|
Das Finnische Umweltzentrum ist bestrebt, unter Einsatz
modernster Technik Ölverschmutzung der Ostsee zu verhindern.
Ein neues, auf Satellitenbeobachtungen basierendes System
erhöht die Zuverlässigkeit, ermöglicht die
Aufstellung von Öldriftmodellen und wird, so hofft man,
auch das Ablassen von Öl ins Meer verringern.
Die Erdöltransporte im Finnischen Meerbusen haben sich
seit Mitte der neunziger Jahre auf gegenwärtig 60 Millionen
Tonnen im Jahr verdreifacht und dürften in den nächsten
Jahren die 100-Millionen-Tonnen-Grenze erreichen.
Unter Leitung des Finnischen Umweltzentrums (SYKE) läuft
nun ein dreijähriges Projekt zur Entwicklung eines auf
Satellitenbeobachtung von Ölteppichen basierendes System,
an dem auch das Meeresforschungsinstitut, die TU sowie die
Firmen Centroid Oy und INPHO Technology Oy mitwirken.
Wohin treibt der Ölteppich?
Die Satellitenbeobachtung basiert auf hochauflösenden
SAR-Bildern (SAR = Synthetic Aperture Radar). Das auf dem
Wasser schwimmende Öl glättet die Wellen, so dass
weniger Radarstrahlung zum Satelliten reflektiert wird als
vom ölfreien Meer.
Da im Wasser auch andere die Wellen glättende
Erscheinungen auftreten, benötigt man ein Verfahren zur
richtigen Interpretation derselben, und auf Grund der SAR-Bilder
können wir mit hoher Zuverlässigkeit feststellen,
ob es sich um einen Ölverschmutzungsfall handelt oder
nicht", erläutert Timo Pyhälahti, wissenschaftlicher
Mitarbeiter des Finnischen Umweltzentrums.
An Hand der Satellitenbilder und der Driftmodelle lässt
sich ermitteln, in welche Richtung und mit welcher Geschwindigkeit
sich der Ölfladen bewegt. Über ein in Vorbereitung
befindliches Internet-Portal können dann auch andere
interessierte Stellen Echtzeitdaten über Ölbeobachtungen
abrufen.
Das Risiko des Erwischtwerdens wächst
Einzigartig an unserem System ist das Kombinieren der
Bilder mit Strömungs- und Zuverlässigkeitsmodellen.
Ein vergleichbares System gibt es sonst nirgends", sagt
Timo Pyhälahti.
Bei der täglichen Kontrolle kann die Menge der Verschmutzungen
über Satelliten genauer als bisher verfolgt werden, was,
so glaubt man, zu einer Verringerung der vorsätzlichen
Öleinleitungen ins Meer führen wird, weil ja das
Risiko, erwischt zu werden, wächst. Bei Unfällen
wiederum hilft das System, sachkundige Hilfe und passendes
Gerät möglichst schnell heranzuführen.
Herausforderungen und Arbeit gibt es genug. Die Zahl der
Ölverschmutzungen in der Ostsee ist nicht genau bekannt.
Die Schätzungen erstrecken sich hin bis zu 10 000 Fällen
im Jahr, von denen mit herkömmlichen Methoden nur ein
Bruchteil festgestellt werden kann.


>>
www.ymparisto.fi
|