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Satelliten überwachen die Ostsee
Kampf der Ölverseuchung

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19.1.2004
 

 
 

Das Finnische Umweltzentrum ist bestrebt, unter Einsatz modernster Technik Ölverschmutzung der Ostsee zu verhindern. Ein neues, auf Satellitenbeobachtungen basierendes System erhöht die Zuverlässigkeit, ermöglicht die Aufstellung von Öldriftmodellen und wird, so hofft man, auch das Ablassen von Öl ins Meer verringern.

Die Erdöltransporte im Finnischen Meerbusen haben sich seit Mitte der neunziger Jahre auf gegenwärtig 60 Millionen Tonnen im Jahr verdreifacht und dürften in den nächsten Jahren die 100-Millionen-Tonnen-Grenze erreichen.

Unter Leitung des Finnischen Umweltzentrums (SYKE) läuft nun ein dreijähriges Projekt zur Entwicklung eines auf Satellitenbeobachtung von Ölteppichen basierendes System, an dem auch das Meeresforschungsinstitut, die TU sowie die Firmen Centroid Oy und INPHO Technology Oy mitwirken.

Wohin treibt der Ölteppich?

Die Satellitenbeobachtung basiert auf hochauflösenden SAR-Bildern (SAR = Synthetic Aperture Radar). Das auf dem Wasser schwimmende Öl glättet die Wellen, so dass weniger Radarstrahlung zum Satelliten reflektiert wird als vom ölfreien Meer.

„Da im Wasser auch andere die Wellen glättende Erscheinungen auftreten, benötigt man ein Verfahren zur richtigen Interpretation derselben, und auf Grund der SAR-Bilder können wir mit hoher Zuverlässigkeit feststellen, ob es sich um einen Ölverschmutzungsfall handelt oder nicht", erläutert Timo Pyhälahti, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Finnischen Umweltzentrums.

An Hand der Satellitenbilder und der Driftmodelle lässt sich ermitteln, in welche Richtung und mit welcher Geschwindigkeit sich der Ölfladen bewegt. Über ein in Vorbereitung befindliches Internet-Portal können dann auch andere interessierte Stellen Echtzeitdaten über Ölbeobachtungen abrufen.

Das Risiko des Erwischtwerdens wächst

„Einzigartig an unserem System ist das Kombinieren der Bilder mit Strömungs- und Zuverlässigkeitsmodellen. Ein vergleichbares System gibt es sonst nirgends", sagt Timo Pyhälahti.

Bei der täglichen Kontrolle kann die Menge der Verschmutzungen über Satelliten genauer als bisher verfolgt werden, was, so glaubt man, zu einer Verringerung der vorsätzlichen Öleinleitungen ins Meer führen wird, weil ja das Risiko, erwischt zu werden, wächst. Bei Unfällen wiederum hilft das System, sachkundige Hilfe und passendes Gerät möglichst schnell heranzuführen.

Herausforderungen und Arbeit gibt es genug. Die Zahl der Ölverschmutzungen in der Ostsee ist nicht genau bekannt. Die Schätzungen erstrecken sich hin bis zu 10 000 Fällen im Jahr, von denen mit herkömmlichen Methoden nur ein Bruchteil festgestellt werden kann.

Sonstige links:

>> www.ymparisto.fi

 

 
 


Bei der Havarie der Prestige im Jahr 2002 wurden 600 Kilometer der spanischen Küste verschmutzt. Die Schwerölbekämpfung erfolgte unter schwierigen Bedingen bei stürmischem Wetter auf hoher See. Die finnische Lamor Corporation half mit sieben Kilometer Ölschlängel und 30 Auffangsystemen.
Foto: Lamor Corporation


Die Satellitenbeobachtung basiert auf hochauflösenden SAR-Bildern. Foto: ESA

 

 
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