|
Die Abteilung Biotechnologie des Technischen Forschungszentrums
von Finnland (VTT) und das belgische Flander Interuniversity
Institute for Biotechnology (VIB) haben ein neues, effizientes
Biotech-Verfahren zur Produktion von Pharmaka entwickelt,
das schon in nächster Zeit u.a. die Herstellung von Krebsmedikamenten
verbilligen wird.
"Die Industrie hatte bisher keine ausreichenden Möglichkeiten,
sich alle benötigten pflanzlichen Arzneistoffmoleküle
zu beschaffen, weil der Rohstoff nur in begrenzten Mengen
zur Verfügung steht oder dessen chemische Herstellung
schwierig oder sogar unmöglich ist", sagt Kirsi-Marja
Oksman-Caldentey, Hauptwissenschaftlerin bei VTT Biotechnologie.
In dem von Frau Oksman-Caldentey geleiteten Projekt wird
untersucht, wie sich diese begehrten Verbindungen durch Modifikation
des Stoffwechsels der Pflanzenzellen herstellen lassen. Es
handelt sich dabei um die erste systematische Forschungsarbeit
zur Analyse der Biosynthese in Pflanzenzellen.
Das Verfahren wird kommerzialisiert
Heute ist ein Viertel der Arzneimittel, die entweder als
solche in Form reiner Verbindungen verabreicht oder aus denen
auf chemischem Wege passende Derivate hergestellt werden,
pflanzlicher Herkunft. "Dazu gehören zum Beispiel
Morphin, Kodein und eine Reihe Krebsmedikamente. Aus der Madagaskar-Immergrün-Pflanze
(Catharanthus roseus) zum Beispiel gewinnt man eine Verbindung,
die zur Behandlung von Brustkrebs in fortgeschrittenem Stadium
und von Leukämie eingesetzt wird", erläutert
Frau Oksman-Caldentey.
Mit dem von VTT und VIB entwickelten Verfahren lassen sich
in Zellkulturen auf schnelle und effiziente Weise wertvolle
Verbindungen für Arzneizwecke gewinnen.
"Die lebenden Pflanzenzellen stellen komplizierte chemische
Verbindungen her. Durch Steuerung des Stoffwechsels der Zelle
kann Einfluss auf den Ertrag an gewünschten wertvollen
Stoffen genommen werden. Aber auch die Gewinnung völlig
neuer Verbindungen ist mit der neuen Technologie möglich",
schildert Frau Oksman-Caldentey.
Die neue Herstellungsweise könnte in Zukunft Alternativen
zu mehreren extrem teuren Arzneimitteln bieten. Die bisherigen
Forschungsergebnisse, so Frau Oksman-Caldentey, sind jedenfalls
vielversprechend.


>>
www.vtt.fi
|