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Das Ausfeilen und Modellieren von Prozessen gewinnt in
der sich diversifizierenden Geschäftstätigkeit ständig
an Bedeutung, werden doch jetzt nicht mehr einzelne Verrichtungen,
sondern ganze Wertesysteme aneinander gefügt.
Kai Laamanen, Consulter bei der auf Unternehmensberatung
und Entwicklung der Geschäftstätigkeit spezialisierten
Firma Innotiimi Oy, sieht mit seiner 15-jährigen Erfahrung
einen deutlichen Wandel in der finnischen Gesellschaft: Der
Bedarf an Beratung ist gestiegen, die Substanz hat eine Vertiefung
erfahren.
Das ist die Folge des Übergangs von der Waren-
zur Dienstleistungsproduktion, von Routine- zu Expertendienstleistungen.
Gute Qualität des Produkts oder der Dienstleistung genügt
nicht mehr, verlangt wird auch Emotionales. Der Erlebnisdrang
der Menschen zwingt die Unternehmen ständig zur Schaffung
neuartiger Lösungen.
Mit der Spezialisierung der Unternehmen hat sich der Anteil
der leicht in Anweisungen zu fassenden Arbeit verringert,
der Anteil der Expertenarbeit ständig erhöht. In
den netzartigen Unternehmensclustern überschreitet die
zum Endprodukt führende Wertekette mehrfach Organisationsgrenzen,
was u.a. für die Qualitätssysteme ein neuartiges
Anforderungsprofil bedeutet. Der Aufbau gemeinsamer Wertenetze
stellt eine wirkliche Herausforderung dar.
Die neue Arbeits- und Geschäftsweise erfordert
gute Beziehungen und funktionierende Kommunikation. Wurden
früher in den Unternehmen Operationspläne ausgearbeitet,
nach denen man handelte, so macht man sich heute Gedanken
über Strukturen, in denen die Tätigkeit in einer
sich ständig wandelnden Umgebung geschieht. Selbst bei
Zulieferungen schaut man nicht mehr so sehr auf den Preis,
sondern auf die Fähigkeit zur Weiterentwicklung und schnellen
Anpassung an Veränderungen.
Kai Laamanen hilft Firmen bei der Identifizierung ihrer Schlüsselprozesse,
deren Beschreibung und der Abstimmung der Tätigkeit auf
diese Prozesse und lenkt sie auf den Weg ständiger Verbesserungen.
Das Ordnen der Prozesse hilft beim Verständnis des Funktionierens
der Gesamtheit und der Rolle der einzelnen Mitwirkenden. Die
Prozesse bewirken erhöhte Flexibilität und Fähigkeit
zur Selbststeuerung. Der Vorteil vernetzter Tätigkeit
besteht denn auch in der Kombination des durch Spezialisierung
erzielbaren Nutzens mit flexiblem Arbeiten.
Nach Ansicht von Kai Laamanen liegen die finnischen Unternehmen,
global gesehen, im Prozessdenken ganz vorn. Förderlich
dabei ist eine nationale Eigenart der Finnen: Wir sind
an selbständiges Arbeiten gewöhnt und haben außerdem
ein ausgesprochenes Faible für Informationstechnologie
und datentechnische Lösungen."


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In der Informations- und Expertengesellschaft hat jede Arbeit
Unikatcharakter (9.10.2003)
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