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Die starke Globalisierung in den letzten Jahrzehnten ist
einer der Gründe für die Durchführung immer
häufigerer und vielseitigerer nationaler und internationaler
Konkurrenzfähigkeitsvergleiche. In einigen dieser Gegenüberstellungen
liegt das Hauptgewicht auf den harten, messbaren tatsachen,
in anderen wiederum auf qualitativen und auf Vorstellungen
basierenden Faktoren.
Die Platzierung Finnlands in solchen internationalen Vergleichen
hat sich nach der Anfang der neunziger Jahre durchstandenen
Wirtschaftskrise wesentlich gebessert, teils dank good luck,
teils dank good policy. Die Hauptgründe für den
Aufstieg des Landes waren: 1) Devalvationen, die die starke
Überbewertung der Finnmark beseitigten, 2) Budgetkürzungen
des öffentlichen Sektors, 3) radikale Unternehmenssteuerreform,
4) kräftige Erhöhungen der Investitionen in Forschung
und Entwicklung, 5) eine glückliche Hand bei der Wahl
der Unternehmensstrategien und 6) der Anfang der neunziger
Jahre in den westlichen Ländern begonnene Konjunkturaufschwung.
Diese Faktoren zusammen schufen eine für die Wettbewerbsfähigkeit
günstige Situation, die von Finnland auch intensiv genutzt
wurde.
Im Jahr 1993, auf dem Tiefpunkt seiner Wirtschaftskrise,
wurde Finnland von dem renommierten International Institute
for Management Development (IMD) im globalen Wettbewerbskraftvergleich
auf Platz 25 gestellt. Von da stieg es, erst langsam, dann
sprungartig, in die Gruppe der Spitzenländer auf und
rangiert heute hinter den USA an zweiter Stelle. Als besondere
Stärken Finnlands stellte das IMD die Wirtschaftspolitik,
die Innovativität der Unternehmen und die für Unternehmungstätigkeit
günstige Ressourcenbasis heraus.
Das bekannte World Economic Forum (WEF) führt seit Mitte
der neunziger Jahre gleichfalls Erhebungen über die internationale
Wettbewerbsfähigkeit von Ländern durch. Auch in
der Einschätzung dieses Instituts schnellte Finnland,
was die Konkurenzfähigkeit auf mittlere Frist betrifft,
von seiner anfangs eher bescheidenen Platzierung im Jahr 2000
auf Rang eins und hielt diese Position auch im darauffolgenden
Jahr. Auch was die momentane Wettbewerbsfähigkeit betrifft,
setzte das WEF Finnland im Jahr 2001 auf Platz eins.
Die ausgezeichnete Platzierung Finnlands in solchen internationalen
Vergleichen vermittelt allerdings ein etwas zu schönes
Bild von der tatsächlichen Wettbewerbsfähigkeit
des Landes, denn die weichen, qualitativen Faktoren haben
in diesen Erhebungen ein recht großes Gewicht. Beurteilt
man die Wettbewerbsstellung an Hand harter Fakten, etwa des
Pro-Kopf-BIPs, so dürfte Finnland in die Gruppe der 7
bis 12 besten Länder zu liegen kommen.
Eine Aufgabe solcher Vergleiche ist es, schwächeren
Ländern an Hand besser platzierter Volkswirtschaften
Beispiele über Mittel zur Aufrechterhaltung und Stärkung
der Wettbewerbskraft vorzuführen. Es handelt sich hierbei
also keinesfalls um ein Nullsummenspiel, in dem die einen
gewinnen, die anderen verlieren. Die Bedeutung der Zusammenarbeit
als Instrument zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit
kam klar zum Ausdruck, als die EU im Jahr 2000 in Lissabon
sich das ehrgeizige Ziel setzte, bis 2010 die konkurrenzfähigste
Region der Erde zu werden. Finnland wirkt im Rahmen seiner
eigenen Ressourcen aktiv mit an der Verwirklichung dieses
Zieles.

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