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Heck voran durch dickes Eis

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11.3.2002
 

 
 

Im Zentrum für Arktische Forschung des Werftunternehmens Kvaerner Masa-Yards (MARC) in Helsinki wurde ein Öltanker neuen Typs entwickelt, der selbst in dickem Eis ohne die herkömmliche Unterstützung durch Eisbrecher auskommt. Im eisfreien Fahrwasser gibt sich das Schiff wie ein ganz gewöhnlicher Tanker. Mit Erreichen des Eisrandes macht der Double Acting-Tanker eine 180-Grad-Wendung und bricht sich mit seinem Spezialheck und seinen Azipod-Propellern eine Bahn durch die Eisdecke. In einer japanischen Werft sind bereits zwei solche Schiffe im Bau.

Anfang der neunziger Jahre begann ein Forscherteam des MARC mit Untersuchungen über effizienteren Öltransport in arktischen Gewässern, insbesondere in Russland. Hat der Öltanker dort den Hafen verlassen, muss er sich seinen Weg durch dicke, schwierig zu passierende Eisfelder bahnen. An der Halbinsel Kola erreicht er den Eisrand, und auf seiner restlichen Fahrt in Europa - ca. 90 Prozent der Gesamtstrecke - hat er dann offenes Fahrwasser.

Für den Öltransport unter solch wechselnden Bedingungen boten sich bisher drei Möglichkeiten, die ausnahmslos ölpreissteigernd oder umweltschädliche wirken. Am häufigsten wählte man Öltanker mit Eisbrecherunterstützung. Die zweite Möglichkeit, anfangs einen eisgängigen Tanker einsetzen und das Öl später auf einen gewöhnlichen Tanker umladen, ist ein für die Umwelt höchst riskantes Unterfangen. Als neueste Alternative kam der Tanker mit so genanntem Kompromissbug, einem Zwischending zwischen Eisbrecher- und Tankerbug, hinzu.

Im eisfreien Gewässer Bug, im Eis Heck voran

Viele der von Kvaerner Masa-Yards gebauten Schiffe haben das von ABB entwickelte Azipod-Antriebssystem, das ein Wenden auf der Stelle erlaubt. Beim Erproben dieses Systems zeigte sich, dass das Testfahrzeug im Eis besser Heck voran als normal läuft, denn bei Rückwärtsfahrt ziehen die hinten angeordneten Propeller das Schiff wirksamer in die Eisdecke. Als Kombination aus Azipod-System und eisbrechendem Bug entstand der Double Acting-Tanker - ein Tanker mit gewöhnlichem Bug und eisbrechendem Heck.

An der Eisgrenze wendet der Double Acting-Tanker, wechselt seine Schraubendrehrichtung und beginnt Heck voran in das Eisfeld einzudringen. Er benötigt so keinen Eisbrecher und bewegt sich in wärmeren Gewässern ebenso flink wie der herkömmliche Tanker.

Das Arktische Forschungszentrum von Kvaerner Masa-Yards verfügt über 30-jährige Erfahrung in der Konstruktion von Schiffen für arktische Gewässer. Für Finnland ist die Forschung auf diesem Gebiet besonders wichtig, denn alle seine Häfen gefrieren im Winter zu, und die Eisbrecherflotte ist dann hoch belastet. Diese neue Innovation hilft sichern, dass der finnische Außenhandel auch zukünftig im Winter nicht „einfriert".

 

Sonstige links:

www.kvaerner.com

 

 
 


Die Eisbrecher sind für Finnland lebenswichtig: 80 Prozent seines Außenhandels werden auf dem Seeweg abgewickelt, und in normalen Wintern gefrieren alle Häfen zu.

 

 
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