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Eine Lösung für das wachsende Problem der Medikamentenfälschung
bietet die mit Radiofrequenzen arbeitende RFID-Technik. Die
Firmen Orion und Stora Enso haben im Frühjahr mit RFID-Tags
versehene Arzneimittelpackungen getestet - mit gutem Erfolg.
Orion Pharma und Stora Enso lieferten im März-April
an finnische und estnische Apotheken Arzneipackungen mit individueller
Kennung.
"In Europa war dies der erste Test, in dem mit Kennungen
versehene Packungen über die gesamte Lieferkette angefangen
vom Medikamenten- und Verpackungshersteller bis hin zum Grossisten
und zur Apotheke unter echten Bedingungen verfolgt werden
konnten", berichtet Kirsi Viskari, bei Stora Enso
verantwortlich für intelligente Verpackungen.
Der auch internationale Beachtung gefundene Versuch brachte
ausschließlich positive Reaktionen, sowohl seitens der
Apotheken als auch der Verbraucher.
Produkt der Zukunft
Der Versuch diente zur Vorbereitung auf zukünftige Herausforderungen.
Als deren bedeutendste gilt die Unterbindung von Arzneifälschungen,
die ein weltweites und vor allem in den USA sowie in China
und Indien wachsendes Problem bilden. Nach WHO-Schätzungen
ist im Schnitt jedes zehnte Medikament eine Falsifikat. Der
Handel mit gefälschten Pharmaka beläuft sich auf
über 25 Mrd. Euro im Jahr.
"In Finnland haben wir da einen außerordentlich
hohen Sicherheitsgrad. Fälschungen finden sich hauptsächlich
nur bei übers Internet gekauften und aus dem Ausland
im Handgepäck mitgebrachten Arzneimitteln. Es kann sich
dabei um Placebos handeln, sie können aber auch schädliche
Stoffe enthalten. Wir stehen da also vor einem ziemlichen
Problem", betont Kirsi Viskari.
Es gibt Anzeichen dafür, dass in den USA zumindest für
bestimmte Arzneimittel Kennungspflicht eingeführt wird.
Mit RFID wird, soweit bekannt, in der Pharmaindustrie bisher
nur ein einziges Produkt ausgestattet.
"Wir sind nun in der Lage, das System jederzeit einzuführen",
versichert Tuula Laitinen, Leiterin Kommunikation bei
Orion.
RFID bringt zahlreiche Vorteile
Das mit Radiofrequenz- und anderen entsprechenden Kennungstechniken
arbeitende PackAgent-Datensystem von Stora Enso basiert darauf,
dass von den Produkten oder Verpackungen eine individuelle
Kennung abgelesen und zur Sicherung der Herkunft an Hersteller-Daten
verglichen wird. Außerdem wird der Punkt der Lieferkette,
an dem das Produkt bzw. die Verpackung identifiziert wurde,
vermerkt.
"An Hand der Kennung kann das Medikament zurückverfolgt,
identifiziert und auf Echtheit geprüft werden. Sie ermöglicht
ein individuelles Verfolgen der Verbraucherpackung und die
Sicherstellung des richtigen Lieferwegs vom Hersteller zum
Einzelhändler. Die Packung kann außerdem identifiziert
werden, ohne dass die Kennung sichtbar ist. Auch können
mehrere Packungen gleichzeitig identifiziert werden, was in
logistischer Hinsicht nützlich ist", zählt
Viskari die Vorteile auf.
In dem Versuch wurde auch eine Rückrufaktion getestet.
Rückruf kommt in der Pharmaindustrie in Frage, wenn ein
Posten Qualitätsmängel aufweist, eine Fälschung
vorliegt oder - im schlimmsten Fall - wenn das Medikament
so starke Schadwirkungen hat, dass es aus dem Handel genommen
werden muss.
"In dem Test konnten gekennzeichnete ´fehlerhafte
Produkte´ sehr kosteneffizient und innerhalb kürzester
Zeit aus dem Verkauf gezogen werden", bestätigt
Tuula Laitinen.
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RFID in Kürze
- FID (Radio Frequency Identification) bedeutet Identifizierung
von Objekten mit Hilfe von Radiofrequenzen.
- Das RFID-System umfasst einen Tag (eine Art Etikett),
ein Lesegerät und ein Steuerungssystem.
- Die Vorrichtung reagiert automatisch auf die Kennung
und speichert bzw. vermittelt die Informationen weiter.
- In der Praxis besteht RFID aus einem Silizium-Mikrochip
mit Antenne.
- Bei Bedarf kann der Tag so klein gestaltet sein, dass
er mit bloßem Auge nicht wahrnehmbar ist.
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>>
www.storaenso.com
>> www.orion.fi
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