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Die Nanotechnologie wird oft mit dem Siegeszug der IT
verglichen. "Daraus könnte sich durchaus eine revolutionierende
Branche entwickeln, aber warten wir ab. Auf jeden Fall handelt
es sich dabei um eine bedeutsame neue Technologie", meint
Professor Päivi Törmä vom Nanoscience Center.
Die Professorin warnt davor, unrealistische Hoffnungen in
die Kommerzialisierung der Nanotechnologien zu setzen - trotz
deren gewaltigen Potentials. "Zu hohe Erwartungen und
Seifenblasen sollte man tunlichst vermeiden."
Ein weiter Weg
Von der Nanotechnologie erhofft man sich Verbesserungen zum
Beispiel bei Werkstoffen, Elektronik und der Entwicklung von
Medikamenten. Produkte sind angefangen von der Verbrauchselektronik
bis hin zu Baustoffen, Textilien und neuen Arzneimitteln zu
erwarten. Die Nanotechnologie deckt ein sehr weites Feld.
"Einige Anwendungen sind bereits auf dem Markt; auf
Produkte vieler Bereiche der Nanowissenschaft müssen
wir aber noch lange warten", gibt Frau Törmä
zu bedenken. "In vielen Technologiebereichen dauert die
Entwicklung von den im Forschungslabor erarbeiteten wissenschaftlichen
Grundlagen bis zum Gewinn bringenden Produkt an die 20 Jahre."
Alle Nanowissenschaften unter einem Dach
Jyväskylä gilt als Mekka der finnischen Nanoforschung.
Im Nanoscience Center (NSC) der Universität mit seinen
neuen Forschungslabors und seinem Unternehmensinkubator sind
zehn Professoren und an die hundert wissenschaftliche Mitarbeiter
tätig.
Wie Professor Törmä, die das Institut bis Ende
Februar leitete, ausführt, befasst sich das NSC hauptsächlich
mit fachübergreifender Nanoforschung. Das Institut vereint
in einzigartiger Weise Forscher aus den drei eng mit der Nanotechnologie
verbundenen Naturwissenschaften - Physik, Biologie und Chemie
- unter einem Dach und in den gleichen Labors.
"Unsere Ziele sind Spitzenforschung in der Nanowissenschaft,
einschlägige Ausbildung von Akademikern für Forschungsinstitute
und die Industrie und Schaffung einer auch für Unternehmen
günstigen Umgebung zur Nutzung dieser jungen Wissenschaft."
Wissenschaft und Praxis im gleichen Komplex
Eine Etage des NSC-Gebäudes ist für Unternehmen
reserviert. Büro- und Laborräume werden nicht nur
an Nanotechnologiefirmen, sondern auch an Unternehmen, die
von der Nähe zur Uni und zu den Naturwissenschaften und
von den Spezialeinrichtungen der Räumlichkeiten profitieren,
vermietet.
Platz ist für etwa zehn Firmen vorhanden, und die ersten
Mieter sind bereits eingezogen. Start-ups bietet sich die
Möglichkeit zur Produktentwicklung und sogar zur Serienfabrikation
in kleiner Stückzahl. An der Entwicklung der Branche
interessierten Unternehmen bietet das Center sozusagen ein
Fenster zur Nanotechnologie", schildert Professor Törmä.
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Immer kleiner und leistungsfähiger
Professor Päivi Törmä forscht auf den
Gebieten der Nano- und der Molekularelektronik. Es geht
dabei um die Verwirklichung von Elektronik unter Einsatz
immer winzigerer Komponenten, zum Beispiel um die Leitfähigkeit
von DNA unter Einsatz nanoelektronischer Verfahren.
"Die Welt ruft nach immer leistungsfähigerer
Datenverarbeitung, nach neuen Speichern und Sensoren.
In der Molekularelektronik sind die Baugrößen
gegenüber den jetzigen um das 10- bis 100-fache
verkleinert. Große Packungsdichte und geringer
Energieverbrauch können in Zukunft zu immer fortschrittlicherer
Datenverarbeitung in den verschiedensten Anwendungen
führen."
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www.chem.jyu.fi/nanoscience
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