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In den ersten Monaten dieses Jahres sind zarte Anzeichen
für ein Nachlassen der weltweiten Rezession zu erkennen.
Auch wenn die Vertrauensbarometer" noch keinen
deutlichen Aufwärtstrend zeigen, scheint man dennoch
am Ende der Talfahrt zu sein. Hinter dieser Entwicklung stehen
globale finanzpolitische Belebung, zunehmende Lageranpassung
und Erfolge im Kampf gegen den Terrorismus, die dem Glauben
an die Zukunft Auftrieb geben.
Probleme und Risikos gibt es allerdings noch genügend,
denn zum Beispiel Japan kämpft weiterhin mit ernsten
wirtschaftlichen Schwierigkeiten, im Privatsektor in den USA
ist die Bilanzanpassung kaum zum Abschluss gebracht, und auch
die strukturellen Flexibilitätsschwächen Europas
harren immer noch einer Korrektur. Trotz der lichteren Aussichten
kann ein internationaler Doppelknick der Wirtschaft, der unweigerlich
auch auf Finnland ausstrahlen würde, noch nicht ausgeschlossen
werden.
Die jüngsten Umfrageergebnisse in Finnland zeigen, dass
man in der Industrie in naher Zukunft eine schrittweise Belebung
erwartet, in manchen Branchen schon im Frühjahr, mit
größerer Wahrscheinlichkeit aber erst in der zweiten
Jahreshälfte. In der finnischen Bauwirtschaft erscheint
die Zukunft weiterhin grau.
Nach der Einführung des Euro besteht nun die nächste
große Herausforderung in der vollen Nutzung der gegebenen
neuen Möglichkeiten. Ohne Beseitigung der starren Strukturen
der Arbeits- und Warenmärkte kann aus der Euro-Zone keine
dynamische und attraktive Investitionsalternative zu den USA
werden. Auch kommt ohne Schaffung gemeinsamer, tiefer, effizienter
Kapitalmärkte ein Großteil des mit gut gezieltem
Einsatz der Ressourcen verbundenen Nutzens nicht zum Tragen.
Wenngleich Finnland in zahlreichen internationalen Vergleichen
als eines der wettbewerbsstärksten Länder eingestuft
wurde, harren doch zahlreiche Probleme noch einer Lösung.
Das finnische Modelle der Wohlfahrtsgesellschaft basiert auf
großzügigen öffentlichen Dienstleistungen
und Einkommenstransfer, finanziert durch rigorose Besteuerung.
Vielleicht ist schon die Grenze erreicht, von der ab hohe
Steuern die wirtschaftliche Basis nachhaltigen Wohlstandes
in Frage stellen. Finnland ist im Begriff, im zunehmenden
internationalen Steuerwettbewerb um Fachkräfte und Arbeit
auf der Strecke zu bleiben. Eine hohe Abgabenquote ist weder
eine Garantie für Wohlfahrt noch für Wohlfahrtsdienstleistungen.
Arbeit niedriger Produktivität ist in Finnland wegen
der hohen Lohnsteuer kaum attraktiv. Für Unternehmen
und Arbeitgeber gestaltet es sich oft unrentabel, Personen
aus der Gruppe niedriger Produktivität einzustellen,
denn ihre Lohnforderungen und die Nebenkosten - bedingt durch
großzügige soziale Vergünstigungen - sind
in Anbetracht der erzielbaren Produktivität einfach zu
hoch. Das wiederum führt in einen Teufelskreis vermehrter
Arbeitslosigkeit sowie erhöhter Einkommenstransferdrücke
und Steuerlast. Das Ausbrechen aus diesem Teufelskreis ist
eine der wichtigsten Herausforderungen Finnlands in der Euro-Ära.

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