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Wie aus einschlägigen Statistiken klar hervorgeht,
hat sich der finnisch-russische Handel in den letzten Jahren
prächtig entwickelt. 2005 war Russland das wichtigste
Abnehmerland und nach Deutschland der zweitwichtigste Lieferant
Finnlands. Das schnelle Wachstum hat sich auch in diesem Jahr
fortgesetzt.
Im vergangenen Jahr entfielen auf Russland 11 Prozent (5,7
Mrd. Euro) des Gesamtexportes und 14 Prozent (ca. 6,5 Mrd.
Euro) des Gesamtimportes Finnlands.
"Nach der Wirtschaftskrise Russlands 1998 war eine rasante
Aufwärtsentwicklung zu beobachten. Seit 1999 hat sich
unsere Ausfuhr ins östliche Nachbarland fast verdreifacht,
und mit weiterem Wachstum in den nächsten Jahren ist
zu rechnen", sagt Timo Laukkanen, Sachverständiger
für Handelspolitik und internationale Beziehungen beim
Hauptverband der Finnischen Wirtschaft (EK).
"Die hohen Energie- und Rohstoffpreise ließen
den Wert unsere Importe ansteigen, und die Exporteinnahmen
haben die Kaufkraft der Russen und deren Einfuhr aus Finnland
erhöht."
Kräftiges Wirtschaftswachstum in Russland
Im vergangenen Jahr stieg der finnische Export nach Russland
um 32 Prozent, die Einfuhr von dort um 23 Prozent. Allerdings
steht Finnland als Handelspartner Russlands erst an 12. Stelle.
"Das Wachstumspotenzial im Handel reicht also schon,
um den Marktanteil zu halten, und für dessen Erweiterung
in allen Bereichen bestehen jede Menge Chancen", stellt
Laukkanen fest.
Russland hat einen Markt mit 140 Millionen Menschen, und
dieser Markt ist seit der Jahrtausendwende jährlich um
durchschnittlich über sechs Prozent gewachsen, in Moskau
und St. Petersburg sogar noch stärker.
Finnland bezieht aus dem östlichen Nachbarland überwiegend
Energie und Rohstoffe. Fertigprodukte machen nur zwei Prozent
des Volumens aus, denn die zunehmende Nachfrage am russischen
Binnenmarkt absorbiert die Eigenproduktion, und eine wettbewerbsfähige
Exportindustrie hat sich dort bisher noch nicht entwickelt.
"Möglichkeiten für eine Ausweitung des Handels
sind reichlich vorhanden, und Wachstumsmärkte sind stets
auch interessante Investitionsobjekte", sagt Laukkanen.
Erfolgreiche Investitionen in Russland
Russland, so Laukkanen, ist als Aktionsumfeld mit seinen
zahlreichen Handels- und Investitionshürden ein herausfordernder,
aber anderseits weniger umkämpfter Markt als viele andere
Absatzgebiete. Die finnischen Investitionen in die Produktion,
den Handel und die Bautätigkeit in Russland haben an
Umfang und Vielgestaltigkeit gewonnen. Man schätzt, dass
die Investitionen die Zwei-Milliarden-Euro-Grenze bereits
überschritten haben.
"Etablierung in Russland hat sich für die finnischen
Unternehme im Allgemeinen als erfolgreich erwiesen. Die Investitionen
dort brachten weniger Enttäuschungen als die Auslandsinvestitionen
im Durchschnitt. Abschreibungen mussten kaum vorgenommen werden,
und die durch den Rubel-Crash 1998 bedingten Verluste konnten
bereits ausgeglichen werden", berichtet Laukkanen.
"Auch der Umstand, dass Russland im Risikoranking eine
für die Kapitalanlage akzeptable Kategorie erreicht hat,
rechtfertigt die Zunahme der Investitionen.
Kaufkräftiger Mittelstand
Nach dem Crash 1998 hat sich in Russland die Mittelschicht
neu herauszubilden begonnen, und das starke Anwachsen der
Einkommen ist nicht zu übersehen. Die neuen Hypermärkte
zeugen von Kaufkraft. Konsumgüter und Autos werden massenhaft
über Finnland nach Russland eingeführt.
Auch die Bauwirtschaft in Russland boomt, denn der rasch
zunehmende kaufkräftige Teil der Bevölkerung ist
interessiert an gut ausgestatteten Eigenheimen. Die finnischen
Baufirmen und Baumaterialhersteller haben in Russland Tochterunternehmen
zur Befriedigung der zügig wachsenden Nachfrage gegründet.
Für Finnland bedeutet Russland auch in Zukunft ein großes
Potenzial. "Umwälzende Veränderungen sind in
Russland nicht in Sicht. Laut Prognosen der Wirtschaftswissenschaftler
wird, so Laukkanen, das Wachstum dort auch in den nächsten
Jahren bei etwa sechs Prozent liegen."
Handel zwischen Finnland und Russland

Die bedeutendsten Handelspartner Finnlands

Quelle: Hauptverband der Finnischen Wirtschaft EK

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