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Finnlands vorbildliches Innovationssystem
Innovationen - Garanten der Zukunft

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28.3.2006
 

 
 

Das finnische Innovationssystem ist seit einigen Jahren Gegenstand internationalen Interesses. Als Musterland guter Innovationspolitik hat Finnland in internationalen Wettbewerbsfähigkeits-Erhebungen und Innovativitätsuntersuchungen gut abgeschnitten. So steht denn auch die im Juli beginnende EU-Präsidentschaft Finnlands unter dem Thema "Innovatives Europa".

Die Grundlagen des finnischen Innovationssystems in seiner heutigen Form wurden bereits vor rund 20 Jahren geschaffen. Das System umschließt Ausbildung, Forschung, Produktentwicklung, Finanzierung und Unternehmenstätigkeit. Neues Wissen wird geschaffen von den Universitäten, Hochschulen, Forschungsinstituten und Unternehmen; genutzt wird dieses Wissen hauptsächlich von den Unternehmen und der Gesellschaft.

Aufgabe dieses Systems ist es, Einfluss auf die Forschungs- und Entwicklungsarbeit wie auch auf die Entwicklung und Nutzung neuer Technologien, Produkte, Dienstleistungen, Verfahren und Handlungsweisen zu nehmen. Angestrebt wird, neue Kompetenz und neue Geschäftstätigkeit zu schaffen und auf diese Weise den Wohlstand der Gesellschaft zu mehren. Vielgestaltige internationale Zusammenarbeit ist ein wesentlicher Faktor des finnischen Innovationswesens.

"In den letzten zwanzig Jahren hat die Welt eine Veränderung erfahren, hat sich die Globalisierung beschleunigt und der Wettbewerb an Schärfe gewonnen", stellt Hannele Pohjola, führende Sachverständige beim Hauptverband der Finnischen Wirtschaft (EK), fest.

"Finnland konnte bisher gut mithalten, aber das genügt nicht, wir müssen uns auch morgen und übermorgen behaupten können. Was wir brauchen sind Spitzenkompetenz-Konzentrationen, Bereiche, in denen wir global führend sind, und Überlegenheitsfaktoren."

Aus Ideen müssen Produkte werden

Die Investitionen in die Entwicklungs- und Forschungstätigkeit können wir als Erfolgsfaktoren verbuchen. Auch die Tätigkeit des Zentrums für Technologische Entwicklung (Tekes), die Technologieprogramme und die Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Hochschulen und Unternehmen haben sich als fruchtbar erwiesen. Desgleichen trugen die Finanzierung der Grundlagenforschung der Akademie Finnlands und die verbesserten Außenfinanzierungsmöglichkeiten der Unternehmen zum Erfolg bei. Nicht zu vergessen auch die Liberalisierung der Märkte", zählt Pohjola auf.

Draußen in der Welt ist Finnland besonders für seine Innovativität im Telekommunikationssektor bekannt. Große Hoffnungen hat man in den letzen Jahren auch in die Biotech-Branche gesetzt.

Nun ist die Schaffung von innovativen Dienstleistungen zu einer vordringlichen Aufgabe geworden. Wettbewerbsfähigkeit und Erfolg schafft man heute durch Kombination von hochwertigen Industrieerzeugnissen mit Dienstleistungen.

"Eine große Herausforderung besteht zukünftig in der Ausdehnung der F&E-Tätigkeit vom Technologiesektor auch auf die verschiedenen Prozesse der Geschäftstätigkeit. Das Innovationssystem muss die Spitzenkompetenz unterstützen und auf das Entstehen an den Märkten erfolgreicher Geschäftstätigkeit, auf Wachstum und weitere Internationalisierung hinwirken. Es muss Finnland für Unternehmen und Spitzenkräfte zu einem attraktiven Standort machen", unterstreicht Pohjola.

Ganz Europa im Blick

Während seines EU-Vorsitzes will Finnland die Bedeutung der Innovationen im Hinblick auf die Zukunft und die Prosperität ganz Europas unterstreichen. Dabei gilt der Grundsatz, dass "Europa große globale Unternehmen braucht, die Unternehmen aber nicht auf Europa angewiesen sind".

"Die Entwicklung des Binnenmarktes muss auch weiterhin auf legislativem Wege gesichert werden. Wichtig dabei sind Ermutigung zu innovativer Entwicklung und die Sicherung der Verfügbarkeit internationalen Kapitals. Auch eine noch stärkere Förderung der Forschung und Entwicklung ist notwendig", führt Pohjola an.

Ziel der EU ist es, die Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen bis zum Jahr 2010 auf drei Prozent des BIP zu erhöhen. Gegenwärtig beträgt diese Investitionsquote im Schnitt 1,93 Prozent gegenüber 2,6 Prozent in den USA und 3,5 Prozent in Japan.

"Diese drei Prozent sind nicht als definitives Ziel, eher als ein Indikator aufzufassen. In Finnland marschieren wir da an vorderster Front, denn unser eigenes Ziel lautet vier Prozent", sagt Pohjola abschließend.

Innovationen - für Europa lebenswichtig

Europa kann in der globalen Welt nur durch Innovationen und Erstklassigkeit bestehen. Nun ist die Zeit für Taten und Entscheidungen gekommen - Herausforderungen müssen in Chancen umgekehrt werden.

Finnland veröffentlichte im Januar zusammen mit Österreich, dem gegenwärtigen EU-Vorsitzführenden, die Stellungnahme "Innovation - The Future of Europe". In dem Papier werden jene Faktoren erörtert, die von der EU bei der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit Europas in der globalen Entwicklung berücksichtigt werden müssten, nämlich:

  • Mehr Arbeitsplätze, Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftswachstum. Noch effektivere Verwirklichung des Lissabonner Vertrags als bisher.

  • Verstärkte Investitionen in die F&E-Tätigkeit u.a. in den Bereichen Biotechnologie, Nanotechnologie, Lebensmitteltechnologie und Umwelttechnologie.

  • Zur Sicherung ausreichenden Fachkräfteangebots Bereitstellung zusätzlicher Mittel für die Ausbildung und lebenslange Fortbildung.

  • Schaffung eines gesamteuropäischen Patentsystems, eines Gemeinschaftspatents. Entscheidend ist dabei die Einigung auf die Anmeldesprachen.

  • Sicherung der Finanzierung und der Kapitalmärkte der Unternehmen und insbesondere des KMU-Sektors.

  • Das Innovationssystem muss zur Unterstützung erfolgreicher Geschäftstätigkeit dienen. Die Gesetzgebung muss die Innovativität der Unternehmen fördern, nicht beschränken.

  • Förderung von Dienstleistungsinnovationen (Dienstleistungs-Richtlinie). Die Dienstleistungen bringen bereits fast 70 Prozent des BIP, Tendenz steigend.

  • Dem Klimawandel ist unter Einsatz von Innovations- und Technologiekompetenz international zu begegnen.

 



>> Finnland glänzt durch Innovativität (28.3.2006)

 

 
 


Finnland macht sich während seiner EU-Präsidentschaft für den Aufbau eines innovativen Europa stark. Foto: Juvantia Pharma

 

 
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