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Die wohl höchsten Erwartungen an den kräftig
wachsenden Umwelttechnologie-Märkten betreffen die Bekämpfung
des Klimawandels und die Beseitigung der Armut. Im Vordergrund
stehen u.a. energieeffiziente Geräte, regenerative Energie
und Infrastrukturkompetenz", sagt Riitta Larnimaa, führende
Sachverständige beim Hauptverband der Finnischen Wirtschaft
(EK).
Besonders starken Auftrieb der Umwelttechnologie sagt man
den Schwellenländern voraus, wo im Zuge des enormen Wirtschaftswachstums
auch zunehmende Nachfrage nach Umweltkompetenz besteht.
"Die Umwelttechnologie bildet allerdings keinen losgelösten
Wachstumsbereich, sondern ist fest mit anderen Technologie-Wachstumssektoren
gekoppelt. So sind zum Beispiel beim Bau einer neuen Fabrik
stets auch Umweltbelange zu berücksichtigen", stellt
Frau Larnimaa klar.
Kompetenz im Bereich nachhaltige Entwicklung
In Finnland ist im Laufe der Jahre eine Menge Können
und Wissen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung entstanden,
das an den Exportmärkten genutzt wurde und weiter genutzt
werden kann.
"Es handelt sich da u.a. um Monitoring- und Steuerungssysteme,
effiziente Industrieprozesse, Klima- und Energietechnologien
und Infrastrukturkompetenz im weit gefassten Sinne, also inklusive
Wasserver- und Abwasserentsorgung, Müllentsorgung, Aktionssysteme,
Dienstleistungen des Gesundheitswesens sowie Kompetenz in
den Bereichen Verkehr und Kommunikation", zählt
Frau Larnimaa auf.
"Der größte Teil unserer diesbezüglichen
Kompetenz ist auch für die Bekämpfung des Klimawandels
relevant. So sind wir zum Beispiel in vielen Konzepten der
Verfahrensindustrie und auf dem Gebiet der Bioenergie und
der kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung Weltspitze."
In Richtung Internationalisierung
Man sagt, der Export der finnischen Umweltunternehmen floriere
nicht. Auch hapere es mit der Internationalisierung der Branche.
"Die Umweltmärkte sind heiß umkämpft,
und als kleines Land haben wir zu wenig einheimische Referenzen
für unser Können. Die Unternehmen brauchen Unterstützung
bei der Internationalisierung. Auch halten wir mit unserer
Kompetenz oft zu sehr hinter dem Berge", sinniert die
Expertin.
Ein kleines Land kann nicht auf allen Gebieten an der Spitze
marschieren, es muss sich konzentrieren. Eine der Stärken
Finnlands liegt in seiner Vernetzungsfähigkeit.
"Unsere Wirtschaft zeigt zwar einen hohen Grad an Vernetzung,
aber der muss noch weiter ausgebaut werden. Die Kompetenz
muss erweitert, vorhandene Mängel müssen gemeinsam
kompensiert werden. Und die Vernetzung darf sich nicht aufs
Inland beschränken, sie muss unbedingt grenzübergreifend
sein."
Finnland - Musterland in Umweltdingen
"Finnland hat als Umweltland einen guten Ruf. Wir sind
ein pragmatisches Volk, das seine Versprechen einlöst
ohne unnötig zu klagen", kommentiert Riitta Larnimaa.
"Wir Finnen haben seit je eine enge Beziehung zur Natur.
Eine intakte Umwelt ist für uns ein Wert an sich. Und
darauf ist gut aufbauen.
Die finnische Umwelttechnologie und unsere Unternehmen der
Branche sind in der Welt leidlich bekannt, wenngleich man
sie nicht immer mit unserem Land in Verbindung bringt. Auch
Finnlands gute Platzierung in Umweltschutz-Rankings ist in
Fachkreisen kein Geheimnis."
Emissionshandel wird rege diskutiert
Neue Geschäftstätigkeiten
in Sicht
Das Emissionshandelssystem der EU basiert auf Emissionsobergrenzen,
die Kraftwerken und Industriebetrieben gesetzt sind. Vermag
ein Unternehmen seine Emissionen nicht auflagengemäß
zu senken, so kann es zusätzliches Emissionsrecht von
Unternehmen erwerben, die ihre eigene Höchstgrenze unterschreiten.
Die Quantität der Emissionsrechte variiert von Land zu
Land. In Finnland sind über 500 Betriebe von diesem System
betroffen.
"Wir haben viel zur Verringerung der Treibhausgasemissionen
getan. Unsere Produktionsbetriebe sind in Schuss und effizient
in ihrer Energienutzung; viele von ihnen gehören, was
niedrige Emissionen anbelangt, zu den Weltbesten. Allerdings
hat sich Finnland sehr ehrgeizige Klimaziele gesetzt",
erläutert Riitta Larnimaa.
Die Kombination zweier Bestrebungen - ehrgeizige Ziele und
effiziente Anlagen - birgt jedoch, so meint Frau Larnimaa,
ein Risiko in sich: "Wenn die investitionsfreudigen Betriebe
strengere Auflagen erhalten als ihre Konkurrenten in Ländern,
in denen man lockerer mit diesem Thema umgeht, kann es passieren,
dass sie durch Ankauf von Emissionsrechten die Investitionen
anderer Unternehmen mitfinanzieren müssen. Das bedeutet
eine Schwächung der Geschäftsvoraussetzungen einer
kompetenten Grundindustrie."
Freilich eröffnen Klimawandel und Emissionshandel auch
neue Chancen zum Beispiel für Technologieunternehmen.
"Mit dem Emissionshandel sind ja auch Monitoring, Rapporting
und Verifizierung verbunden - neue Aufgaben also für
Dienstleister. Auch für Vermittler von Emissionsrechten
wird Nachfrage entstehen", prognostiziert Frau Larnimaa.
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Umwelttechnologie in Zahlen
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Der Umsatz im Bereich Umwelttechnologie bezifferte
sich im Jahr 2003 in Finnland auf 2,1 Mrd. €.
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Der Inlandsumsatz der Branche hat sich seit Ende
der 1990er Jahre um 16 Prozent erhöht. Unter
Einbeziehung der Auslandstätigkeit der finnischen
Unternehmen beläuft sich der Umsatz der finnischen
Umwelttechnologie auf 3,4 Mrd. €.
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In Finnland wirken etwa 300 Unternehmen im Bereich
Umwelttechnologie.
Wachstumserwartungen im EU-Raum
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Der Exportanteil am Umsatz der Umwelttechnologie-Unternehmen
macht fast die Hälfte des Inlandsumsatzes der
Branche aus; im Jahr 2003 betrug er 1,2 Mrd. €.
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Etwa ein Fünftel der Unternehmen sind im Ausland
tätig. Nach Wert übersteigt die Auslandstätigkeit
weiterhin den Export der Branche.
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Etwa die Hälfte der Umwelttechnologie-Exporte
gingen in die USA, nach Japan und in die alten EU-Länder.
Die neuen Mitgliedsländer nahmen nur 14 Prozent
der Exporte auf.
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Besonders hoch sind die Wachstumserwartungen im
EU-Raum.
Klimaschutz gewinnt an Bedeutung
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Etwa die Hälfte des Umwelttechnologie-Exports
entfällt auf Sachverständigendienstleistungen.
Zwei Drittel der Unternehmen dieses Sektors sind
in Branchen der Industrie und Energieversorgung
tätig.
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Die bedeutendsten Umweltbereiche sind heute Luftreinhaltung
und Klimaschutz. Die damit verbundenen Produkte
machen bereits fast 40 Prozent des Umsatzes der
Branche aus. 80 Prozent davon entfallen auf den
Export.
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Der Großteil des Auslandsumsatzes entfällt
auf Technologie und Dienstleistungen der Bereiche
Abwasserbehandlung und Wasserversorgung.
Quelle: Umwelttechnologie-Statistik 2004 des Statistischen
Zentralamtes. Die vorige, das Jahr 1998 betreffende
Statistik wurde im Jahr 2000 veröffentlicht.
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