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Im Zentrum für Arktische Forschung des Werftunternehmens
Kvaerner Masa-Yards (MARC) in Helsinki wurde ein Öltanker
neuen Typs entwickelt, der selbst in dickem Eis ohne die herkömmliche
Unterstützung durch Eisbrecher auskommt. Im eisfreien
Fahrwasser gibt sich das Schiff wie ein ganz gewöhnlicher
Tanker. Mit Erreichen des Eisrandes macht der Double Acting-Tanker
eine 180-Grad-Wendung und bricht sich mit seinem Spezialheck
und seinen Azipod-Propellern eine Bahn durch die Eisdecke.
In einer japanischen Werft sind bereits zwei solche Schiffe
im Bau.
Anfang der neunziger Jahre begann ein Forscherteam des MARC
mit Untersuchungen über effizienteren Öltransport
in arktischen Gewässern, insbesondere in Russland. Hat
der Öltanker dort den Hafen verlassen, muss er sich seinen
Weg durch dicke, schwierig zu passierende Eisfelder bahnen.
An der Halbinsel Kola erreicht er den Eisrand, und auf seiner
restlichen Fahrt in Europa - ca. 90 Prozent der Gesamtstrecke
- hat er dann offenes Fahrwasser.
Für den Öltransport unter solch wechselnden Bedingungen
boten sich bisher drei Möglichkeiten, die ausnahmslos
ölpreissteigernd oder umweltschädliche wirken. Am
häufigsten wählte man Öltanker mit Eisbrecherunterstützung.
Die zweite Möglichkeit, anfangs einen eisgängigen
Tanker einsetzen und das Öl später auf einen gewöhnlichen
Tanker umladen, ist ein für die Umwelt höchst riskantes
Unterfangen. Als neueste Alternative kam der Tanker mit so
genanntem Kompromissbug, einem Zwischending zwischen Eisbrecher-
und Tankerbug, hinzu.
Im eisfreien Gewässer Bug, im Eis Heck voran
Viele der von Kvaerner Masa-Yards gebauten Schiffe haben
das von ABB entwickelte Azipod-Antriebssystem, das ein Wenden
auf der Stelle erlaubt. Beim Erproben dieses Systems zeigte
sich, dass das Testfahrzeug im Eis besser Heck voran als normal
läuft, denn bei Rückwärtsfahrt ziehen die hinten
angeordneten Propeller das Schiff wirksamer in die Eisdecke.
Als Kombination aus Azipod-System und eisbrechendem Bug entstand
der Double Acting-Tanker - ein Tanker mit gewöhnlichem
Bug und eisbrechendem Heck.
An der Eisgrenze wendet der Double Acting-Tanker, wechselt
seine Schraubendrehrichtung und beginnt Heck voran in das
Eisfeld einzudringen. Er benötigt so keinen Eisbrecher
und bewegt sich in wärmeren Gewässern ebenso flink
wie der herkömmliche Tanker.
Das Arktische Forschungszentrum von Kvaerner Masa-Yards verfügt
über 30-jährige Erfahrung in der Konstruktion von
Schiffen für arktische Gewässer. Für Finnland
ist die Forschung auf diesem Gebiet besonders wichtig, denn
alle seine Häfen gefrieren im Winter zu, und die Eisbrecherflotte
ist dann hoch belastet. Diese neue Innovation hilft sichern,
dass der finnische Außenhandel auch zukünftig im
Winter nicht einfriert".


www.kvaerner.com
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