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Untersuchungsergebnisse zeigen, dass durch Feuchtigkeit
bindende Baustoffe wie Holz und Holzwerkstoffe die Raumluftfeuchte
und deren Schwankungen erheblich beeinflusst werden können.
Diese Erscheinung hat mehrere vorteilhafte Auswirkungen auf
die Qualität der Raumluft.
Die Ergebnisse basieren auf der bereits abgeschlossenen ersten
Stufe einer vom Technischen Forschungszentrum von Finnland
(VTT) durchgeführten mehrjährigen internationale
Studie. Die zweite Stufe der Studie wird im ersten Halbjahr
2004 zum Abschluss gebracht. Beteiligt an der Untersuchung
sind die Abteilung Bau- und Siedlungstechnik des VTT, das
Institut für HLS- und Hochbautechnik der TU Helsinki
und das Fraunhofer Institut Bauphysik, Deutschland. Geleitet
wird das Projekt von einem aus Industrie- und Kapitalgebervertretern
zusammengesetzten Gremium.
Die Raumklima-Forschung brachte in den letzten Jahren eine
Menge Aufschluss über die direkten und indirekten Auswirkungen
der Luftfeuchte auf die Raumluftqualität. Man weiß
heute recht genau, innerhalb welcher Grenzen sich die relative
Luftfeuchte halten sollte und welche Folgen ein Über-
bzw. Unterschreiten dieser Grenzen hat.
Bauweise mitbestimmend
Feuchtegehalt und Temperatur charakterisieren den Zustand
der Raumluft. Die Feuchte ist nicht konstant, sondern unterliegt
im Tagesverlauf bei Veränderung der Feuchtigkeitserzeugung
trotz Lüftung schnellen Schwankungen. Der Rhythmus der
Veränderungen wird hauptsächlich durch menschliche
Aktivitäten bestimmt; im Hinblick auf die Qualität
der Raumluft und die Behaglichkeit wäre es jedoch wünschenswert,
die relative Luftfeuchte über möglichst lange Zeitabschnitte
im empfohlenen Bereich zu halten.
Die oben genannte Studie zeigt, dass auf die Schwankungen
der relativen Raumluftfeuchte durch vorübergehendes Speichern
von Feuchtigkeit in hygroskopischen, das heißt atmenden"
Baumaterialien Einfluss genommen werden kann. Material und
Konstruktionen können sogar eine stärkere dämpfende
Wirkung auf die Luftfeuchteschwankungen haben als sachgemäße
Lüftung. Die Konstruktionen spielen außerdem eine
wichtige Rolle im Hinblick auf gleichmäßige Raumlufttemperatur
innerhalb des gewünschten Bereichs. Unter diesem Blickwinkel
betrachtet wäre es angebracht, sowohl Feuchtigkeit bindende
und abgebende Werkstoffe als auch Wärme speichernde Konstruktionslösungen
einzusetzen.
Schimmelpilze gedeihen in feuchter Luft
Hohe relative Luftfeuchte (über 60 Prozent) im Verbund
mit relativ hoher Temperatur (über 25 °C) beeinträchtigt
erheblich die Behaglichkeit und das Gefühl reiner Luft
und Frische. Diese Erscheinung ist besonders im Sommer zu
beobachten: Die Haut Schlafender fühlen sich klebrig
an, weil kein ausreichendes Verdunsten des Schweißes
erfolgt. Sogar völlig reine Luft beginnt dann dumpfig
zu wirken.
Bakterien und Viren gedeihen sowohl bei niedriger als auch
bei hoher, Schimmelpilze und Staubmilben nur bei hoher relativer
Luftfeuchte. Infektionen der Atemwege nehmen bei trockener
Luft zu, allergische Reaktionen und Asthma bei feuchtem und
trockenem Klima.
Sachverständige:
Erkki Kokko, Bauphysik-Consulter, Rakennusneuvonta Kokko Ky
Pekka Nurro, Wood Focus Oy
Keijo Kolu, UPM-Kymmene Holzindustrie

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