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In dem im kommenden Januar bezugsfertigen Etagenhaus in
der Arabianranta in Helsinki ist jedes Geschoss, jede Wohnung
anders. Das von dem Architekten Esko Kahri inspirierte Open
Building-Modell bietet den Bewohnern eine ganze Welt von Möglichkeiten:
Sie können schon bei der Planung ihres neuen Heims individuelle
Auswahlen treffen gewünschte Lösungen bestellen.
Die grundlegende Ideologie dieses "offenen Bauens"
geht auf den holländischen Professor John Habraken zurück.
In Finnland wurde dieses Baukonzept von dem Architekturbüro
ARK Oy Kahri & Co in Zusammenarbeit mit Geschäftsführer
Esko Enkovaara der Firma Tietotalo Tocoman seit Anfang der
90er Jahre in mehreren Projekten weiterentwickelt.
Der entscheidende Schritt wurde getan als Kahri und Enkovaara
der Baufirma SATO Rakennuttaja die Teilnahme an einem Technologiewettbewerb
im Jahr 2000 vorschlugen. Nach dem Sieg, im Jahr 2001, gründete
man dann die auf Open Building-Dienstleistungen spezialisierte
Firma PlusKoti.
"Die integrierten Archtitekten- und Tietotalo-Leistungen
zusammen mit der Datenmodellierung der Pläne erlaubten
nun das Management einer sehr breiten Auswahl sowohl im Kundendienst
wie auch beim Bauen", schildert Esko Kahri.
"Das Konzept wurde bereits auf mehreren internationalen
Kongressen vorgestellt und hat u.a. in Schweden und Dänemark
großes Interesse erregt. Gegenwärtig laufen Voruntersuchungen
für ein EU-Projekt, an dem fünf bis sechs Länder
teilnehmen würden. Auch der Vater der Idee hat uns Dank
und Beifall gespendet."
Schale und Herz getrennt
Das Open Building-Konzept ermöglicht von den zukünftigen
Bewohnern selbst geplante individuelle Wohnungen zu einem
erschwinglichen Preis. Der Bauprozess gliedert sich in zwei
Phasen: Gebäudehülle und Inneres, d.h. "Schale
und Herz", die möglichst unabhängig voneinander
organisiert sind.
Das Konzept basiert auf der Schaffung alternativer Wohnungsgrundrisse
in einem Gebäudekörper, in dem übereinander
liegende Wohnungen nicht identisch zu sein brauchen, und der
auch eine sehr individuelle äußere Gestaltung zulässt.
Geboten werden neben einer großen Auswahl an Wohnungen
auch breite Inneneinrichtungs- und Materialpaletten. Der gesamte
Prozess wird über einen Internet-Service abgewickelt.
"Bei der Reservierung einer Wohnung in einem Neubau
bekommen die zukünftigen Bewohner ein Passwort, das ihnen
die Welt der Möglichkeiten öffnet. Geboten wird
eine große Zahl verschiedener Wohnungsgrundrisse, Wand-
Fenster- und Balkonalternativen und eine breite Palette von
Werkstoffen und Extras. Und beim Testen seiner gewählten
Lösungen im Internet sieht der Bewohner auch gleich,
was sie kosten", erläutert Esko Kahri.
Ausgangspunkt dieses vielgestaltigen Bauens ist ein differenzierte
Wohnungen zulassendes Gebäudeskelett, und als bestes
Modell hat sich da die von Finnmap Consulting entwickelte
Stahlkonstruktion erwiesen. Sie ist aus Großelemente
schnell zu errichten, wobei die Außenwände als
tragende Elemente ausgeführt sind und als Trennwände
zwischen den Wohnungen größtenteils vorzüglich
schallisolierende nichttragende Wände mit Stahlrahmen
dienen.
Ein Modell, das Verbreitung findet
Das Open Building-Konzept basiert auf zentralen Arbeitsprinzipien
der entwickelten auftragsgesteuerten Industrie, was an alle
am Bauprozess Beteiligten gewisse Anforderungen stellt. Verlangt
werden Kenntnisse in Vertragstechnik, Informationstechnologie
und Logistik.
"Die Anwendung entwickelter Informationstechnologie
im Verwirklichungsprozess setzt auch beim Informationssystem
und Personal der Baufirma die Fähigkeit voraus, die von
der 3D-Datenmodellierung geschaffene Information zu nutzen",
unterstreicht Esko Enkovaara von der Firma Tietotalo Tocoman.
Bezüglich Kosteneffizienz und Wirtschaftlichkeit lassen
sich mit diesem Modell mit Zunahme der Planungsqualität
und des vom Kunden empfundenen Wertes erhebliche Fortschritte
erzielen. Neben dem im Januar fertigzustellenden Objekt laufen
bereits zwei neue Projekte an. Zukünftig sollen jährlich
drei bis vier auf dem Open Building-Konzept basierende neue
PlusKoti-Gebäude in Angriff genommen werden.
"PlusKoti verkörpert gegenwärtig das vielleicht
entwickeltste Arbeitsmodell in der Bauindustrie, das wahrscheinlich
auch stärkere Verbreitung in der Branche finden wird",
meint Esko Enkovaara.
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CASA HUMANA 2004
Der Architekt Esko Kahri wurde 2004 für seine langjährige
und bahnbrechende Planungs- und Lehrtätigkeit mit
dem Casa Humana-Preis der Genossenschaft Finnische Wohnungsmesse
ausgezeichnet. Thema war diesmal die Berücksichtigung
der verschiedenen Lebensabschnitte des Menschen beim
Wohnen und den damit verbundenen Lösungen.
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>>
www.pluskoti.com
>> www.tocoman.fi
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