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Design als Wettbewerbsfaktor
Design Thinking erfasst ein Land

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01.10.2007
 

 
 

Krister Ahlström, der „Grand old design man", ist überzeugt: Design wird zu einem ernst zu nehmenden Wettbewerbsfaktor Finnlands. Das Design Thinking öffnet die Türen zu neuen Innovationen und vermehrter Wettbewerbskraft.

Nach internationalen Untersuchungen besteht eine starke Korrelation zwischen der Wettbewerbsfähigkeit und dem Designaufwand eines Landes: Je wettbewerbsstärker das Land, desto höher seine Designintensität.

Als vor zehn Jahren mit dem Start des nationalen Programms „Muotoilu 2005!" der Grundstein dafür gelegt wurde, Finnland zu einem Vorreiter in der Nutzung des Designs zu machen, setzte man sich zum Ziel, das Design zu einem integrierten Bestandteil des Innovationssystems zu machen und ein dynamisches Designsystem zu schaffen.

„Die Situation scheint nun günstig. Das industrielle Design entwickelt sich zu einem reifen Kompetenzbereich", meint Krister Ahlström, der Architekt der finnischen Designpolitik, der u.a. beim Finnish Design Roundtable mitwirkt.

Keine Kunst, sondern Business

In punkto Designkompetenz gehört Finnland zur Weltspitze; in der Umsetzung dieses Könnens in Produkte gibt es jedoch noch eine Menge zu tun.

„Immer noch muss die Bedeutung des Designs begründet und erklärt werden, und die Unternehmen sind oft nicht mit dem notwendigen Ernst bei der Sache, aber die Entwicklung geht da in eine günstige Richtung", schildert Ahlström.

Viele Designbüros haben inzwischen erkannt, dass Gestaltung Business ist - allerdings hapert es noch bei der Realisierung.

„Die Designbüros sollten lernen, Design als Business, nicht als Kunst zu behandeln. Anderseits sollten die Unternehmen, die Design erwerben, lernen, geschickter einzukaufen", fasst Ahlström zusammen.

„Design ist ein Werkzeug, dessen Gebrauch gekonnt sein will. Um ein Spitzenviolinist zu werden genügt es eben nicht, eine Stradivari zu kaufen, man muss auch fleißig üben."

Hinter allem steht Design

Design Thinking erstreckt sich auf alle Bereiche, denn Design ist überall: in Produkten, Dienstleistungen, Produktionsprozessen, in der Umwelt, der Kommunikation, der Unternehmensidentität...

Design bietet Lösungen, bringt Mehrwert und verhilft Unternehmen zu mehr Wettbewerbskraft. Vor allem aber ist Design der Schlüssel zu einem tiefen Verständnis der Verbraucher.

„Designerische Kompetenz hilft dem Unternehmen, seine Kunden bis ins letzte zu verstehen, und dieses Verständnis verändert die gesamte Schaffenskultur", betont Ahlström und fährt fort: "Machte man früher das, was technisch möglich war, so wird in Zukunft das Schaffen immer deutlicher auch auf dem tiefen Verständnis des Nutzers basieren. Die Designorientiertheit gewinnt auf Kosten der Technikorientiertheit an Boden."

Weltspitze im Design-Business repräsentieren Nordamerika und Großbritannien. „Spitzenkompetenz basiert auf Kommunikationsvermögen. Es ist kein Zufall, dass auch die renommiertesten Werbeagenturen in den anglosächsisch geprägten Ländern entstanden sind."

„Der Designer bringt die bewussten und unbewussten Wünsche des Nutzers und seine Denkenswelt ans Licht. Visualisierung ist eine anspruchsvolle und wichtige Aufgabe, die ohne Kommunikation nicht zu meistern ist."

Die Innovations-Uni kommt

Erfolgreiche Innovationen sind das Ergebnis des engen Zusammenwirkens dreier Faktoren: technischer Überlegenheit, Design-Spitzenkönnens und Business-Kompetenz.

Technologie, Design und Business-Kompetenz werden auf einzigartige Weise zusammentreffen wenn im Jahr 2009 die Zusammenlegung der Handelshochschule Helsinki, der Technischen Universität und der Hochschule für angewandte Kunst zu einer Innovations-Uni erfolgt.

„Diese Innovations-Universität ist gegenwärtig einzigartig in der Welt. Sie unterstützt die finnische Designpolitik und verleiht ihr neues Gewicht", schwärmt Ahlström.

>> Helsinki Design Week weckt Begeisterung

 


Asien beginnt im Design mitzumischen

Das Design schöpfte bisher in hohem Maße aus der anglosächsischen Kultur, aber zukünftig wird da auch Asien ein gewichtiges Wörtchen mitreden.

„In den nächsten 10 bis 20 Jahren wird das asiatische Design einen starken Einfluss ausüben. Wir wissen noch nicht in welcher Form, aber fest steht, dass es so kommen wird. Und die Veränderungen könnten sehr beträchtlich sein", sinniert Krister Ahlström.

Asien stellt uns vor eine große Herausforderung. Deshalb haben die pfiffigsten Unternehmen in Asien bereits Forschungsinstitute gegründet und begonnen, die dortigen Konsumentenbedürfnisse zu untersuchen, denn man wird sich zukünftig auch auf die asiatischen Bedingungen und Wünschen einstellen müssen.

Der indische Sari ist nun einmal anders als der finnische Marimekko-Rock", vergleicht Ahlström.

 



 

 
 

Den finnischen Design
In Finnland ist Design eine kreative Ressource der Gesellschaft und Gegenstand nationalen Stolzes. ((Foto: Design Forum Finland, Finnish Design Yearbook 2006-2007).

 

 
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