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100 Jahre Technologieindustrie

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8.12.2003
 

 
 

Zum Glück haben es Finnlands Ingenieure stets verstanden, ins Ausland zu reisen und sich umzuschauen, wie Könner agieren. In die Heimat zurückgekehrt, setzten sie das Erschaute und Gelernte in Nutzanwendungen um.

„Mein Großvater, Heikki H. Herlin, arbeitete in den 1920er Jahren in der Zeichenabteilung der großen amerikanischen Aufzugsfirma Otis. Sein Vater, Harald Herlin, war zur gleichen Zeit Eigentümer der finnischen Aufzugsfirma Kone. Es dürfte klar sein, dass Heikki H. Herlin seinem Vater Kopien ihm zugänglicher Zeichnungen zukommen ließ", schreibt Niklas Herlin in der Festschrift Ruukin avain, die die Geschichte der finnischen Technologieindustrie zum Gegenstand hat.

Später übernahm Heikki H. Herlin die Leitung des Familienbetriebes, der sich bald zu einem beachtlichen Unternehmen der Branche entwickelte. Das Verdienst dafür gebührt der gesamten Belegschaften, allen Fachleuten und auch jener Lehre, die der Chef im Dienst des großen amerikanischen Konkurrenten erhielt.

Immer bessere Papiermaschinen

Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg Finnland zum globalen Zentrum des Papiermaschinenbaus auf. Einer der Veteranen der finnischen Papiermaschinenindustrie ist Matti Kankaanpää - ein Ingenieur, der, bevor er in Finnland antrat, bei der US-Firma Beloit arbeitete. Beloit war damals weltweit die Nummer eins im Papiermaschinenbau.

„Natürlich hat M. Kankaanpää die finnische Papiermaschinenindustrie nicht allein aufgebaut, sondern konnte sich auf eine ganze Reihe kompetenter finnischer Ingenieure und auf die einheimische Papierindustrie stützen, denn Finnland war ja schon damals ein bekannter Papierlieferant", führt N. Herlin aus.

Die Papierfabrikanten wünschten neben den Importmaschinen auch eine finnische Alternative, und so zerlegten Papiermacher im Verein mit Konstrukteuren eine importierte Papiermaschine in ihre Bestandteile und zerbrachen sich den Kopf darüber, was daran verbessert werden könnte.

Ideengenerator und Entwickler

Die finnische Metall- und Elektronikindustrie plante und teilte sich in den Bau der ersten finnischen Kernkraftwerke - auf der Basis russischer Ideen. Der Nutzen war gewaltig, die Lehren, die sich daraus ergaben, noch viel gewaltiger.

„Die finnische Technologieindustrie ist zwar groß was Ideen und Entwicklung anbelangt, aber sie bedurfte auch des Kopierens, der Zusammenarbeit und besonders der Kreativität, um mit beschränkten Ressourcen gute Ware herzustellen", schreibt N. Herlin.

Der Verband für Finnische Technologieindustrien, der im Oktober sein hundertjähriges Bestehen feierte, fungiert als Kooperationsforum und Aktionsfeldentwickler der bedeutendsten Industriebranche des Landes. Der Verband hat 1200 Unternehmen als Mitglieder, die 90 Prozent der gesamten Technologieindustrie ausmachen. Tätig sind die Mitgliedsfirmen in der Elektronik- und elektrotechnischen Industrie, in den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau und Metallwaren sowie in der Stahl- und Metallindustrie. Über 70 Prozent der Produkte der Unternehmen werden in alle Welt exportiert.

 

Sonstige links:

>> www.teknologiateollisuus.fi

 

 
 


Risto Väätänen, Träger des „Kaj Franck"-Designpreises 2003 und als „Industriedesigner des Jahres 1999" ausgezeichnet, hat für Valmet weiße Papiermaschinen entworfen.

 

 
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