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Finnlands Rolle als Musterland der Forschung und Entwicklung
basiert neben hohen F&E-Investitionen der Unternehmen
und der öffentlichen Hand auch auf breiter, vernetzter
Zusammenarbeit. "Dieses Modell hat uns Erneuerung und
Wachstum ermöglicht und vor allem ´Weltrekordtempo´
in den erfolgten Strukturwandel der Industrie gebracht",
sagt Martti af Heurlin, Chefdirektor des Zentrums für
Technologieentwicklung (TEKES).
Finnland leistet sich, aufs BIP bezogen, die drittgrößten
F&E-Aufwendungen in der Welt. Nach Investitionssummen
liegen Industrie und Gewerbe an der Spitze.
TEKES spielt seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle in der
Entwicklung zahlreicher Branchen in Finnland. "Diese
Organisation hat längst eine anerkannte Position als
Förderer des finnischen Innovationswesens im Umfeld des
internationalen Wettbewerbs", konstatiert Martti af Heurlin.
TEKES aktiviert und finanziert hochkarätige Forschungs-
und Produktentwicklungsprojekte sowohl von Forschungsinstituten
als auch von Unternehmen. Im Mittelpunkt der Technologieprogramme
stehen die Wohlfahrt der Gesellschaft, der Ausbau des Exportes,
die Erweiterung der industriellen Basis und die Schaffung
neuer Unternehmen und Arbeitsplätze.
Funktionierendes Innovationsumfeld
Die in Finnland eingeschlagene Technologiepolitik hat, so
Heurlin, breite gesellschaftliche Unterstützung durch
politische Parteien, Wirtschaft, Forschungsorganisationen
wie auch Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände gefunden.
Durch aktive Wechselwirkung zwischen den verschiedenen Partnern
auf operativer Ebene wurde eine solide Basis für eine
erfolgreiche Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationstätigkeit
geschaffen.
Der Anteil der kooperativen Firmen an der Gesamtzahl der
innovierenden Unternehmen ist in Finnland Spitzenklasse. Man
kann sagen, dass praktisch 90 Prozent aller TEKES-Vorhaben
auf die eine oder andere Weise vernetzt sind", sagt Heurlin.
"Das finnische Innovationsumfeld ist auch im internationalen
Vergleich dynamisch und reaktionsfähig. Zwischen den
verschiedenen Akteuren herrschen enge, offene Wechselbeziehungen
und Zusammenarbeit. Neue nationale Programme und Initiativen
lassen sich schnell in Gang bringen", setzt Petri Peltonen,
bei TEKES für internationale Netzwerke zuständig,
hinzu.
Vernetzung ist eine Stärke, für ein kleines Land
aber auch die natürliche Aktionsart. "Kompetenz,
Technologien und deren effiziente Anwendung gehören bekanntlich
zu den wichtigsten Faktoren der Wettbewerbsfähigkeit.
Und in unserer in der Globalisierung begriffenen Welt haben
Kooperation und Partnerschaften bei der Schaffung und Anwendung
neuen Wissens und Könnens noch höheren Stellenwert
als zuvor", unterstreicht Peltonen.
Zunehmende Internationalität
Die internationale Vernetzung der TEKES-Technologieprogramme
ist seit einigen Jahren im Zunehmen, was sich u.a. in der
wachsenden Zahl internationaler F&E-Projekte äußert.
Gegenwärtig ist etwa die Hälfte der von TEKES finanzierten
Projekte international vernetzt - Tendenz steigend.
"In den europäischen Forschungs- und Technologieentwicklungs-Kooperationsprogrammen
war Finnland in Anbetracht der Landesgröße einer
der aktivsten Teilnehmer. TEKES wirkt mit seinen Programmen
auch an mehreren europäischen Vorhaben zur Vernetzung
nationaler Programme mit", merkt Peltonen an.
Auch die Zusammenarbeit mit außereuropäischen
Ländern ist wichtig. TEKES verfügt über seine
Auslandseinheiten über starke Netze im F&E-Sektor
u.a. der USA und Japans, aber man ist auch bestrebt, die Zusammenarbeit
mit anderen interessierenden Technologieländern, z.B.
China, auszubauen.
Arbeiten an der Zukunft
Bei TEKES macht man sich gegenwärtig auch Gedanken über
die zukünftigen Technologieprogramm-Schwerpunkte: Was
für Wissen und Können, welche Technologien benötigen
Wirtschaft und Gesellschaft in den nächsten 5 bis 15
Jahren?
"Als Grundlage für Kompetenz und Technologien bedürfen
wir auch weiterhin daten- und kommunikationstechnologischen
Grundkönnens und dessen breit gefächerter Anwendung,
aber wir brauchen auch Biotechnologie und deren breitere,
anderseits aber auch selektivere Entwicklung, Materialtechnologie
und Nanotechnologie", zählt Heurlin auf.
In dem globalen Umfeld sind auch neue und erneuerte Produkte,
Prozesse und Geschäftskonzepte relevante Themen. Sie
interessieren besonders in ihrer Anwendung u.a. auf Lebensumwelt,
Energie, Gesundheit, Wellness, Sicherheit, Arbeit und Freizeitgestaltung.
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TEKES und seine Technologieprogramme
TEKES stellt jährlich 200 Mio. Euro für Technologieprogramme
bereit. Bei diesen handelt es sich um umfangreiche Projektgesamtheiten,
ausgerichtet auf jene wichtigsten Technologiebereiche,
in denen in Finnland anerkannter Bedarf an nationalen
Investitionen besteht.
Vorbereitet werden die Technologieprogramme in Zusammenarbeit
mit Unternehmen, Universitäten, Forschungsinstituten
und Hochschulen. Sie haben eine Laufzeit von drei bis
fünf Jahren und sind mit einem Budget von 10 bis
120 Mio. Euro ausgestattet. TEKES trägt im Allgemeinen
etwa die Hälfte der Kosten des Programms.
Angestrebt wird die Verwirklichung auch internationaler
Forschungs- und Produktentwicklungsvorhaben, deren Ergebnisse
die finnische Industrie dann an den globalen Märkten
nutzen kann.
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