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Die vorbereitenden Arbeiten zum Bau des fünften finnischen
KKW-Blocks haben begonnen. Die unter der Bezeichnung Olkiluoto
3 laufende Einheit soll im Jahr 2009 ans Netz gehen.
Der Energieversorger Teollisuuden Voima Oy (TVO) beantragte
Anfang Januar beim Staatsrat die Baugenehmigung für einen
weiteren Kernkraftwerksblock. Das zukünftige Baugelände
ist bereits gerodet, und als Nächstes steht die Ausschreibung
der Erdarbeiten an. Mit der Erteilung der eigentlichen Baugenehmigung
wird für Anfang 2005 gerechnet, berichtet Anneli Nikula,
bei TVO für gesellschaftliche Angelegenheiten zuständige
Direktorin.
Bei der neuen Anlage handelt es sich um einen Druckwasserreaktor
(DWR) mit einer Nettostromleistung von etwa 1600 MWe. Der
Auftragnehmer, ein von Framatome ANP und Siemens gebildetes
Konsortium, wird, von den Erdarbeiten abgesehen, das Werk
einschließlich aller Montagearbeiten, Testläufe
und der Inbetriebstellung schlüsselfertig liefern. Die
Anlage ist für eine Lebensdauer von 60 Jahren ausgelegt.
Safety first
Für die finnischen Kernkraftwerke galten von Anfang
an strenge Sicherheitsvorschriften, an die man sich nun schon
seit über 25 Jahren strikt hält. Im Laufe der Zeit
haben wir uns ein hohes Maß an kerntechnischer Kompetenz
mit starker Betonung der Sicherheit erworben", schildert
Frau Nikula.
Die neue Einheit repräsentiert neueste Leichtwasserreaktortechnik
und wird mit Sicherheitslösungen ausgestattet, die auch
die unwahrscheinlichsten Situationen abdecken.
Zum Beispiel das den Reaktor umgebenden Containment
wird so bemessen, dass es auch den Auswirkungen einer Kernschmelze
standhält. Desgleichen werden bei der Planung äußere
Gefahrenmomente wie zum Beispiel extreme Witterung und Sabotage
berücksichtigt", versichert die Managerin.
Mehr Strom, weniger Emissionen
Dieses bisher größte Investitionsvorhaben Finnlands
repräsentiert eine Wert von rund drei Milliarden Euro
im Geldwert von 2003. Die Anlage wird, so erwartet man, den
größten Teil des auf zehn Jahre prognostizierten
Mehrbedarfs an Strom decken und Finnland helfen, die Auflagen
des Klimaabkommens von Kyoto zu erfüllen.
Der wachsende Strombedarf, das Ersetzen der alten, mit fossilen
Energieträgern betriebenen Kraftwerke und die Reduzierung
des Kohlendioxidausstoßes bilden zusammen, so Frau Nikula,
eine schwer zu lösende Gleichung: Der neue KKW-Block
allein bringt nicht die notwendige Verringerung der Emissionen,
ist aber eine erhebliche Hilfe dabei. Er deckt allein auch
nicht dem Mehrbedarf an Elektroenergie; auch verstärktes
Engagement in die Nutzung regenerativer Energiequellen ist
unbedingt erforderlich.
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Atommüll-Endlagerung im Grundgebirge
Die abgebrannten Kernbrennstäbe der finnischen
Atomkraftwerke werden im westfinnischen Olkiluoto in
etwa 500 Meter Tiefe im Grundgebirge endgelagert. In
der Felsuntersuchung läuft in diesem Jahr mit Beginn
des Baus des ONKALO-Schachtes eine neue Phase an.
Die Untersuchung dient dem Zweck, in der Tiefe für
die Endlagerung von Atommüll geeignete Felspartien
zu explorieren. Mit dem ONKALO-Vorhaben wird auch ein
Testen der Endlagerungstechnik unter echten Bedingungen
möglich.
Nach Fertigstellung des ONKALO-Schachtes soll um 2010
mit dem Bau des eigentlichen Endlagers begonnen werden,
das oberirdisch eine zur Verkapselung des radioaktiven
Mülls dienende Anlage und sonstige für den
Betrieb notwendige Gebäude und Einrichtungen und
tief unter Tage die eigentlichen Endlagerungsräume,
zu denen auch die ONKALO-Versuchshöhle gehört,
umfassen wird.
Die Anlage soll im Jahr 2020 in Betrieb genommen werden
und nach heutiger Planung über hundert Jahre lang
Atommüll aufnehmen.
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