Finnfacts
Suchen
EnglishFrancaisChineseRussian

Nacrichten Medienreignisse
Mediendienst Innovationen und Industrie
Finnland-Story
Wir über Uns
Kontaktaufnahme


Aktuelles
 

Neues Medikament aus Blutspender-Plasma

Feedback über den Artikel.
4.12.2002
 

 
 

Das Finnische Rote Kreuz (FRK) hat eine Innovation entwickelt, die den restlichen Teil des Blutplasmas nutzt. Als Ergebnis entstand ein neues Medikament, das Eisen bindet und als Baustoff für neue rote Blutkörperchen zurückführt. Das Präparat erhielt den Innovationspreis 2002 der finnischen Chemieindustrie.

TeksIm Blutkreislauf schwerkranker Patienten sammelt sich freies Eisen an, das Organschäden verursacht und u.U. die Disposition für bakterielle Erkrankungen und Mykosen erhöht. Das die schädliche Wirkung des freien Eisens unterbindende neue Präparat und sein sicheres Herstellungsverfahren bedeuten einen Durchbruch auf einem Gebiet, wo es bisher keine unbedenklichen und wirksamen Behandlungsmöglichkeiten gab. Das Produkt wurde denn auch mit dem Innovationspreis der finnischen Chemieindustrie ausgezeichnet. Entwickelt wurde das Konzept vom Blutspendedienst des Finnischen Roten Kreuzes. Die bereits patentgeschützte Innovation bildet die Lösung für ein aktuelles medizinisches Problem und verfügt über ein erhebliches Marktpotenzial.

Der finnische Blutspendedienst befasst sich u.a. mit der Entwicklung und Herstellung von Wirkstoffen aus Blutspender-Plasma. In der Forschungs- und Entwicklungsarbeit konzentriert man sich auf die Nutzung natürlicher Eiweißstoffe in Krankheitssituationen, in denen der eigene Abwehrmechanismus des Körpers nicht ausreicht, Organschäden zu verhindern. Blutplasma enthält zahlreiche das Befinden des Organismus beeinflussende Eiweißstoffe, und der Blutspendedienst des FRK hat für mehrere Plasmaproteine sichere und kosteneffiziente Gewinnungsverfahren entwickelt.

Die Entwicklung des o.g. neuen Präparates diente dem Bestreben, die schädlichen Wirkungen des Eisens zu verhindern. Der überwiegende Teil des im Körper vorhandenen Eisens ist ans Hämoglobin der roten Blutkörperchen, der Erythrozyten, gebunden, aus denen es bei deren Alterung freigesetzt und dann vom Transferrin, einem Eiweißstoff, zur Bildung neuer roter Blutkörperchen ins Knochenmark transportiert wird. In gewissen Erkrankungssituationen funktioniert dieser Rückführungsmechanismus nicht mit der Folge, dass sich im Blutkreislauf schnell beträchtliche Mengen freien Eisens ansammeln. Dieses ungebundene Eisen schädigt Gewebe und verstärkt u.U. die Disposition zu bakterien- und pilzbedingten Entzündungen, und deren Behandlung ist bei schwerkranken Patienten ein zunehmendes Problem.

Bei der nun entwickelten neuen Technologie wird vom Plasma des Blutspenders jener Teil genutzt, der nach Abtrennung der übrigen medizinisch wertvollen Eiweißstoffe übrigbleibt. In dem Herstellungsprozess erfolgt das Reinigen des Transferrins unter Bedingungen, unter denen auch das daran gebundene Eisen freigesetzt wird. Inbegriffen in dem Verfahren ist eine effektive virusabtötende Behandlung. Als Endprodukt erhält man reines, sicheres, eisenfreies Transferrin - Apotransferrin - , das das im Blutkreislauf des Patienten vorhandene freie Eisen bindet.

Auf das neue Präparat und sein Herstellungsverfahren wurde in Finnland und den USA bereits das Patent erteilt. Aus dem jährlichen Blutplasma-Aufkommen in Finnland lassen sich etwa 60 kg reines Apotransferrin gewinnen. Falls sich die neue Behandlungsart als wirksam erweist, wäre für das Präparat weltweit mit einem erheblichen Bedarf zu rechnen. Allein in Europa und den USA gibt es Zehntausende solcher Patienten. Erste in Finnland bereits durchgeführte klinische Versuche werden nun zur gründlichen Ermittlung der therapeutischen Wirkung fortgesetzt.

Blutspendedienst in Finnland

Blutspenden erfolgt in Finnland auf freiwilliger Basis und unentgeltlich. Der Blutspendedienst des Finnischen Roten Kreuzes ist landesweit tätig. Er unterhält in 21 Orten feste Blutspendestellen und organisiert außerdem jährlich rund 1000 Blutspendegelegenheiten in allen Teilen des Landes. Der Blutspendedienst des Finnischen Roten Kreuzes bildet eine wirtschaftlich unabhängige und geschäftsmäßig separate Abteilung der Organisation. Er stellt aus Spenderblut diverse Blutprodukte her und liefert diese an Krankenhäuser. Das System ist in Finnland zentralisiert: Die Krankenhäuser unterhalten nur geringe eigene Blutvorräte und decken ihren Bedarf täglich aus Beständen des Blutspendedienstes.

Sonstige links:

www.chemind.fi

 

 
 


 

 
Sitemap