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In Russland, im Baltikum und anderen osteuropäischen Ländern besteht zunehmende Nachfrage nach finnischen Planungs- und Beratungsleistungen des Baubereichs. Die Gründe: Qualität, Zuverlässigkeit und Effizienz.
„Im Wettbewerb mit internationalen Playern waren wir bisher recht erfolgreich. Wir haben einen guten Ruf und arbeiten zuverlässig“, konstatiert Antti Nykänen, Leiter Marketing bei der Firma Evata Finland Oy.
Aus der Sicht des in Helsinki ansässigen Architektur- und Consultingbüros sind die Märkte des östlichen Nachbarlandes hochinteressant. „Am russischen Markt herrscht ein Unterangebot an eigenen Planungsdienstleistungen, daher wendet man sich zunehmend ausländischen Anbietern zu.“
Die Schnellen fressen die Langsamen
Russland macht gegenwärtig eine Zeit großer struktureller Veränderungen durch, in deren Gefolge die Nachfrage nach modernen Geschäfts-, Industrie- und Wohnräumen wie auch nach Freizeitwohnungen wächst. Die aufblühende Wirtschaft des Landes verstärkt diesen Bauboom noch.
„Die Projekte in Russland sind durch großen Umfang und knappe Termine gekennzeichnet – passend für Unternehmen, die schnell viel Kapazität für ein Vorhaben bereitstellen können“, schildert Nykänen.
Evata ist auch im Baltikum aktiv. In Estland, Lettland und Litauen hat die Firma vor allem Supermarkt-Projekte durchgezogen, bei denen die Beratungsleistungen sowohl die Entwicklung des kommerziellen Konzepts wie auch die architektonische Planung und die Gestaltung der Inneneinrichtungen umschlossen.
„Im östlichen Europa arbeiten wir sowohl für internationale wie auch für örtliche Kunden“, setzt Nykänen hinzu.
Elementbauweise interessiert
Der im Bausektor tätige Planungs- und Beratungskonzern FMC Group (Finnmap Consulting) gründete vor drei Jahren in St. Petersburg das Planungsbüro FM Stroiprojekt. Lokale und ausländische Kunden schätzen an den Finnen vor allem, dass sie Qualitätsarbeit liefern und die Terminpläne einhalten.
„Das Preisniveau der russischen Planungsbüros ist vor allem in den Großstädten derart gestiegen, dass die finnische Konkurrenz heute wettbewerbsfähiger denn je ist“, erklärt Geschäftsführer Tage Eriksson.
Die russischen Baufirmen sind gegenwärtig besonders an finnischem Know-how in der Anwendung der Elementbauweise interessiert, und auch Finnmap konnte in den letzten Jahren mehrere diese Bauweise betreffende Planungsaufträge an Land ziehen.
Das Streben der Russen nach Erneuerung ihrer Produktionstechnik schafft eine kräftige Nachfrage nach Planungsleistungen im Fertigteilbau. „Die Finnen haben systematisch und langfristig in die Entwicklung der Bautechnik investiert, und dieses Wissenskapitel interessiert einen natürlich, wenn man besser, effizienter und schneller bauen will.“
Grenzenlose Märkte
Die russischen Märkte, so Tage Eriksson, sind im Moment quasi grenzenlos, und auch für die nächsten Jahre bestehen gute Aussichten. Das durch den Verkauf von Öl und Erdgas ins Land fließende Kapital kann zur Verbesserung der Infrastruktur des Landes und des Lebensstandards der Bevölkerung eingesetzt werden.
„Dank der Entwicklung unserer Ressourcen haben sich unser Leistungsvermögen und damit auch unsere Möglichkeiten ganz erheblich gebessert. Wir sind imstande, Dienstleistungen auf immer breiterer Basis angefangen bei Voruntersuchungen über die komplette Planung bis hin zur Überwachung des Bauablaufs zu liefern.“
Finnmap Consulting ist neben Russland auch in Estland, Lettland, Litauen, Polen und der Ukraine tätig.
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High-Tech-Stadt bei Moskau
Für den Erfolg der Finnen im Ausland zeugt zum Beispiel das Planungskonzept des in Zelenograd im Entstehen begriffenen Technologie- und Businessparks mit einer Fläche von zwei Millionen Quadratmetern.
In der bei Moskau liegenden Stadt wirken auf verschiedenen High-Tech-Gebieten tätige Forschungs- und Entwicklungseinheiten sowie deren wissenschaftlichen Ergebnisse kommerziell nutzende Firmen. Hinter dem Riesenprojekt steht das Ziel, nun weitere ausländische High-Tech-Unternehmen anzulocken.
In Zelenograd wurde eine der acht Sonderwirtschaftszonen (Special Economic Zone) der Russischen Föderation gegründet. Die Stadt hat 250 000 Einwohner.
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