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Tornio erhält größtes Nirosta-Werk der Welt

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19.2.2003
 

 
 

Das Stahlwerk Tornio der zum Outokumpu-Konzern gehörenden Firma AvestaPolarit wird Ende 2004 nach Abschluss eines fast eine Milliarde Euro kostenden Erweiterungsprojektes und Inbetriebnahme der gesamten Kapazität weltweit der größte Edelstahl produzierende Betrieb sein. Die Stahlschmelzerei und das Warmwalzwerk verfügen dann über eine Jahreskapazität von 1,7 Mio. Tonnen, das Kaltwalzwerk kommt auf 1,2 Mio. Tonnen.

AvestaPolarit ist auf die Herstellung von Stahlprodukten spezialisiert und bildet einen der Hauptgeschäftsbereiche des Outokumpu-Konzerns. Der Umsatz im Jahr 2001 betrug 3 Mrd. Euro. Außer Tornio in Finnland sind auch Schweden und Großbritannien Standorte bedeutender Bandstahl-Betriebe des Unternehmens. Die AvestaPolarit verfügt in der Branche über das breiteste Sortiment. Sie baut Chromerz ab und gewinnt daraus Ferrochrom als Rohstoff für die Stahlproduktion, liefert darüber hinaus aber auch eine Reihe anderer Stahlerzeugnisse wie zum Beispiel warmgewalzte Bleche, Langprodukte, Rohre und Rohrformteile sowie Schweißprodukte. Von den 9000 Beschäftigten des Unternehmens sind 2 500 in Finnland tätig. Im Zuge der gegenwärtig laufenden Erweiterung entstehen im Werk 320, unter Einbeziehung der Zulieferer in der Region insgesamt etwa 900 neue Arbeitsplätze.

Die Werke Tornio umfassen ein Ferrochromwerk und ein Stahlwerk. Im Ersteren wird aus Chromkonzentrat aus der Grube Kemi, der einzigen ihrer Art im EU-Raum, Ferrochrom - eine Chrom-Stahl-Legierung - hergestellt. Das schmelzflüssige Ferrochrom wird unmittelbar in die Schmelzerei des integrierten Stahlwerks gebracht und zusammen mit Eisenschrott, Nickel oder anderen Rohstoffen zu Stahlbrammen gegossen. Auf der Warmwalzstraße erfolgt die Verarbeitung der etwa 14 Meter langen Brammen zu Warmband. Eine Bramme kann dabei bis zu 1 km Warmband ergeben, das dann auf der Kaltwalzstraße in zahlreichen Arbeitsgängen auf etwa 4 km Länge ausgewalzt wird.

Stahl wird immer wieder recycelt

Im Ferrochrom- und Stahlwerk Tornio wurde dank einer einzigartigen, voll integrierten Produktionskette ein hohes Maß an Kosteneffizienz erreicht. Ferrochrom ist neben Stahlschrott und Nickel der wichtigste Rohstoff für Nirosta.

Recycling ist ein wesentlicher Faktor in der Tätigkeit der Werke Tornio, denn 60 Prozent des eingesetzten Rohstoffs bestehen aus Eisenschrott, und der hergestellte Edelstahl kann immer und immer wieder recycelt werden. Von den Gesamtkosten der gegenwärtig laufenden Ausbaustufe entfallen 70 Mio. Euro auf Umweltschutzinvestitionen. Zur Verringerung der Staubemissionen beim Schmelzprozess wurden drei neue Filteranlagen installiert. Dazu kommen neue geschlossene Abwasserleitungen mit Kreislaufführung und im Walzwerk eine zweite Neutralisierungsanlage, eine dritte Regenerieranlage sowie Gaswaschanlagen.

Laut Vorausangaben vom 30. Januar kam der Outokumpu-Konzern im Jahr 2002 auf einen Umsatz von 5,558 Mrd. Euro (Vorjahr: 5,324 Mrd. Euro) und auf ein Betriebsergebnis von 267 Mio. Euro (183 Mio. Euro). Obgleich die Rentabilität im zweiten Halbjahr schlechter als erwartet war, fiel der Gewinn im Rechnungsjahr dennoch erheblich besser aus als im Vorjahr.

 

Sonstige links:

>> www.outokumpu.com

>> Menschen schaffen Qualität (19.2.2003)

 

 
 


Die neue Ofenanlage der Werke Tornio ist der weltweit größte Lichtbogenofen zum Schmelzen von Edelstahl. Er hat einen Durchmesser von fast acht Metern, und zwischen den 700-mm-Graphitelektroden im Zentrum und der Beschickung zucken bei Volllast Blitze von fast einem halben Meter Länge. Die entwickelte Hitze bringt innerhalb einer knappen Stunde 140 Tonnen Metall zum Schmelzen, und der Ofen verbraucht dabei eine Energiemenge, die dem Jahresbedarf von fünf voll elektrifizierten Einfamilienhäusern entspricht.

 

 
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