Finnfacts
Suchen
EnglishFrancaisChineseRussian

Nacrichten Medienreignisse
Mediendienst Innovationen und Industrie
Finnland-Story
Wir über Uns
Kontaktaufnahme


Aktuelles
 

Ausbau der Kernkraft in Finnland

Feedback über den Artikel.
2.4.2004
 

 
 

Die vorbereitenden Arbeiten zum Bau des fünften finnischen KKW-Blocks haben begonnen. Die unter der Bezeichnung Olkiluoto 3 laufende Einheit soll im Jahr 2009 ans Netz gehen.

Der Energieversorger Teollisuuden Voima Oy (TVO) beantragte Anfang Januar beim Staatsrat die Baugenehmigung für einen weiteren Kernkraftwerksblock. Das zukünftige Baugelände ist bereits gerodet, und als Nächstes steht die Ausschreibung der Erdarbeiten an. Mit der Erteilung der eigentlichen Baugenehmigung wird für Anfang 2005 gerechnet, berichtet Anneli Nikula, bei TVO für gesellschaftliche Angelegenheiten zuständige Direktorin.

Bei der neuen Anlage handelt es sich um einen Druckwasserreaktor (DWR) mit einer Nettostromleistung von etwa 1600 MWe. Der Auftragnehmer, ein von Framatome ANP und Siemens gebildetes Konsortium, wird, von den Erdarbeiten abgesehen, das Werk einschließlich aller Montagearbeiten, Testläufe und der Inbetriebstellung schlüsselfertig liefern. Die Anlage ist für eine Lebensdauer von 60 Jahren ausgelegt.

Safety first

„Für die finnischen Kernkraftwerke galten von Anfang an strenge Sicherheitsvorschriften, an die man sich nun schon seit über 25 Jahren strikt hält. Im Laufe der Zeit haben wir uns ein hohes Maß an kerntechnischer Kompetenz mit starker Betonung der Sicherheit erworben", schildert Frau Nikula.

Die neue Einheit repräsentiert neueste Leichtwasserreaktortechnik und wird mit Sicherheitslösungen ausgestattet, die auch die unwahrscheinlichsten Situationen abdecken.

„Zum Beispiel das den Reaktor umgebenden Containment wird so bemessen, dass es auch den Auswirkungen einer Kernschmelze standhält. Desgleichen werden bei der Planung äußere Gefahrenmomente wie zum Beispiel extreme Witterung und Sabotage berücksichtigt", versichert die Managerin.

Mehr Strom, weniger Emissionen

Dieses bisher größte Investitionsvorhaben Finnlands repräsentiert eine Wert von rund drei Milliarden Euro im Geldwert von 2003. Die Anlage wird, so erwartet man, den größten Teil des auf zehn Jahre prognostizierten Mehrbedarfs an Strom decken und Finnland helfen, die Auflagen des Klimaabkommens von Kyoto zu erfüllen.

Der wachsende Strombedarf, das Ersetzen der alten, mit fossilen Energieträgern betriebenen Kraftwerke und die Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes bilden zusammen, so Frau Nikula, eine schwer zu lösende Gleichung: „Der neue KKW-Block allein bringt nicht die notwendige Verringerung der Emissionen, ist aber eine erhebliche Hilfe dabei. Er deckt allein auch nicht dem Mehrbedarf an Elektroenergie; auch verstärktes Engagement in die Nutzung regenerativer Energiequellen ist unbedingt erforderlich.

Atommüll-Endlagerung im Grundgebirge

Die abgebrannten Kernbrennstäbe der finnischen Atomkraftwerke werden im westfinnischen Olkiluoto in etwa 500 Meter Tiefe im Grundgebirge endgelagert. In der Felsuntersuchung läuft in diesem Jahr mit Beginn des Baus des ONKALO-Schachtes eine neue Phase an.

Die Untersuchung dient dem Zweck, in der Tiefe für die Endlagerung von Atommüll geeignete Felspartien zu explorieren. Mit dem ONKALO-Vorhaben wird auch ein Testen der Endlagerungstechnik unter echten Bedingungen möglich.

Nach Fertigstellung des ONKALO-Schachtes soll um 2010 mit dem Bau des eigentlichen Endlagers begonnen werden, das oberirdisch eine zur Verkapselung des radioaktiven Mülls dienende Anlage und sonstige für den Betrieb notwendige Gebäude und Einrichtungen und tief unter Tage die eigentlichen Endlagerungsräume, zu denen auch die ONKALO-Versuchshöhle gehört, umfassen wird.

Die Anlage soll im Jahr 2020 in Betrieb genommen werden und nach heutiger Planung über hundert Jahre lang Atommüll aufnehmen.

 

Sonstige links:

>> www.tvo.fi
>> www.posiva.fi

 

 
 


Im Jahr 2003 lieferte TVO an finnische Abnehmer über 15,6 Milliarden Kilowattstunden Strom - das ist ein Fünftel der Gesamtelektrizitätserzeugung des Landes.

 

 
Sitemap