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Dienstleistungen und Produkte verschmelzen

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5.12.2005
 

 
 

In dem zunehmenden Verschwimmen der Grenzen zwischen Produkten und Dienstleistungen spiegelt sich die allgemeine Veränderung des Kompetenzbedarfs und die Vernetzung der Unternehmen. Es ist jedoch schwierig, diese Erscheinung an Hand von Statistiken zu verfolgen, denn die Industriebetriebe mausern sich sozusagen "von innen" zu Dienstleistern.

Die zunehmende Bedeutung der Dienstleistungen ist in den westlichen Ländern seit langem ein zentraler Trend der Wirtschaftsentwicklung. Das Wachstum wird sowohl in der Expansion der herkömmlichen Dienstleistungsbereiche als auch in der Erweiterung des Dienstleistungsgeschäfts der Industrieunternehmen sichtbar.

Laut dem "Dienstleistungen 2020"-Projekt des Hauptverbands der Finnischen Wirtschaft (EK) haben sich in den letzten 20 Jahren vor allem die Business-to-Business-Dienstleistungen weltweit als eine der wachstumsstärksten, in kräftiger Internationalisierung begriffenen Branchen erwiesen. Die wissensintensiven Geschäftsdienstleistungen sind zum Kern des Wirtschaftswachstums und der wirtschaftlichen Dynamik der Industrieländer geworden.

Unternehmen konzentrieren sich auf Kernkompetenzen

"Wenngleich diverse Fremddienstleistungen seit langem in Anspruch genommen werden, so begann die eigentliche Firmenvernetzungswelle in Finnland doch erst in den 1990er Jahren", sagt Penna Urrila, Volkswirt beim EK.

Die Unternehmen kaufen Dienstleistungen um sich auf ihre eigene Kernkompetenz konzentrieren zu können. In einer Papierfabrik gehört das Reinemachen, in einem Metallbetrieb das Datenmanagement eben nicht zur Kernkompetenz.

"Am weitesten in dieser Entwicklung sind viele Unternehmen der Technologieindustrie in der Elektronik und im Maschinenbau, aber auch bei Dienstleistern findet man diese Erscheinung ziemlich häufig", konstatiert Urrila.

Immer mehr Dienstleistungs-Jobs

Genaue prozentuelle Angaben über das Verschmelzen von Dienstleistungen und Produkten oder das Outsourcing von Aktivitäten und die Vernetzung von Unternehmen liegen nicht vor. Auch die Berechnungsweise ist wegen der Unterschiede bei der statistischen Erfassung unklar.

"Einen gewissen Begriff von diesem Trend vermittelt zum Beispiel die Zahl der im Bereich Business-Dienstleistungen Tätigen. In Finnland waren Mitte der 1970er Jahre in diesem Segment etwas über 50 000 Leute beschäftigt; Anfang der 1990er Jahre waren es reichliche 100 000 und im Jahr 2004 schon fast 205 000", zählt Urrila auf.

Zu dem besagten Bereich zählt man neben den IT-Dienstleistungen u.a. Reinigungsdienst, Immobilienpflege, Werbedienstleistungen, Rechtsanwaltskanzleien und Ingenieurbüros.

"Es handelt sich um jene Unternehmen, in denen die betreffende Branche der Hauptgeschäftsbereich ist; nicht mitgerechnet wird also zum Beispiel die in einem Metallbetrieb tätige Putzkolonne", präzisiert Urrila.

Interne Dienstleistungsbetriebe entstehen

Die Statistikprobleme und das Verschwimmen der Branchengrenzen sind weitgehend eine Reflexion oder Folge des Wandels selbst. Von Einfluss sind aber auch die in Industrieprodukte integrierten Dienstleistungen.

"Als zum Produkt gehörend werden immer häufiger zum Beispiel langfristige Wartungsverträge, Forschungs- und Entwicklungsleistungen, Marketing, Consulting und Erledigung rechtlicher Angelegenheiten verkauft. Der Anteil der Dienstleistungen am Preis des Produkts kann somit sogar größer sein als der des Produkts selbst."

Wie sich die Anteile berechnen hängt wiederum teilweise davon ab, was alles man als Dienstleistung betrachtet und ob diese in Eigenregie oder durch Ankauf erfolgt.

"Die Produkte werden immer technischer, und damit erfahren ihre Planungs-, Entwicklungs- und Marketingkosten eine Betonung. Viele Produzenten erbringen solche Dienstleistungen auch selbst, und damit wird der Industriebetrieb allmählich von innen heraus zum Dienstleistungsunternehmen", sinniert Urrila.



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Zu den klarsten Beispielen von Vernetzung gehört der Ankauf von IT-, Immobilien- und Reinigungsdienstleistungen.

 

 
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