für dieses Problem gibt es nun eine Lösung“, erklärt Raimo Perttunen, Brandsachverständiger des Lüftungsunternehmens Fläkt Woods. Das von der Firma entwickelte Verfahren basiert auf der Tatsache, dass die Rauchkontrolle ein wichtiger Teil der Brandsicherheit ist.
Gute Sicht
Die von Fläkt Woods entwickelte Anlage schaltet sich bei Ausbruch eines Feuers auf ein Signal der in der Wohnung angeordneten Rauchsensoren automatisch ein. Schon nach 20 Sekunden herrscht im Treppenhaus des Gebäudes Überdruck, der das Herausquellen des Rauchs aus der Wohnung verhindert.
Der auf dem Gebäudedach zu installierende Ventilator wirkt in zwei Richtungen. Neben der Druckbeaufschlagung des Treppenhauses führt das Gerät beim Rotieren in der anderen Richtung den Rauch ab.
„Unter Überdruck bleibt das Treppenhaus rauchfrei und damit ein sicherer Fluchtweg. Bei Eintreffen der Feuerwehr herrscht im Treppenaufgang gute Sicht, so dass die Löschmannschaft den Wohnungsbrand unverzüglich bekämpfen kann“, schildert Perttunen.
Bisher war es üblich, die Unter-Druck-Setzungs-Technik nur in hohen Gebäuden mit mehr als acht Stockwerken einzusetzen. Wohngebäude haben aber meistens eine geringere Geschosszahl. Das von Fläkt Woods entwickelte Konzept eignet sich für maximal achtstöckige Gebäude.
Gelungener Test
Fläkt Woods hat zusammen mit dem Technischen Forschungszentrum von Finnland (VTT) die neue Anlage im Februar in Helsinki unter echten Brandbedingungen getestet. Eine Kleinwohnung in einem abbruchreifen Etagenhaus wurde mit dem üblichen Inventar – Betten, Sofa, Bücherregal, Fernseher usw. – versehen und dann in Brand gesteckt. Danach verfolgte man, wie durch das Unter-Überdruck-Setzen des Treppenhauses der aus dem Appartement austretende Rauch – auch bei offenstehender Wohnungstür - in die Wohnung zurückgedrückt wurde.
Der Test gelang erwartungsgemäß. An der Brandstelle herrschte dank des Überdrucks gute Sicht, was den Löschangriff der Feuerwehr erheblich erleichterte. Das Treppenhaus blieb während der gesamten Löscharbeit nahezu rauchfrei.
„Der Gesamtpreis des getesteten Systems liegt bei etwa zehntausend Euro pro Treppenhaus. Diese Investition kann Menschenleben retten, minimiert den materiellen Schaden und sichert der Feuerwehr günstige Arbeitsverhältnisse“, zählt Perttunen auf.
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Die Ziele bei Gebäudebränden
1. Rettung von Menschenleben
2. Minimierung des materiellen Schadens
3. Sicherung der Arbeitsbedingungen für die Löschmannschaft
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