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Direktor Jussi Mustonen, der Finnische Industrie- und Arbeitgeberverband:
Trotz noch großer Risikos schon Hoffnung auf Belebung

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11.03.2002
 

 
 

In den ersten Monaten dieses Jahres sind zarte Anzeichen für ein Nachlassen der weltweiten Rezession zu erkennen. Auch wenn die „Vertrauensbarometer" noch keinen deutlichen Aufwärtstrend zeigen, scheint man dennoch am Ende der Talfahrt zu sein. Hinter dieser Entwicklung stehen globale finanzpolitische Belebung, zunehmende Lageranpassung und Erfolge im Kampf gegen den Terrorismus, die dem Glauben an die Zukunft Auftrieb geben.

Probleme und Risikos gibt es allerdings noch genügend, denn zum Beispiel Japan kämpft weiterhin mit ernsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten, im Privatsektor in den USA ist die Bilanzanpassung kaum zum Abschluss gebracht, und auch die strukturellen Flexibilitätsschwächen Europas harren immer noch einer Korrektur. Trotz der lichteren Aussichten kann ein internationaler Doppelknick der Wirtschaft, der unweigerlich auch auf Finnland ausstrahlen würde, noch nicht ausgeschlossen werden.

Die jüngsten Umfrageergebnisse in Finnland zeigen, dass man in der Industrie in naher Zukunft eine schrittweise Belebung erwartet, in manchen Branchen schon im Frühjahr, mit größerer Wahrscheinlichkeit aber erst in der zweiten Jahreshälfte. In der finnischen Bauwirtschaft erscheint die Zukunft weiterhin grau.

Nach der Einführung des Euro besteht nun die nächste große Herausforderung in der vollen Nutzung der gegebenen neuen Möglichkeiten. Ohne Beseitigung der starren Strukturen der Arbeits- und Warenmärkte kann aus der Euro-Zone keine dynamische und attraktive Investitionsalternative zu den USA werden. Auch kommt ohne Schaffung gemeinsamer, tiefer, effizienter Kapitalmärkte ein Großteil des mit gut gezieltem Einsatz der Ressourcen verbundenen Nutzens nicht zum Tragen.

Wenngleich Finnland in zahlreichen internationalen Vergleichen als eines der wettbewerbsstärksten Länder eingestuft wurde, harren doch zahlreiche Probleme noch einer Lösung. Das finnische Modelle der Wohlfahrtsgesellschaft basiert auf großzügigen öffentlichen Dienstleistungen und Einkommenstransfer, finanziert durch rigorose Besteuerung. Vielleicht ist schon die Grenze erreicht, von der ab hohe Steuern die wirtschaftliche Basis nachhaltigen Wohlstandes in Frage stellen. Finnland ist im Begriff, im zunehmenden internationalen Steuerwettbewerb um Fachkräfte und Arbeit auf der Strecke zu bleiben. Eine hohe Abgabenquote ist weder eine Garantie für Wohlfahrt noch für Wohlfahrtsdienstleistungen.

Arbeit niedriger Produktivität ist in Finnland wegen der hohen Lohnsteuer kaum attraktiv. Für Unternehmen und Arbeitgeber gestaltet es sich oft unrentabel, Personen aus der Gruppe niedriger Produktivität einzustellen, denn ihre Lohnforderungen und die Nebenkosten - bedingt durch großzügige soziale Vergünstigungen - sind in Anbetracht der erzielbaren Produktivität einfach zu hoch. Das wiederum führt in einen Teufelskreis vermehrter Arbeitslosigkeit sowie erhöhter Einkommenstransferdrücke und Steuerlast. Das Ausbrechen aus diesem Teufelskreis ist eine der wichtigsten Herausforderungen Finnlands in der Euro-Ära.

 



 

 
 


 

 
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