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Das Auto lernt jetzt sprechen - durch Sensoren an den
Felgen und Sitzen. Ihr Wagen macht Sie darauf aufmerksam,
dass der Reifendruck nachlässt oder Sie am Einschlafen
sind. "Intelligente" Felgen und Sitze bedeuten sichereres
Fahren.
Die neuen Technologien sind teils bereits im Einsatz, teils
noch im Prototyp-Stadium. Weitere zukünftige Anwendungen
werden laufend entwickelt. Das Technische Forschungszentrum
von Finnland (VTT) und die Firmen Nokian Renkaat und Emfit
Oy zum Beispiel verschmelzen Bekanntes und Neues der Informationstechnologie
zu Innovationen, die unseren Alltag erleichtern und die Verkehrssicherheit
erhöhen.
Funksignale vom Reifen
Der Reifendruck hat erheblichen Einfluss auf die Fahreigenschaften
und -sicherheit der Pneus. Der RoadSnoop-Druckwächter
von Nokian Renkaat ist eines der Ergebnisse der Entwicklung
von "intelligenten" Reifen einer neuen Generation.
"An den Felgen angebrachte Sensoren messen Druck und
Temperatur und senden bei rollendem Fahrzeug Funksignale an
den Empfänger des Fahrers. Ein Handy ist nicht nötig,
denn der RoadSnoop hat einen eigenen Empfänger. Die leicht
in den Wagen einzubauende Anlage macht sich bei Nachlassen
des Reifendruckes durch Lichtsignal und Ton bemerkbar",
erläutert Entwicklungsleiter Jukka Hakanen.
In den USA, so Hakanen, hat man ausgerechnet, dass es im
Jahr etwa 80 Verkehrstote und 10 000 Verletzte weniger gäbe,
wenn alle Autos solche Druckwächter hätten. Und
dort wird dieses System in den nächsten Jahren auch zur
Pflicht gemacht. Erhebungen haben ergeben, dass in den USA
Reifendrucküberwachung schon seit Jahren zu den drei
meistgefragten Eigenschaften bei Neuwagen gehört.
Die Idee des "auf dem Handy anklingelnden Reifens"
entstand Ende der 1990er Jahre in der Produktentwicklungsabteilung
von Nokian Renkaat. "Nun konzentrieren wir uns auf die
Entwicklung von RoadSnoop-Produkten der nächsten Generation,
die für die Erstausstattung der Wagen vorgesehen sind",
sagt Hakanen.
"Intelligente" Reifen betreffende Forschungsarbeit
betreibt Nokian Renkaat zusammen mit VTT in dem EU-Projekt
"Apollo", an dem auch mehrere andere Kooperationspartner
mitwirken.
Sitz hält wach
Ein im Sitz angeordneter Sensor überwacht Stellung,
Puls und Atmung des Fahrers. Auf diese Weise verfolgt man
Stress- und Ermüdungserscheinungen und verringert so
Gefahrensituationen im Verkehr.
Der von VTT und dem Sensorhersteller Emfit entwickelte Drucksensor
besteht aus einer dünnen und porigen, aber stabilen Kunststofffolie,
die sich in permanentem elektrischem Ladungszustand befindet.
Mit der Folie wird die Presskraft als elektrische Ladung der
einander entgegengesetzten Flächen gemessen.
"Die erforderlichen physiologischen Größen
wie Stellung, Puls, Atmung und Muskelspannung der Person lassen
sich durch Signalverarbeitung ermitteln. Auf der Basis dieser
Werte wird ein Wachheits-Monitoring entwickelt um z.B. ein
drohendes Einschlafen des Fahrers zu erkennen", beschreibt
Juha M. Kortelainen, wissenschaftlicher Mitarbeiter im VTT.
In dem Forschungsprojekt werden auch Alarmmechanismen, wie
z.B. eine Rüttelvorrichtung entwickelt, die ein Einschlafen
des Fahrers verhindert.
Ein erster Prototyp des Sitzsensors wurde bereits in einen
Testwagen eingebaut. Die nächste Version geht demnächst
zu Testzwecken an Partner in der EU. In den Jahren 2006-2007
erfolgt das Testen des Sensors, danach die Umsetzung in Produkte.
"Diese Vorrichtungen werden für normale PKWs geschaffen,
aber es finden sich dafür auch andere Anwendungsobjekte.
Aus der Emfit-Folie entwickelt man u.a. einen so genannten
Matratzensensor zur Ermittlung der Schlafqualität",
verrät Kortelainen.


>>
www.vtt.fi
>>
www.sensation-eu.org
>> www.emfit.com
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