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Das finnische Innovationssystem ist seit einigen Jahren
Gegenstand internationalen Interesses. Als Musterland guter
Innovationspolitik hat Finnland in internationalen Wettbewerbsfähigkeits-Erhebungen
und Innovativitätsuntersuchungen gut abgeschnitten. So
steht denn auch die im Juli beginnende EU-Präsidentschaft
Finnlands unter dem Thema "Innovatives Europa".
Die Grundlagen des finnischen Innovationssystems in seiner
heutigen Form wurden bereits vor rund 20 Jahren geschaffen.
Das System umschließt Ausbildung, Forschung, Produktentwicklung,
Finanzierung und Unternehmenstätigkeit. Neues Wissen
wird geschaffen von den Universitäten, Hochschulen, Forschungsinstituten
und Unternehmen; genutzt wird dieses Wissen hauptsächlich
von den Unternehmen und der Gesellschaft.
Aufgabe dieses Systems ist es, Einfluss auf die Forschungs-
und Entwicklungsarbeit wie auch auf die Entwicklung und Nutzung
neuer Technologien, Produkte, Dienstleistungen, Verfahren
und Handlungsweisen zu nehmen. Angestrebt wird, neue Kompetenz
und neue Geschäftstätigkeit zu schaffen und auf
diese Weise den Wohlstand der Gesellschaft zu mehren. Vielgestaltige
internationale Zusammenarbeit ist ein wesentlicher Faktor
des finnischen Innovationswesens.
"In den letzten zwanzig Jahren hat die Welt eine Veränderung
erfahren, hat sich die Globalisierung beschleunigt und der
Wettbewerb an Schärfe gewonnen", stellt Hannele
Pohjola, führende Sachverständige beim Hauptverband
der Finnischen Wirtschaft (EK), fest.
"Finnland konnte bisher gut mithalten, aber das genügt
nicht, wir müssen uns auch morgen und übermorgen
behaupten können. Was wir brauchen sind Spitzenkompetenz-Konzentrationen,
Bereiche, in denen wir global führend sind, und Überlegenheitsfaktoren."
Aus Ideen müssen Produkte werden
Die Investitionen in die Entwicklungs- und Forschungstätigkeit
können wir als Erfolgsfaktoren verbuchen. Auch die Tätigkeit
des Zentrums für Technologische Entwicklung (Tekes),
die Technologieprogramme und die Zusammenarbeit zwischen Universitäten,
Hochschulen und Unternehmen haben sich als fruchtbar erwiesen.
Desgleichen trugen die Finanzierung der Grundlagenforschung
der Akademie Finnlands und die verbesserten Außenfinanzierungsmöglichkeiten
der Unternehmen zum Erfolg bei. Nicht zu vergessen auch die
Liberalisierung der Märkte", zählt Pohjola
auf.
Draußen in der Welt ist Finnland besonders für
seine Innovativität im Telekommunikationssektor bekannt.
Große Hoffnungen hat man in den letzen Jahren auch in
die Biotech-Branche gesetzt.
Nun ist die Schaffung von innovativen Dienstleistungen zu
einer vordringlichen Aufgabe geworden. Wettbewerbsfähigkeit
und Erfolg schafft man heute durch Kombination von hochwertigen
Industrieerzeugnissen mit Dienstleistungen.
"Eine große Herausforderung besteht zukünftig
in der Ausdehnung der F&E-Tätigkeit vom Technologiesektor
auch auf die verschiedenen Prozesse der Geschäftstätigkeit.
Das Innovationssystem muss die Spitzenkompetenz unterstützen
und auf das Entstehen an den Märkten erfolgreicher Geschäftstätigkeit,
auf Wachstum und weitere Internationalisierung hinwirken.
Es muss Finnland für Unternehmen und Spitzenkräfte
zu einem attraktiven Standort machen", unterstreicht
Pohjola.
Ganz Europa im Blick
Während seines EU-Vorsitzes will Finnland die Bedeutung
der Innovationen im Hinblick auf die Zukunft und die Prosperität
ganz Europas unterstreichen. Dabei gilt der Grundsatz, dass
"Europa große globale Unternehmen braucht, die
Unternehmen aber nicht auf Europa angewiesen sind".
"Die Entwicklung des Binnenmarktes muss auch weiterhin
auf legislativem Wege gesichert werden. Wichtig dabei sind
Ermutigung zu innovativer Entwicklung und die Sicherung der
Verfügbarkeit internationalen Kapitals. Auch eine noch
stärkere Förderung der Forschung und Entwicklung
ist notwendig", führt Pohjola an.
Ziel der EU ist es, die Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen
bis zum Jahr 2010 auf drei Prozent des BIP zu erhöhen.
Gegenwärtig beträgt diese Investitionsquote im Schnitt
1,93 Prozent gegenüber 2,6 Prozent in den USA und 3,5
Prozent in Japan.
"Diese drei Prozent sind nicht als definitives Ziel,
eher als ein Indikator aufzufassen. In Finnland marschieren
wir da an vorderster Front, denn unser eigenes Ziel lautet
vier Prozent", sagt Pohjola abschließend.
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Innovationen - für Europa lebenswichtig
Europa kann in der globalen Welt nur durch Innovationen
und Erstklassigkeit bestehen. Nun ist die Zeit für
Taten und Entscheidungen gekommen - Herausforderungen
müssen in Chancen umgekehrt werden.
Finnland veröffentlichte im Januar zusammen mit
Österreich, dem gegenwärtigen EU-Vorsitzführenden,
die Stellungnahme "Innovation - The Future of Europe".
In dem Papier werden jene Faktoren erörtert, die
von der EU bei der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit
Europas in der globalen Entwicklung berücksichtigt
werden müssten, nämlich:
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Mehr Arbeitsplätze, Wettbewerbsfähigkeit
und Wirtschaftswachstum. Noch effektivere Verwirklichung
des Lissabonner Vertrags als bisher.
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Verstärkte Investitionen in die F&E-Tätigkeit
u.a. in den Bereichen Biotechnologie, Nanotechnologie,
Lebensmitteltechnologie und Umwelttechnologie.
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Zur Sicherung ausreichenden Fachkräfteangebots
Bereitstellung zusätzlicher Mittel für
die Ausbildung und lebenslange Fortbildung.
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Schaffung eines gesamteuropäischen Patentsystems,
eines Gemeinschaftspatents. Entscheidend ist dabei
die Einigung auf die Anmeldesprachen.
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Sicherung der Finanzierung und der Kapitalmärkte
der Unternehmen und insbesondere des KMU-Sektors.
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Das Innovationssystem muss zur Unterstützung
erfolgreicher Geschäftstätigkeit dienen.
Die Gesetzgebung muss die Innovativität der
Unternehmen fördern, nicht beschränken.
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Förderung von Dienstleistungsinnovationen
(Dienstleistungs-Richtlinie). Die Dienstleistungen
bringen bereits fast 70 Prozent des BIP, Tendenz
steigend.
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Dem Klimawandel ist unter Einsatz von Innovations-
und Technologiekompetenz international zu begegnen.
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Finnland glänzt durch Innovativität (28.3.2006)
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