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Abwasserprobleme von St. Petersburg behoben

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19.9.2005
 

 
 

Die südwestliche Abwasserkläranlage von St. Petersburg geht im September in Betrieb. Mit diesem gegenwärtig größten Umweltprojekt Europas wird die Reinigung der Abwässer von 720.000 Einwohnern verwirklicht. Das Klärwerk bringt so eine bedeutende Entlastung des gesamten Finnischen Meerbusens.

Gebaut wurde das drittgrößte Klärwerk der alten Zarenmetropole von der 2002 namentlich für diesen Zweck gegründeten finnischen SWTP Construction Oy.

"Auf der Baustelle ist hauptsächlich finnisches Personal der Firmen YIT, NCC und Skanska tätig - alles erfahrene `Russlandveteranen`. Auch die gesamte Planung des Objekts lag in finnischen Händen", berichtet Projektleiter Reijo Niinikoski.

"Als nächstes erfolgt die Instandsetzung und Ergänzung des Kanalisationsnetzes so, dass alle Abwässer in vorhandene Klärwerke geleitet werden können. Nach Abschluss der Reparatur- und Verbesserungsarbeiten verkraften die Klärwerke zusätzlich die Abwässer von einer Million Einwohnern.

Jahrelang der Witterung ausgesetzt

Der Bau der Kläranlage lief ursprünglich schon 1986 an. Wegen Finanzierungsproblemen wurden die Arbeiten jedoch 1993, als die Anlage erst zu etwa 60 Prozent fertig war, abgebrochen. Im Jahr 2003, als wieder Mittel verfügbar waren, ging es dann weiter.

"Da die Konstruktionen zehn Jahre lang der Witterung ausgesetzt waren und teils unter Wasser standen, waren sehr schwierige Reparaturarbeiten erforderlich. Auch das Zusammenpassen von Planung, Einkauf, Bau und Montage war eine echte Herausforderung.

Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Partnern hat, so Niinikoski, überraschend gut geklappt. Die Vollendung dieses Projekts wäre nie gelungen, hätten nicht alle Beteiligten den festen Willen aufgebracht, es zu schaffen.

"Ohne einen starken örtlichen Partner wäre es nicht gegangen. Der Betreiber - Vodokanal - verdient eine Sondererwähnung wegen seines Engagements vor allem bei der Abwicklung der Genehmigungsprozesse", lobt Niinikoski.

Die Kläranlage in Kürze

  • Die Reinigung der Abwässer erfolgt in drei Stufen: einer mechanischen, einer biologischen und einer chemischen Stufe. Beim SWTP-Prozess werden die biogenen Stoffe (Stickstoff und Phosphor) vom Abwasser gründlicher abgetrennt als in den anderen Klärwerken von St. Petersburg.

  • Das geklärte Abwasser wird statt mit Chlor durch UV-Bestrahlung desinfiziert. Nach erfolgter Reinigung entsprechen die eingeleiteten Abwässer den von Helcom gesetzten internationalen Anforderungen.

  • Die Anlage hat eine Kapazität von 330.000 Kubikmetern pro Tag.

  • Die Gesamtkosten der Anlage belaufen sich auf rund 190 Mio. €.

  • An der Finanzierung des Projekts waren beteiligt: Nordic Investment Bank (NIB), Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), Europäische Investitionsbank (EIB), Nordic Environment Finance Corporation (NEFCO), Schwedisches Amt für Entwicklungszusammenarbeit (SIDA), Tacis-Programm der EU, Swedfund International Ab (SWEDFUND), Finnish Fund for Industrial Cooperation (FINNFUND) und Vodokanal.

 



 

 
 


Die südwestliche Kläranlage von St. Petersburg reduziert u.a. die Phosphorbelastung der Ostsee im Äquivalent von einer halben Million Einwohner.

 

 
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