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Individuell konzipierte Etagenhäuser im Kommen
Open Building bietet Gestaltungsvielfalt

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26.1.2005
 

 
 

In dem im kommenden Januar bezugsfertigen Etagenhaus in der Arabianranta in Helsinki ist jedes Geschoss, jede Wohnung anders. Das von dem Architekten Esko Kahri inspirierte Open Building-Modell bietet den Bewohnern eine ganze Welt von Möglichkeiten: Sie können schon bei der Planung ihres neuen Heims individuelle Auswahlen treffen gewünschte Lösungen bestellen.

Die grundlegende Ideologie dieses "offenen Bauens" geht auf den holländischen Professor John Habraken zurück. In Finnland wurde dieses Baukonzept von dem Architekturbüro ARK Oy Kahri & Co in Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Esko Enkovaara der Firma Tietotalo Tocoman seit Anfang der 90er Jahre in mehreren Projekten weiterentwickelt.

Der entscheidende Schritt wurde getan als Kahri und Enkovaara der Baufirma SATO Rakennuttaja die Teilnahme an einem Technologiewettbewerb im Jahr 2000 vorschlugen. Nach dem Sieg, im Jahr 2001, gründete man dann die auf Open Building-Dienstleistungen spezialisierte Firma PlusKoti.

"Die integrierten Archtitekten- und Tietotalo-Leistungen zusammen mit der Datenmodellierung der Pläne erlaubten nun das Management einer sehr breiten Auswahl sowohl im Kundendienst wie auch beim Bauen", schildert Esko Kahri.

"Das Konzept wurde bereits auf mehreren internationalen Kongressen vorgestellt und hat u.a. in Schweden und Dänemark großes Interesse erregt. Gegenwärtig laufen Voruntersuchungen für ein EU-Projekt, an dem fünf bis sechs Länder teilnehmen würden. Auch der Vater der Idee hat uns Dank und Beifall gespendet."

Schale und Herz getrennt

Das Open Building-Konzept ermöglicht von den zukünftigen Bewohnern selbst geplante individuelle Wohnungen zu einem erschwinglichen Preis. Der Bauprozess gliedert sich in zwei Phasen: Gebäudehülle und Inneres, d.h. "Schale und Herz", die möglichst unabhängig voneinander organisiert sind.

Das Konzept basiert auf der Schaffung alternativer Wohnungsgrundrisse in einem Gebäudekörper, in dem übereinander liegende Wohnungen nicht identisch zu sein brauchen, und der auch eine sehr individuelle äußere Gestaltung zulässt. Geboten werden neben einer großen Auswahl an Wohnungen auch breite Inneneinrichtungs- und Materialpaletten. Der gesamte Prozess wird über einen Internet-Service abgewickelt.

"Bei der Reservierung einer Wohnung in einem Neubau bekommen die zukünftigen Bewohner ein Passwort, das ihnen die Welt der Möglichkeiten öffnet. Geboten wird eine große Zahl verschiedener Wohnungsgrundrisse, Wand- Fenster- und Balkonalternativen und eine breite Palette von Werkstoffen und Extras. Und beim Testen seiner gewählten Lösungen im Internet sieht der Bewohner auch gleich, was sie kosten", erläutert Esko Kahri.

Ausgangspunkt dieses vielgestaltigen Bauens ist ein differenzierte Wohnungen zulassendes Gebäudeskelett, und als bestes Modell hat sich da die von Finnmap Consulting entwickelte Stahlkonstruktion erwiesen. Sie ist aus Großelemente schnell zu errichten, wobei die Außenwände als tragende Elemente ausgeführt sind und als Trennwände zwischen den Wohnungen größtenteils vorzüglich schallisolierende nichttragende Wände mit Stahlrahmen dienen.

Ein Modell, das Verbreitung findet

Das Open Building-Konzept basiert auf zentralen Arbeitsprinzipien der entwickelten auftragsgesteuerten Industrie, was an alle am Bauprozess Beteiligten gewisse Anforderungen stellt. Verlangt werden Kenntnisse in Vertragstechnik, Informationstechnologie und Logistik.

"Die Anwendung entwickelter Informationstechnologie im Verwirklichungsprozess setzt auch beim Informationssystem und Personal der Baufirma die Fähigkeit voraus, die von der 3D-Datenmodellierung geschaffene Information zu nutzen", unterstreicht Esko Enkovaara von der Firma Tietotalo Tocoman.

Bezüglich Kosteneffizienz und Wirtschaftlichkeit lassen sich mit diesem Modell mit Zunahme der Planungsqualität und des vom Kunden empfundenen Wertes erhebliche Fortschritte erzielen. Neben dem im Januar fertigzustellenden Objekt laufen bereits zwei neue Projekte an. Zukünftig sollen jährlich drei bis vier auf dem Open Building-Konzept basierende neue PlusKoti-Gebäude in Angriff genommen werden.

"PlusKoti verkörpert gegenwärtig das vielleicht entwickeltste Arbeitsmodell in der Bauindustrie, das wahrscheinlich auch stärkere Verbreitung in der Branche finden wird", meint Esko Enkovaara.

CASA HUMANA 2004

Der Architekt Esko Kahri wurde 2004 für seine langjährige und bahnbrechende Planungs- und Lehrtätigkeit mit dem Casa Humana-Preis der Genossenschaft Finnische Wohnungsmesse ausgezeichnet. Thema war diesmal die Berücksichtigung der verschiedenen Lebensabschnitte des Menschen beim Wohnen und den damit verbundenen Lösungen.

Sonstige links:

>> www.pluskoti.com
>> www.tocoman.fi

 

 
 


Diese Zweizimmerwohnung gibt es in mehreren Varianten. Allen gemeinsam sind vielfältige Gestaltbarkeit, große Fenster und Lichtfülle.

 

 
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