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Die südwestliche Abwasserkläranlage von St. Petersburg
geht im September in Betrieb. Mit diesem gegenwärtig
größten Umweltprojekt Europas wird die Reinigung
der Abwässer von 720.000 Einwohnern verwirklicht. Das
Klärwerk bringt so eine bedeutende Entlastung des gesamten
Finnischen Meerbusens.
Gebaut wurde das drittgrößte Klärwerk der
alten Zarenmetropole von der 2002 namentlich für diesen
Zweck gegründeten finnischen SWTP Construction Oy.
"Auf der Baustelle ist hauptsächlich finnisches
Personal der Firmen YIT, NCC und Skanska tätig - alles
erfahrene `Russlandveteranen`. Auch die gesamte Planung des
Objekts lag in finnischen Händen", berichtet Projektleiter
Reijo Niinikoski.
"Als nächstes erfolgt die Instandsetzung und Ergänzung
des Kanalisationsnetzes so, dass alle Abwässer in vorhandene
Klärwerke geleitet werden können. Nach Abschluss
der Reparatur- und Verbesserungsarbeiten verkraften die Klärwerke
zusätzlich die Abwässer von einer Million Einwohnern.
Jahrelang der Witterung ausgesetzt
Der Bau der Kläranlage lief ursprünglich schon
1986 an. Wegen Finanzierungsproblemen wurden die Arbeiten
jedoch 1993, als die Anlage erst zu etwa 60 Prozent fertig
war, abgebrochen. Im Jahr 2003, als wieder Mittel verfügbar
waren, ging es dann weiter.
"Da die Konstruktionen zehn Jahre lang der Witterung
ausgesetzt waren und teils unter Wasser standen, waren sehr
schwierige Reparaturarbeiten erforderlich. Auch das Zusammenpassen
von Planung, Einkauf, Bau und Montage war eine echte Herausforderung.
Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Partnern hat, so
Niinikoski, überraschend gut geklappt. Die Vollendung
dieses Projekts wäre nie gelungen, hätten nicht
alle Beteiligten den festen Willen aufgebracht, es zu schaffen.
"Ohne einen starken örtlichen Partner wäre
es nicht gegangen. Der Betreiber - Vodokanal - verdient eine
Sondererwähnung wegen seines Engagements vor allem bei
der Abwicklung der Genehmigungsprozesse", lobt Niinikoski.
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Die Kläranlage in Kürze
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Die Reinigung der Abwässer erfolgt in drei
Stufen: einer mechanischen, einer biologischen und
einer chemischen Stufe. Beim SWTP-Prozess werden
die biogenen Stoffe (Stickstoff und Phosphor) vom
Abwasser gründlicher abgetrennt als in den
anderen Klärwerken von St. Petersburg.
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Das geklärte Abwasser wird statt mit Chlor
durch UV-Bestrahlung desinfiziert. Nach erfolgter
Reinigung entsprechen die eingeleiteten Abwässer
den von Helcom gesetzten internationalen Anforderungen.
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Die Anlage hat eine Kapazität von 330.000
Kubikmetern pro Tag.
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Die Gesamtkosten der Anlage belaufen sich auf rund
190 Mio. €.
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An der Finanzierung des Projekts waren beteiligt:
Nordic Investment Bank (NIB), Europäische Bank
für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), Europäische
Investitionsbank (EIB), Nordic Environment Finance
Corporation (NEFCO), Schwedisches Amt für Entwicklungszusammenarbeit
(SIDA), Tacis-Programm der EU, Swedfund International
Ab (SWEDFUND), Finnish Fund for Industrial Cooperation
(FINNFUND) und Vodokanal.
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