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In Finnland erfolgt gegenwärtig der allmähliche
Übergang von dem alten, inzwischen als starr empfundenen
Entlohnungskonzept auf ein flexibleres Modell, das die örtlichen
Bedürfnisse besser berücksichtigt und auch eine
mehr Anreiz bietende Lohngestaltung ermöglicht.
Die Lohnerhöhungen der einzelnen Arbeitnehmer wurden
in Finnland traditionell auf der Grundlage überfachlicher
und einzelne Branchen betreffender Tarifverträge bestimmt.
Das vor Jahrzehnten entworfene Modell kann jedoch den heutigen
und kommenden Anforderungen nicht mehr gerecht werden.
International gesehen ist ein solches die Einzelunternehmen
ohne Mitspracherecht lassendes Lohnmodel heute die Ausnahme",
stellt Niilo Hakonen, Sachverständiger beim Hauptverband
der Finnischen Wirtschaft (EK), fest.
In den anderen nordischen Ländern hat man in den
letzten Jahren erfolgreich neue, lockerere Lohnsysteme entwickelt,
die den einzelnen Unternehmen und Betrieben mehr Spielraum
lassen und eine förderliche Wirkung auf die Personalführung
und das Gedeihen der Unternehmen haben. Genau das streben
wir nun auch in Finnland an."
Betriebsbelange sind zu berücksichtigen
Das alte, auf gleichgroßen allgemeinen Lohnerhöhungen
basierende System entspricht nur mangelhaft den Bedürfnissen
der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter, denn die Lohnerhöhungen
stehen in keinerlei Beziehung zu den Erfolgsfaktoren der Arbeitsplätze,
dem Schwierigkeitsgrad der Arbeit und der Kompetenz und Leistung
der Mitarbeiter.
Die Verhandlungsführer der Tarifpartner können
ja gar nicht über die Kenntnisse und Mittel verfügen,
die eine gerechte und anspornende Verteilung der Lohnerhöhungen
innerhalb der Betriebe ermöglichen", argumentiert
Hakonen.
Der Hauptverband der Finnischen Wirtschaft (EK) verfolgt
nun mit der Reform das Ziel, bessere Voraussetzungen für
ständiges erfolgreiches Arbeiten der Unternehmen, Weiterentwicklung
der Geschäftstätigkeit und des fachlichen Könnens
der Mitarbeiter wie auch für die Steigerung der Produktivität
und Verbesserung der Beschäftigungslage zu schaffen.
Für die Arbeitnehmer bedeutet das neue Modell eine gerechtere
und stärkeren Anreiz bietende Entlohnung, auf deren Höhe
sie auch selbst Einfluss haben.
Die ersten Schritte sind getan
Die Reform des Lohnmodells bildete ein zentrales Ziel der
Wirtschaft in den diesjährigen Verhandlungsrunden, und
die Erneuerungen sind, so Hakonen, gut angelaufen.
Im Frühjahr wurde im Tarifvertrag der Finanzbranche
erstmals in Finnland das u.a. in Schweden weit verbreitete
sog. Lohnabsprachemodell benutzt, bei dem einmal im Jahr in
einem Gespräch zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter
im sicheren Rahmen des Tarifvertrags über die Lohnerhöhung
des betreffenden Mitarbeiters entschieden wird.
In den im Juni geschlossenen Verträgen der Chemie- und
der Technologieindustrie wiederum wurde durch deutliche Erhöhung
des betriebsbezogenen Anteils ein Schritt nach vorn getan.
Die Reform erfolgt nicht in einem Schub, sondern Schritt
für Schritt, was uns ermöglicht, aus Erfahrung zu
lernen", sagt Hakonen.


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