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"Schnupperwagen" misst Straßenstaub im Fahren

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25.10.2005
 

 
 

Ein mobiles Messlabor erschnuppert in der City von Helsinki im Verkehrsstrom die Staubmengen der Luft. Aus der hinter dem linken Hinterrad gesammelten Probe ist ersichtlich, wann eine Straßenwäsche angezeigt ist.

In der Fachhochschule Helsinki (Stadia) wurde für mobile Messungen ein Schnupperauto (finn. Nuuskija-auto) konstruiert und gebaut. Der Wagen stellt eine wirklich flotte Alternative zu den stationären Messstationen dar. Mit diesem beweglichen Labor gelangen die Messvorrichtungen schnell und leicht jeweils dorthin, wo die Emissionen entstehen.

"Mit dem Wagen kommen wir direkt an die Staubquellen, d.h. die Messungen können unter echten Verkehrsbedingungen erfolgen. Der vom Autorad aufgewirbelte Straßenstaub wird etwa 15 cm über Grund erfasst, und da erhält man natürlich bedeutend größere Messwerte als in den längs der Straßen befindlichen festen Stationen", erläutert Dozentin und Projektleiterin Liisa Pirjola.

Weniger Emissionen durch Straßenwäsche

Der Schnupperwagen erfasst den Gesamtgehalt an Feinstaub und dessen Korngrößenverteilung, aber auch Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und Stickoxide. Eine Wetterstation auf dem Wagendach registriert die meteorologischen Daten, die Fahrgeschwindigkeit und die Ortskoordinaten. Bei Bedarf werden die Fahrsituationen mit einer Web-Kamera festgehalten.

Seit April dieses Jahres wurden im Zentrum von Helsinki die Straßenstaubemissionen mehrmals wöchentlich gemessen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die vom Verkehr aufgewirbelten Staubmengen nach erfolgter Straßenreinigung radikal verringern.

"Mit Beseitigung des winterlichen Streusandes und dem Waschen der Straßen gingen die Schadstoffkonzentrationen auf ein Fünftel ihres ursprünglichen Wertes zurück", bestätigt Frau Pirjola.

Jede Menge Interessenten

Für Direktmessung des vom Verkehr aufgewirbelten Staubs besteht Nachfrage im In- wie im Ausland. "Das für den Schnupperwagen entwickelte und gebaute Stauberfassungssystem ist fast einmalig in der Welt, lediglich in den USA gibt es ein ähnliches Konzept", erläutert Liisa Pirjola.

Interessiert an solchen Straßenstaub-Messergebnissen sind zum Beispiel Forschungsinstitute, für Umweltangelegenheiten, Straßenunterhalt und Glättebekämpfung zuständige Behörden, Straßenreinigungsgerät verkaufende und benutzende Unternehmen sowie Firmen der Auto- und Reifenbranche.

"Die Feinstaubemissionen haben erhebliche gesundheitschädliche Wirkung. Es liegen Schätzungen vor, nach denen in Europa jährlich Hunderttausende Menschen wegen Feinstaubeinwirkung vorzeitig sterben", konstatiert Liisa Pirjola abschließend.

Feinstaub - ein Gesundheitsrisiko

  • Der vom Verkehr verursachte Feinstaub, aus vielen Quellen stammend aus geringer Höhe in die Luft gewirbelt, bedeutet ein ernstes Gesundheitsrisiko.

  • Die Atemluft kann große Mengen frischen Feinstaub enthalten, der tief in die Lungenbläschen eindringt.

  • Neben der Nahexposition werden die Menschen auch oft aus großen Entfernungen angewehten Partikeln ausgesetzt.

  • Mit der Untersuchung der gesundheitlichen Auswirkungen von Feinstaub wurde in den 1990er Jahren begonnen.

  • Epidemiologische Untersuchungen zeigen, dass infolge Feinstaubeinwirkung die Lungen-, Herz- und Allergiesymptome zugenommen haben.

 

Sonstige links:

>> www.stadia.fi

 

 
 


Das mobile Messlabor fährt zum Einsatz.

 

 
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