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Erkki Hellsten
Direktor, Industrie- und Arbeitgeberverband:
Finnlands Wettbewerbsfähigkeit


26.9.2002
 

 
 

Die starke Globalisierung in den letzten Jahrzehnten ist einer der Gründe für die Durchführung immer häufigerer und vielseitigerer nationaler und internationaler Konkurrenzfähigkeitsvergleiche. In einigen dieser Gegenüberstellungen liegt das Hauptgewicht auf den harten, messbaren tatsachen, in anderen wiederum auf qualitativen und auf Vorstellungen basierenden Faktoren.

Die Platzierung Finnlands in solchen internationalen Vergleichen hat sich nach der Anfang der neunziger Jahre durchstandenen Wirtschaftskrise wesentlich gebessert, teils dank good luck, teils dank good policy. Die Hauptgründe für den Aufstieg des Landes waren: 1) Devalvationen, die die starke Überbewertung der Finnmark beseitigten, 2) Budgetkürzungen des öffentlichen Sektors, 3) radikale Unternehmenssteuerreform, 4) kräftige Erhöhungen der Investitionen in Forschung und Entwicklung, 5) eine glückliche Hand bei der Wahl der Unternehmensstrategien und 6) der Anfang der neunziger Jahre in den westlichen Ländern begonnene Konjunkturaufschwung. Diese Faktoren zusammen schufen eine für die Wettbewerbsfähigkeit günstige Situation, die von Finnland auch intensiv genutzt wurde.

Im Jahr 1993, auf dem Tiefpunkt seiner Wirtschaftskrise, wurde Finnland von dem renommierten International Institute for Management Development (IMD) im globalen Wettbewerbskraftvergleich auf Platz 25 gestellt. Von da stieg es, erst langsam, dann sprungartig, in die Gruppe der Spitzenländer auf und rangiert heute hinter den USA an zweiter Stelle. Als besondere Stärken Finnlands stellte das IMD die Wirtschaftspolitik, die Innovativität der Unternehmen und die für Unternehmungstätigkeit günstige Ressourcenbasis heraus.

Das bekannte World Economic Forum (WEF) führt seit Mitte der neunziger Jahre gleichfalls Erhebungen über die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Ländern durch. Auch in der Einschätzung dieses Instituts schnellte Finnland, was die Konkurenzfähigkeit auf mittlere Frist betrifft, von seiner anfangs eher bescheidenen Platzierung im Jahr 2000 auf Rang eins und hielt diese Position auch im darauffolgenden Jahr. Auch was die momentane Wettbewerbsfähigkeit betrifft, setzte das WEF Finnland im Jahr 2001 auf Platz eins.

Die ausgezeichnete Platzierung Finnlands in solchen internationalen Vergleichen vermittelt allerdings ein etwas zu schönes Bild von der tatsächlichen Wettbewerbsfähigkeit des Landes, denn die weichen, qualitativen Faktoren haben in diesen Erhebungen ein recht großes Gewicht. Beurteilt man die Wettbewerbsstellung an Hand harter Fakten, etwa des Pro-Kopf-BIPs, so dürfte Finnland in die Gruppe der 7 bis 12 besten Länder zu liegen kommen.

Eine Aufgabe solcher Vergleiche ist es, schwächeren Ländern an Hand besser platzierter Volkswirtschaften Beispiele über Mittel zur Aufrechterhaltung und Stärkung der Wettbewerbskraft vorzuführen. Es handelt sich hierbei also keinesfalls um ein Nullsummenspiel, in dem die einen gewinnen, die anderen verlieren. Die Bedeutung der Zusammenarbeit als Instrument zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit kam klar zum Ausdruck, als die EU im Jahr 2000 in Lissabon sich das ehrgeizige Ziel setzte, bis 2010 die konkurrenzfähigste Region der Erde zu werden. Finnland wirkt im Rahmen seiner eigenen Ressourcen aktiv mit an der Verwirklichung dieses Zieles.


 



 

 
 


 

 
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