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Zweite Revolution im E-Banking
Unternehmen gehen zur E-Fakturierung über

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7.12.2005
 

 
 

Finnland als weltführendes Land im E-Banking erlebt da gerade seine zweite Revolution. Schon nach dem ersten Umbruch erledigten fast alle Finnen ihre Bankangelegenheiten weitgehend übers Internet, jetzt sind wieder die Unternehmen am Zug und führen die elektronische Rechnungsstellung ein.

In dieser zweiten Revolution ist von E-Unterschriften, E-Zahlung in Echtzeit und ganz besonders auch von der Benutzung der Internetbanken zur Übermittlung von E-Rechnungen die Rede. Finnlands größte Internetbank - Nordea - lancierte im Inland vor einem Jahr ein E-Fakturierungskonzept, dessen sich heute schon fast 25 000 Firmen bedienen, und ihre Zahl wächst ständig.

"Dank unserer Internetbanken trifft man sonst nirgends in der Welt auf so viel Routine im und so viel Vertrauen in den elektronischen Zahlungsverkehr wie in Finnland. Nirgends sonst wurden globale Standards so einheitlich eingeführt, und nirgends sonst ist man in der E-Fakturierung so weit wie bei uns", erklärt Bo Harald, stellvertretender Geschäftsführer.

Harald spricht von einer echten Sensation, die Finnland ins Licht der Weltöffentlichkeit rückt und eine gute Grundlage auch für den Export von Consulting und IT-Anwendungen schafft.

Diese Entwicklung hat starke internationale Aufmerksamkeit erregt. "In der Europäischen Union und der Europäischen Zentralbank ist man höchst interessiert an der Sache. Wir bekommen wöchentlich Besuch von Bank- und anderen Delegationen", berichtet Harald.

Rechnung ins Netz, Holz nach China

Die Auswirkungen der zunehmend freieren Weltwirtschaft auf die Wettbewerbslage von Unternehmen und Staaten sind inzwischen sehr klar zutage getreten. Nur proaktive Maßnahmen zur Senkung des Kostenniveaus und ständige Entwicklungsarbeit zur Erzeugung von Mehrwert garantieren heute Erfolg", stellt der Banker klar.

"Verständnis der elektronischen Prozesse ist hoch wichtig, wenn es um die Wettbewerbsfähigkeit Finnlands geht. Wir haben jetzt Konzepte in der Hand, mit denen wir auf neuartige Weise Kosten einsparen und die Produktivität und Qualität und vor allem auch den Kundendienst verbessern können."

Als Massenmarktlösung stellt die E-Fakturierung, so Harald, gegenwärtig wahrscheinlich den bedeutendsten in Sicht befindlichen Kostensparfaktor sowohl in Unternehmen wie auch im öffentlichen Sektor dar. So verursacht zum Beispiel in Finnland die Bearbeitung der jährlich fast vier Millionen Papierrechnungen in den staatlichen Ämtern Kosten von rund 120 Mio. Euro, setzt man die Kosten der Einzelrechnung mit durchschnittlich 30 Euro an.

Herkömmliche Rechnungen bedeuten auch eine erhebliche Umweltbelastung. Um in Europa 20 Milliarden Papierrechnungen verschicken zu können, müssen 10 bis 16 Millionen Bäume gefällt und in die Fabriken transportiert werden. Dort werden daraus 400 000 Tonnen Papier hergestellt, die dann weiter in Druckereien und schließlich zur Post befördert werden müssen.

"Das alles ist völlig unnötig. Für Europa fällt die Handelsbilanz günstiger aus, wenn dieses Papier nach China, wo satte Nachfrage dafür besteht, exportiert wird", meint Harald lächelnd.

E-Fakturierung - patriotisches Handeln

Harald zitiert Esko Aho, den Präsidenten des Nationalen Fonds für Forschung und Entwicklung (Sitra): "Hoher Vernetzungsgrad der Wirtschaft ist ein enormer Wettbewerbsvorteil. Finnland war als Entwickler von Technologie Weltspitze. Nun ist es an der Zeit, auch in der Technologienutzung den Weltmeistertitel zu holen."

"Die grenzenlosen Märkte werden eine schnelle Elektronisierung erfahren. Was gestern - wegen zu teurer Technologie - nicht machbar war, ist heute die einzige Möglichkeit", fügt Harald hinzu.

In der vernetzten Wirtschaft bedienen sich die Unternehmen im Geschäft elektronischer Mittel, und auch der öffentliche Sektor zieht da mit. Die Umstellung kann rasch erfolgen, weil ja die E-Fakturierung auf einem fertigen europäischen Standard basiert und von kleinen Unternehmen keinerlei Investitionen erfordert. "In der EU brauchen 15 Millionen Unternehmen diesen Service", rechnet Harald vor.

In Finnland, meint Harald, ist E-Fakturierung geradezu eine patriotische Pflicht. Demjenigen, der ihm auch nur einen Grund, nicht zu E-Rechnungen überzugehen, nennt, will der Bankdirektor eine Flasche Champagner spendieren.



 

 
 


Fast jeder Finne erledigt seine Bankangelegenheiten übers Internet.

 

 
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