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"Bei der Schaffung von Innovationen spielt die Grundlagenforschung
eine entscheidende Rolle. Ohne Grundlagenforschung gäbe
es bald auch keine Anwendungen mehr, wie zum Beispiel neue
Diagnostikmittel oder Behandlungsformen", sagt Professorin
Leena Palotie.
Leena Palotie, Leitfigur der finnischen Krankheitsgenforschung,
Akademieprofessorin und Professorin für Genetik und Molekularmedizin
an der Uni Helsinki und in der Volksgesundheitsanstalt (National
Public Health Institute), hat breite Erfahrung und gründliche
Vorstellungen über die Forschung und deren Bedeutung.
Und namentlich aus diesem Grunde wurde sie als einziges finnisches
Mitglied in den kürzlich gegründeten wissenschaftlichen
Rat des Europäischen Forschungsrates (ERC) gewählt.
Finnland hat, so Palotie, guten Chancen, aus Innovationen
zusätzliche Wettbewerbskraft zu schöpfen wenn es
nur versteht, klare Prioritäten zu setzen, eine anspornende
Atmosphäre für neue Forschergenerationen zu schaffen
und die verschiedenen Akteure und Finanziers der Innovationskette
zu engerer Zusammenarbeit zu bewegen.
"Wir brauchen mutigere Finanzierungsentscheidungen,
und wir müssen internationale Sachverständige zu
unseren Entscheidungsprozessen hinzuziehen, nur so können
wir auf europäischer Ebene in eine führende Stellung
vorrücken. Wenn es darum geht, im Weltmaßstab um
Spitzenkräfte und Innovationen zu konkurrieren, genügt
es nicht, in Finnland die Nummer eins zu sein."
Herausforderungen in Stärken verwandeln
"Mit Blick auf die Zukunft ist es ganz entscheidend,
dass wir in unsere starken Bereiche investieren und leistungsfähige
nationale Kompetenzzentren schaffen, die international wettbewerbsfähig
und glaubhaft und somit auch für ausländische Spitzenkräfte
attraktiv sind."
Als Stärken Finnlands zählt Palotie auf: solides
Grundausbildungsniveau, ausgezeichnete Infrastruktur des Landes,
hoher Bildungsstand, nationale Bereitschaft zu Investitionen
in die Forschung und hohe nordische Arbeitsmoral.
"Unsere Herausforderungen bestehen darin, die Könner
im Lande zu halten und internationale Spitzenkräfte nach
Finnland zu locken, die erstklassigen Ergebnisse unserer Grundlagenforschung
in Produkte umzusetzen und die verfügbaren finanziellen
Forschungs- und Entwicklungsmittel möglichst klug einzusetzen."
Sicherung der Grundlagenforschung in Europa
Palotie gehört zu den 22 europäischen Spitzenwissenschaftlern
des von der EU gegründeten Forschungsrates (ERC). Sie
vertritt die biomedizinische Grundlagenforschung, ist Verfechterin
einer starken Grundlagenforschung und macht sich Gedanken
über die zukünftige Sicherung der europäischen
Innovationskette.
Aufgabe des Rates ist es, die Finanzierung und Wettbewerbsfähigkeit
der Spitzengrundlagenforschung zu sichern und die Wissenschaftler
in Europa zu halten. "In Europa mangelte es bisher an
einem System zur Finanzierung von Einzelforschungsvorhaben
der Spitzenklasse, die keine Vernetzung über den Kontinent
hinaus oder keine schnellen kommerziellen Anwendungen erfordern",
stellt Palotie fest.
Ziel ist ein neues strategisch wohl durchdachtes Finanzierungsinstrument,
mit dem jährlich 1 bis 1,2 Mrd. Euro in die europäische
Grundlagenforschung gelenkt werden "Damit werden wir
hoffentlich auch in die USA abgewanderte Wissenschaftler zur
Rückkehr nach Finnland bewegen können."


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www.ncoedg.org
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www.genomeutwin.org
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