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RFID-Tags finden zunehmend Eingang
Stop für gefälschte Medikamente

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12.2.2007
 

 
 

Eine Lösung für das wachsende Problem der Medikamentenfälschung bietet die mit Radiofrequenzen arbeitende RFID-Technik. Die Firmen Orion und Stora Enso haben im Frühjahr mit RFID-Tags versehene Arzneimittelpackungen getestet - mit gutem Erfolg.

Orion Pharma und Stora Enso lieferten im März-April an finnische und estnische Apotheken Arzneipackungen mit individueller Kennung.

"In Europa war dies der erste Test, in dem mit Kennungen versehene Packungen über die gesamte Lieferkette angefangen vom Medikamenten- und Verpackungshersteller bis hin zum Grossisten und zur Apotheke unter echten Bedingungen verfolgt werden konnten", berichtet Kirsi Viskari, bei Stora Enso verantwortlich für intelligente Verpackungen.

Der auch internationale Beachtung gefundene Versuch brachte ausschließlich positive Reaktionen, sowohl seitens der Apotheken als auch der Verbraucher.

Produkt der Zukunft

Der Versuch diente zur Vorbereitung auf zukünftige Herausforderungen. Als deren bedeutendste gilt die Unterbindung von Arzneifälschungen, die ein weltweites und vor allem in den USA sowie in China und Indien wachsendes Problem bilden. Nach WHO-Schätzungen ist im Schnitt jedes zehnte Medikament eine Falsifikat. Der Handel mit gefälschten Pharmaka beläuft sich auf über 25 Mrd. Euro im Jahr.

"In Finnland haben wir da einen außerordentlich hohen Sicherheitsgrad. Fälschungen finden sich hauptsächlich nur bei übers Internet gekauften und aus dem Ausland im Handgepäck mitgebrachten Arzneimitteln. Es kann sich dabei um Placebos handeln, sie können aber auch schädliche Stoffe enthalten. Wir stehen da also vor einem ziemlichen Problem", betont Kirsi Viskari.

Es gibt Anzeichen dafür, dass in den USA zumindest für bestimmte Arzneimittel Kennungspflicht eingeführt wird. Mit RFID wird, soweit bekannt, in der Pharmaindustrie bisher nur ein einziges Produkt ausgestattet.

"Wir sind nun in der Lage, das System jederzeit einzuführen", versichert Tuula Laitinen, Leiterin Kommunikation bei Orion.

RFID bringt zahlreiche Vorteile

Das mit Radiofrequenz- und anderen entsprechenden Kennungstechniken arbeitende PackAgent-Datensystem von Stora Enso basiert darauf, dass von den Produkten oder Verpackungen eine individuelle Kennung abgelesen und zur Sicherung der Herkunft an Hersteller-Daten verglichen wird. Außerdem wird der Punkt der Lieferkette, an dem das Produkt bzw. die Verpackung identifiziert wurde, vermerkt.

"An Hand der Kennung kann das Medikament zurückverfolgt, identifiziert und auf Echtheit geprüft werden. Sie ermöglicht ein individuelles Verfolgen der Verbraucherpackung und die Sicherstellung des richtigen Lieferwegs vom Hersteller zum Einzelhändler. Die Packung kann außerdem identifiziert werden, ohne dass die Kennung sichtbar ist. Auch können mehrere Packungen gleichzeitig identifiziert werden, was in logistischer Hinsicht nützlich ist", zählt Viskari die Vorteile auf.

In dem Versuch wurde auch eine Rückrufaktion getestet. Rückruf kommt in der Pharmaindustrie in Frage, wenn ein Posten Qualitätsmängel aufweist, eine Fälschung vorliegt oder - im schlimmsten Fall - wenn das Medikament so starke Schadwirkungen hat, dass es aus dem Handel genommen werden muss.

"In dem Test konnten gekennzeichnete ´fehlerhafte Produkte´ sehr kosteneffizient und innerhalb kürzester Zeit aus dem Verkauf gezogen werden", bestätigt Tuula Laitinen.

RFID in Kürze

- FID (Radio Frequency Identification) bedeutet Identifizierung von Objekten mit Hilfe von Radiofrequenzen.
- Das RFID-System umfasst einen Tag (eine Art Etikett), ein Lesegerät und ein Steuerungssystem.
- Die Vorrichtung reagiert automatisch auf die Kennung und speichert bzw. vermittelt die Informationen weiter.
- In der Praxis besteht RFID aus einem Silizium-Mikrochip mit Antenne.
- Bei Bedarf kann der Tag so klein gestaltet sein, dass er mit bloßem Auge nicht wahrnehmbar ist.

 



>> www.storaenso.com
>> www.orion.fi

 

 
 


In dem von Orion Pharma und Stora Enso durchgeführten Test wurde jede Arzneipackung mit einem individuellen Tag versehen.

 

 
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