Finnfacts
Suchen
EnglishFrancaisChineseRussian

Nacrichten Medienreignisse
Mediendienst Innovationen und Industrie
Finnland-Story
Wir über Uns
Kontaktaufnahme


Aktuelles
 

Das finnische Musik-Business
Lordi brachte zusätzlichen Auftrieb

Feedback über den Artikel.
13.9.2006
 

 
 

Die Monster-Band Lordi sprang, als sie im Mai beim Eurovision Song Contest gewann, aus der finnischen Musikwelt geradezu ins Bewusstsein des internationalen Publikums. Dieser Erfolg hat Auswirkungen auf die Anziehungskraft der gesamten finnischen Musik.

"Ein Durchbruch im Musikgeschäft geschieht nicht über Nacht", betont Pauliina Ahokas, die Chefin von Music Export Finland. "Unser Ziel ist kein schneller Durchbruch, sondern ein dem Können und den Fähigkeiten entsprechendes gleichmäßiges Wachstum in jedem Teilbereich der Branche und in jedem Genre."

Frau Ahokas erinnert daran, dass die wenigsten internationalen Profis Musik kaufen, nur weil die aus einem bestimmten Land kommt. Die Kaufentscheidung wird in der Regel auf Grund des Produkts selbst und der Glaubhaftigkeit und des Potentials seiner Hersteller und Vertreter getroffen.

Sie wiesen den Weg

Ein ähnlicher Durchbruch wurde Ende der 1990er Jahre erzielt, als mehrere finnische Entertainer sich gleichzeitig an den internationalen Märkten durchsetzten. Bekannte Namen, die den Weg wiesen, sind u.a.: Darude, Bomfunk MCs, HIM, The Rasmus, Nightwish, Apocalyptica und Värttinä.

"Exporterfolge stärken die Glaubhaftigkeit finnischer Profis als internationale Akteure, und das wiederum erhöht die Chancen der Künstler, sich selbst an den internationalen Märkten durchzusetzen.

Der nächste Schritt wird wahrscheinlich weniger dramatisch ausfallen. Wie es weitergeht, hängt stark von der Ausnutzung des Erfolgs und von systematischem Investieren in den Export ab."

Aufschwung des Musik-Business

Das finnische Musikgeschäft wird oft an dem des Nachbarlands Schwedens verglichen. In Finnland hat es ein Volumen von rund 22 Millionen Euro, in Schweden aber von rund 700 Millionen Euro, obwohl das Potential beider Länder als etwa gleichgroß gelten kann.

"Schweden hat im Musikexport eine längere Tradition als Finnland, sie beginnt schon in den 60er und 70er Jahren und u.a. mit dem Durchbruch von Abba", betont Frau Ahokas. Der Erfolg von Abba hob das Selbstgefühl der schwedischen Profis und verhalf der öffentlichen Hand zu der Erkenntnis, dass die Musikindustrie eine bedeutsame Branche ist, in die zu investieren lohnt.

"Finnland hat die gleichen Möglichkeiten zum Ausbau des Exportes, vorausgesetzt die strategischen Maßnahmen zur Entwicklung der Branche sind genau so visionär wie in Schweden.

Erwartungen in die EU-Vorsitzperiode

Das finnische Musikgeschäft zeigt seit 1999 ein Wachstum von jährlich 26 Prozent. "Gute Musiker allein genügen allerdings nicht. Das gesamte internationale Arbeit leistende Team muss einsatzbereit sein, und es müssen Ressourcen für den Kommerzialisierungsmechanismus und für Exportarbeit zur Verfügung stehen. Auch Netzwerke und Glaubhaftigkeit sind wichtig. Allmählich beginnt sich da eines zum anderen zu fügen."

Die Musikbranche erwartet, dass Finnland während seiner EU-Präsidentschaft auf gewisse bereits beschlossene, aber noch nicht verwirklichte Dinge hinwirken wird. Als Beispiel nennt Frau Ahokas die unter dem EU-Vorsitz Hollands gebilligte Vereinheitlichung der Quellensteuerpraxis im europäischen Wirtschaftsraum.

"Finnland muss sich dafür einsetzen, dass der Urheberschutz in der Musikbranche in Ordnung ist, damit unsere Branche die Möglichkeit hat, im weltweiten Wettbewerb zu bestehen. Finnland könnte auch sein Profil als Spitzenland kreativer Wirtschaft mutig anheben."

Der Erfolg der Lordi-Band kann positive Auswirkungen auf das Wachstum des gesamten finnischen Musik-Business haben.


Eurovision Song Contest 2007 in Helsinki

Der Eurovision Song Contest 2007 wird vom 10. bis 12. Mai in Helsinki ausgetragen. Vorgesehen ist, den Wettbewerb zu einem einwöchigen Festival für das ganze Volk zu gestalten.

Um die Gastgeberschaft hatten sich Orte aus allen Teilen Finnlands beworben. Helsinki erhielt den Zuschlag, weil die Stadt über Erfahrung im Arrangieren von Großveranstaltungen, gut funktionierende Verkehrsverbindungen und ausreichende Unterkunftsmöglichkeiten verfügt. Auch die "Hartwall Areena", wo der Wettbewerb stattfindet, eignet sich für die Austragung und die Produktion des Fernsehprogramms ausgezeichnet.

Der Finnische Rundfunk (YLE) schätzt das Budget dieses Events auf 13 Millionen Euro. An den Kosten beteiligen sich neben YLE auch die Europäische Rundfunkunion (EBU), der finnische Staat sowie Kooperationspartner wie die Stadt Helsinki. Einnahmen bringt auch der Kartenverkauf.


Lordi überraschte

-
Die Lordi-Band machte im Mai 2006 Eurovision-Geschichte indem sie den Eurovision Song Contest überlegen mit der Rekordpunktzahl aller Zeiten gewann.

- Zu der Lordi-Festveranstaltung am 27.5.2006 im Zentrum von Helsinki fanden sich 100 000 Menschen ein.

- Der Verband "Suomalainen Työn Liitto" zeichnete die Lordi-Band am 27.5.2006 in Anerkennung der ausgezeichneten Leistung, die die Welt beeindruckte, aus.

- Am 9.6.2006 startete die Lordi-Welttournee von Rovaniemi, der Heimatstadt von Mr. Lordi.

- Vor dem Termin des im Frühjahr 2007 in Helsinki stattfindenden Eurovision Song Contest wird es in Finnland eine Lordi-Gedenkmünze geben.

- Zu Ehren von Lordi und aus Anlass des Eurovision Song Contest erscheint im Mai 2007 ein Briefmarkenheftchen. Eine der Marken wird von Mr. Lordi persönlich entworfen.



 



>> www.lordi.fi

 

 
 


Mit dem Erfolg der Monster-Band Lordi beim Eurovision Song Contest erhielt die finnische Musik einen gewaltigen Publicity-Schub. (Pressefoto/Sari Gustafsson)

 

 
Sitemap