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Finnisches Entlohnungssystem im Umbruch
Lohn soll auch Ansporn sein

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01.10.2007
 

 
 

In Finnland erfolgt gegenwärtig der allmähliche Übergang von dem alten, inzwischen als starr empfundenen Entlohnungskonzept auf ein flexibleres Modell, das die örtlichen Bedürfnisse besser berücksichtigt und auch eine mehr Anreiz bietende Lohngestaltung ermöglicht.

Die Lohnerhöhungen der einzelnen Arbeitnehmer wurden in Finnland traditionell auf der Grundlage überfachlicher und einzelne Branchen betreffender Tarifverträge bestimmt. Das vor Jahrzehnten entworfene Modell kann jedoch den heutigen und kommenden Anforderungen nicht mehr gerecht werden.

„International gesehen ist ein solches die Einzelunternehmen ohne Mitspracherecht lassendes Lohnmodel heute die Ausnahme", stellt Niilo Hakonen, Sachverständiger beim Hauptverband der Finnischen Wirtschaft (EK), fest.

„In den anderen nordischen Ländern hat man in den letzten Jahren erfolgreich neue, lockerere Lohnsysteme entwickelt, die den einzelnen Unternehmen und Betrieben mehr Spielraum lassen und eine förderliche Wirkung auf die Personalführung und das Gedeihen der Unternehmen haben. Genau das streben wir nun auch in Finnland an."

Betriebsbelange sind zu berücksichtigen

Das alte, auf gleichgroßen allgemeinen Lohnerhöhungen basierende System entspricht nur mangelhaft den Bedürfnissen der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter, denn die Lohnerhöhungen stehen in keinerlei Beziehung zu den Erfolgsfaktoren der Arbeitsplätze, dem Schwierigkeitsgrad der Arbeit und der Kompetenz und Leistung der Mitarbeiter.

„Die Verhandlungsführer der Tarifpartner können ja gar nicht über die Kenntnisse und Mittel verfügen, die eine gerechte und anspornende Verteilung der Lohnerhöhungen innerhalb der Betriebe ermöglichen", argumentiert Hakonen.

Der Hauptverband der Finnischen Wirtschaft (EK) verfolgt nun mit der Reform das Ziel, bessere Voraussetzungen für ständiges erfolgreiches Arbeiten der Unternehmen, Weiterentwicklung der Geschäftstätigkeit und des fachlichen Könnens der Mitarbeiter wie auch für die Steigerung der Produktivität und Verbesserung der Beschäftigungslage zu schaffen.

Für die Arbeitnehmer bedeutet das neue Modell eine gerechtere und stärkeren Anreiz bietende Entlohnung, auf deren Höhe sie auch selbst Einfluss haben.

Die ersten Schritte sind getan

Die Reform des Lohnmodells bildete ein zentrales Ziel der Wirtschaft in den diesjährigen Verhandlungsrunden, und die Erneuerungen sind, so Hakonen, gut angelaufen.

Im Frühjahr wurde im Tarifvertrag der Finanzbranche erstmals in Finnland das u.a. in Schweden weit verbreitete sog. Lohnabsprachemodell benutzt, bei dem einmal im Jahr in einem Gespräch zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter im sicheren Rahmen des Tarifvertrags über die Lohnerhöhung des betreffenden Mitarbeiters entschieden wird.

In den im Juni geschlossenen Verträgen der Chemie- und der Technologieindustrie wiederum wurde durch deutliche Erhöhung des betriebsbezogenen Anteils ein Schritt nach vorn getan.

„Die Reform erfolgt nicht in einem Schub, sondern Schritt für Schritt, was uns ermöglicht, aus Erfahrung zu lernen", sagt Hakonen.

 



>> www.ek.fi

 

 
 

Finnisches Entlohnungssystem
In Finnland geht man allmählich zu einem neuen Lohnmodell über, bei dem die Belange sowohl der Unternehmen als auch der Mitarbeiter besser als bisher berücksichtigt werden.

 

 
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