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Grenzüberschreitende Vernetzung
Wachsende Nachfrage an den Klimamärkten

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19.9.2005
 

 
 

Die wohl höchsten Erwartungen an den kräftig wachsenden Umwelttechnologie-Märkten betreffen die Bekämpfung des Klimawandels und die Beseitigung der Armut. Im Vordergrund stehen u.a. energieeffiziente Geräte, regenerative Energie und Infrastrukturkompetenz", sagt Riitta Larnimaa, führende Sachverständige beim Hauptverband der Finnischen Wirtschaft (EK).

Besonders starken Auftrieb der Umwelttechnologie sagt man den Schwellenländern voraus, wo im Zuge des enormen Wirtschaftswachstums auch zunehmende Nachfrage nach Umweltkompetenz besteht.

"Die Umwelttechnologie bildet allerdings keinen losgelösten Wachstumsbereich, sondern ist fest mit anderen Technologie-Wachstumssektoren gekoppelt. So sind zum Beispiel beim Bau einer neuen Fabrik stets auch Umweltbelange zu berücksichtigen", stellt Frau Larnimaa klar.

Kompetenz im Bereich nachhaltige Entwicklung

In Finnland ist im Laufe der Jahre eine Menge Können und Wissen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung entstanden, das an den Exportmärkten genutzt wurde und weiter genutzt werden kann.

"Es handelt sich da u.a. um Monitoring- und Steuerungssysteme, effiziente Industrieprozesse, Klima- und Energietechnologien und Infrastrukturkompetenz im weit gefassten Sinne, also inklusive Wasserver- und Abwasserentsorgung, Müllentsorgung, Aktionssysteme, Dienstleistungen des Gesundheitswesens sowie Kompetenz in den Bereichen Verkehr und Kommunikation", zählt Frau Larnimaa auf.

"Der größte Teil unserer diesbezüglichen Kompetenz ist auch für die Bekämpfung des Klimawandels relevant. So sind wir zum Beispiel in vielen Konzepten der Verfahrensindustrie und auf dem Gebiet der Bioenergie und der kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung Weltspitze."

In Richtung Internationalisierung

Man sagt, der Export der finnischen Umweltunternehmen floriere nicht. Auch hapere es mit der Internationalisierung der Branche.

"Die Umweltmärkte sind heiß umkämpft, und als kleines Land haben wir zu wenig einheimische Referenzen für unser Können. Die Unternehmen brauchen Unterstützung bei der Internationalisierung. Auch halten wir mit unserer Kompetenz oft zu sehr hinter dem Berge", sinniert die Expertin.

Ein kleines Land kann nicht auf allen Gebieten an der Spitze marschieren, es muss sich konzentrieren. Eine der Stärken Finnlands liegt in seiner Vernetzungsfähigkeit.

"Unsere Wirtschaft zeigt zwar einen hohen Grad an Vernetzung, aber der muss noch weiter ausgebaut werden. Die Kompetenz muss erweitert, vorhandene Mängel müssen gemeinsam kompensiert werden. Und die Vernetzung darf sich nicht aufs Inland beschränken, sie muss unbedingt grenzübergreifend sein."

Finnland - Musterland in Umweltdingen

"Finnland hat als Umweltland einen guten Ruf. Wir sind ein pragmatisches Volk, das seine Versprechen einlöst ohne unnötig zu klagen", kommentiert Riitta Larnimaa.

"Wir Finnen haben seit je eine enge Beziehung zur Natur. Eine intakte Umwelt ist für uns ein Wert an sich. Und darauf ist gut aufbauen.

Die finnische Umwelttechnologie und unsere Unternehmen der Branche sind in der Welt leidlich bekannt, wenngleich man sie nicht immer mit unserem Land in Verbindung bringt. Auch Finnlands gute Platzierung in Umweltschutz-Rankings ist in Fachkreisen kein Geheimnis."

Emissionshandel wird rege diskutiert
Neue Geschäftstätigkeiten in Sicht

Das Emissionshandelssystem der EU basiert auf Emissionsobergrenzen, die Kraftwerken und Industriebetrieben gesetzt sind. Vermag ein Unternehmen seine Emissionen nicht auflagengemäß zu senken, so kann es zusätzliches Emissionsrecht von Unternehmen erwerben, die ihre eigene Höchstgrenze unterschreiten. Die Quantität der Emissionsrechte variiert von Land zu Land. In Finnland sind über 500 Betriebe von diesem System betroffen.

"Wir haben viel zur Verringerung der Treibhausgasemissionen getan. Unsere Produktionsbetriebe sind in Schuss und effizient in ihrer Energienutzung; viele von ihnen gehören, was niedrige Emissionen anbelangt, zu den Weltbesten. Allerdings hat sich Finnland sehr ehrgeizige Klimaziele gesetzt", erläutert Riitta Larnimaa.

Die Kombination zweier Bestrebungen - ehrgeizige Ziele und effiziente Anlagen - birgt jedoch, so meint Frau Larnimaa, ein Risiko in sich: "Wenn die investitionsfreudigen Betriebe strengere Auflagen erhalten als ihre Konkurrenten in Ländern, in denen man lockerer mit diesem Thema umgeht, kann es passieren, dass sie durch Ankauf von Emissionsrechten die Investitionen anderer Unternehmen mitfinanzieren müssen. Das bedeutet eine Schwächung der Geschäftsvoraussetzungen einer kompetenten Grundindustrie."

Freilich eröffnen Klimawandel und Emissionshandel auch neue Chancen zum Beispiel für Technologieunternehmen. "Mit dem Emissionshandel sind ja auch Monitoring, Rapporting und Verifizierung verbunden - neue Aufgaben also für Dienstleister. Auch für Vermittler von Emissionsrechten wird Nachfrage entstehen", prognostiziert Frau Larnimaa.

Umwelttechnologie in Zahlen

  • Der Umsatz im Bereich Umwelttechnologie bezifferte sich im Jahr 2003 in Finnland auf 2,1 Mrd. €.

  • Der Inlandsumsatz der Branche hat sich seit Ende der 1990er Jahre um 16 Prozent erhöht. Unter Einbeziehung der Auslandstätigkeit der finnischen Unternehmen beläuft sich der Umsatz der finnischen Umwelttechnologie auf 3,4 Mrd. €.

  • In Finnland wirken etwa 300 Unternehmen im Bereich Umwelttechnologie.

Wachstumserwartungen im EU-Raum

  • Der Exportanteil am Umsatz der Umwelttechnologie-Unternehmen macht fast die Hälfte des Inlandsumsatzes der Branche aus; im Jahr 2003 betrug er 1,2 Mrd. €.

  • Etwa ein Fünftel der Unternehmen sind im Ausland tätig. Nach Wert übersteigt die Auslandstätigkeit weiterhin den Export der Branche.

  • Etwa die Hälfte der Umwelttechnologie-Exporte gingen in die USA, nach Japan und in die alten EU-Länder. Die neuen Mitgliedsländer nahmen nur 14 Prozent der Exporte auf.

  • Besonders hoch sind die Wachstumserwartungen im EU-Raum.

Klimaschutz gewinnt an Bedeutung

  • Etwa die Hälfte des Umwelttechnologie-Exports entfällt auf Sachverständigendienstleistungen. Zwei Drittel der Unternehmen dieses Sektors sind in Branchen der Industrie und Energieversorgung tätig.

  • Die bedeutendsten Umweltbereiche sind heute Luftreinhaltung und Klimaschutz. Die damit verbundenen Produkte machen bereits fast 40 Prozent des Umsatzes der Branche aus. 80 Prozent davon entfallen auf den Export.

  • Der Großteil des Auslandsumsatzes entfällt auf Technologie und Dienstleistungen der Bereiche Abwasserbehandlung und Wasserversorgung.

Quelle: Umwelttechnologie-Statistik 2004 des Statistischen Zentralamtes. Die vorige, das Jahr 1998 betreffende Statistik wurde im Jahr 2000 veröffentlicht.

 



 

 
 


Die Finnen sind seit je sehr naturverbunden.

 

 
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