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Das Finnische Rote Kreuz (FRK) hat eine Innovation entwickelt,
die den restlichen Teil des Blutplasmas nutzt. Als Ergebnis
entstand ein neues Medikament, das Eisen bindet und als Baustoff
für neue rote Blutkörperchen zurückführt.
Das Präparat erhielt den Innovationspreis 2002 der finnischen
Chemieindustrie.
TeksIm Blutkreislauf schwerkranker Patienten sammelt sich
freies Eisen an, das Organschäden verursacht und u.U.
die Disposition für bakterielle Erkrankungen und Mykosen
erhöht. Das die schädliche Wirkung des freien Eisens
unterbindende neue Präparat und sein sicheres Herstellungsverfahren
bedeuten einen Durchbruch auf einem Gebiet, wo es bisher keine
unbedenklichen und wirksamen Behandlungsmöglichkeiten
gab. Das Produkt wurde denn auch mit dem Innovationspreis
der finnischen Chemieindustrie ausgezeichnet. Entwickelt wurde
das Konzept vom Blutspendedienst des Finnischen Roten Kreuzes.
Die bereits patentgeschützte Innovation bildet die Lösung
für ein aktuelles medizinisches Problem und verfügt
über ein erhebliches Marktpotenzial.
Der finnische Blutspendedienst befasst sich u.a. mit der
Entwicklung und Herstellung von Wirkstoffen aus Blutspender-Plasma.
In der Forschungs- und Entwicklungsarbeit konzentriert man
sich auf die Nutzung natürlicher Eiweißstoffe in
Krankheitssituationen, in denen der eigene Abwehrmechanismus
des Körpers nicht ausreicht, Organschäden zu verhindern.
Blutplasma enthält zahlreiche das Befinden des Organismus
beeinflussende Eiweißstoffe, und der Blutspendedienst
des FRK hat für mehrere Plasmaproteine sichere und kosteneffiziente
Gewinnungsverfahren entwickelt.
Die Entwicklung des o.g. neuen Präparates diente dem
Bestreben, die schädlichen Wirkungen des Eisens zu verhindern.
Der überwiegende Teil des im Körper vorhandenen
Eisens ist ans Hämoglobin der roten Blutkörperchen,
der Erythrozyten, gebunden, aus denen es bei deren Alterung
freigesetzt und dann vom Transferrin, einem Eiweißstoff,
zur Bildung neuer roter Blutkörperchen ins Knochenmark
transportiert wird. In gewissen Erkrankungssituationen funktioniert
dieser Rückführungsmechanismus nicht mit der Folge,
dass sich im Blutkreislauf schnell beträchtliche Mengen
freien Eisens ansammeln. Dieses ungebundene Eisen schädigt
Gewebe und verstärkt u.U. die Disposition zu bakterien-
und pilzbedingten Entzündungen, und deren Behandlung
ist bei schwerkranken Patienten ein zunehmendes Problem.
Bei der nun entwickelten neuen Technologie wird vom Plasma
des Blutspenders jener Teil genutzt, der nach Abtrennung der
übrigen medizinisch wertvollen Eiweißstoffe übrigbleibt.
In dem Herstellungsprozess erfolgt das Reinigen des Transferrins
unter Bedingungen, unter denen auch das daran gebundene Eisen
freigesetzt wird. Inbegriffen in dem Verfahren ist eine effektive
virusabtötende Behandlung. Als Endprodukt erhält
man reines, sicheres, eisenfreies Transferrin - Apotransferrin
- , das das im Blutkreislauf des Patienten vorhandene freie
Eisen bindet.
Auf das neue Präparat und sein Herstellungsverfahren
wurde in Finnland und den USA bereits das Patent erteilt.
Aus dem jährlichen Blutplasma-Aufkommen in Finnland lassen
sich etwa 60 kg reines Apotransferrin gewinnen. Falls sich
die neue Behandlungsart als wirksam erweist, wäre für
das Präparat weltweit mit einem erheblichen Bedarf zu
rechnen. Allein in Europa und den USA gibt es Zehntausende
solcher Patienten. Erste in Finnland bereits durchgeführte
klinische Versuche werden nun zur gründlichen Ermittlung
der therapeutischen Wirkung fortgesetzt.
Blutspendedienst in Finnland
Blutspenden erfolgt in Finnland auf freiwilliger Basis und
unentgeltlich. Der Blutspendedienst des Finnischen Roten Kreuzes
ist landesweit tätig. Er unterhält in 21 Orten feste
Blutspendestellen und organisiert außerdem jährlich
rund 1000 Blutspendegelegenheiten in allen Teilen des Landes.
Der Blutspendedienst des Finnischen Roten Kreuzes bildet eine
wirtschaftlich unabhängige und geschäftsmäßig
separate Abteilung der Organisation. Er stellt aus Spenderblut
diverse Blutprodukte her und liefert diese an Krankenhäuser.
Das System ist in Finnland zentralisiert: Die Krankenhäuser
unterhalten nur geringe eigene Blutvorräte und decken
ihren Bedarf täglich aus Beständen des Blutspendedienstes.


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