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In dem zunehmenden Verschwimmen der Grenzen zwischen Produkten
und Dienstleistungen spiegelt sich die allgemeine Veränderung
des Kompetenzbedarfs und die Vernetzung der Unternehmen. Es
ist jedoch schwierig, diese Erscheinung an Hand von Statistiken
zu verfolgen, denn die Industriebetriebe mausern sich sozusagen
"von innen" zu Dienstleistern.
Die zunehmende Bedeutung der Dienstleistungen ist in den
westlichen Ländern seit langem ein zentraler Trend der
Wirtschaftsentwicklung. Das Wachstum wird sowohl in der Expansion
der herkömmlichen Dienstleistungsbereiche als auch in
der Erweiterung des Dienstleistungsgeschäfts der Industrieunternehmen
sichtbar.
Laut dem "Dienstleistungen 2020"-Projekt des Hauptverbands
der Finnischen Wirtschaft (EK) haben sich in den letzten 20
Jahren vor allem die Business-to-Business-Dienstleistungen
weltweit als eine der wachstumsstärksten, in kräftiger
Internationalisierung begriffenen Branchen erwiesen. Die wissensintensiven
Geschäftsdienstleistungen sind zum Kern des Wirtschaftswachstums
und der wirtschaftlichen Dynamik der Industrieländer
geworden.
Unternehmen konzentrieren sich auf Kernkompetenzen
"Wenngleich diverse Fremddienstleistungen seit langem
in Anspruch genommen werden, so begann die eigentliche Firmenvernetzungswelle
in Finnland doch erst in den 1990er Jahren", sagt Penna
Urrila, Volkswirt beim EK.
Die Unternehmen kaufen Dienstleistungen um sich auf ihre
eigene Kernkompetenz konzentrieren zu können. In einer
Papierfabrik gehört das Reinemachen, in einem Metallbetrieb
das Datenmanagement eben nicht zur Kernkompetenz.
"Am weitesten in dieser Entwicklung sind viele Unternehmen
der Technologieindustrie in der Elektronik und im Maschinenbau,
aber auch bei Dienstleistern findet man diese Erscheinung
ziemlich häufig", konstatiert Urrila.
Immer mehr Dienstleistungs-Jobs
Genaue prozentuelle Angaben über das Verschmelzen von
Dienstleistungen und Produkten oder das Outsourcing von Aktivitäten
und die Vernetzung von Unternehmen liegen nicht vor. Auch
die Berechnungsweise ist wegen der Unterschiede bei der statistischen
Erfassung unklar.
"Einen gewissen Begriff von diesem Trend vermittelt
zum Beispiel die Zahl der im Bereich Business-Dienstleistungen
Tätigen. In Finnland waren Mitte der 1970er Jahre in
diesem Segment etwas über 50 000 Leute beschäftigt;
Anfang der 1990er Jahre waren es reichliche 100 000 und im
Jahr 2004 schon fast 205 000", zählt Urrila auf.
Zu dem besagten Bereich zählt man neben den IT-Dienstleistungen
u.a. Reinigungsdienst, Immobilienpflege, Werbedienstleistungen,
Rechtsanwaltskanzleien und Ingenieurbüros.
"Es handelt sich um jene Unternehmen, in denen die betreffende
Branche der Hauptgeschäftsbereich ist; nicht mitgerechnet
wird also zum Beispiel die in einem Metallbetrieb tätige
Putzkolonne", präzisiert Urrila.
Interne Dienstleistungsbetriebe entstehen
Die Statistikprobleme und das Verschwimmen der Branchengrenzen
sind weitgehend eine Reflexion oder Folge des Wandels selbst.
Von Einfluss sind aber auch die in Industrieprodukte integrierten
Dienstleistungen.
"Als zum Produkt gehörend werden immer häufiger
zum Beispiel langfristige Wartungsverträge, Forschungs-
und Entwicklungsleistungen, Marketing, Consulting und Erledigung
rechtlicher Angelegenheiten verkauft. Der Anteil der Dienstleistungen
am Preis des Produkts kann somit sogar größer sein
als der des Produkts selbst."
Wie sich die Anteile berechnen hängt wiederum teilweise
davon ab, was alles man als Dienstleistung betrachtet und
ob diese in Eigenregie oder durch Ankauf erfolgt.
"Die Produkte werden immer technischer, und damit erfahren
ihre Planungs-, Entwicklungs- und Marketingkosten eine Betonung.
Viele Produzenten erbringen solche Dienstleistungen auch selbst,
und damit wird der Industriebetrieb allmählich von innen
heraus zum Dienstleistungsunternehmen", sinniert Urrila.


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