|
Eine als nationale wissenschaftliche Spitzeneinheit bezeichnete
Bio- und Nanopolymer-Forschungsgruppe ist gegenwärtig
mit einem von hohen Erwartungen geprägten Projekt befasst.
Für die im Gefolge der Forschungsarbeit entstehenden
Anwendungen und Durchbrüche finden sich mehrere Einsatzbereiche
in der Medizin und Zahnmedizin.
In der von der Akademie Finnlands berufenen Spitzeneinheit
ist die Kompetenz von vier Forschungsgruppen auf dem Gebiete
der Bio- und Nanopolymere vereint. Beteiligt sind etwa 60
Wissenschaftler von den Fakultäten für Chemietechnik
und Technische Physik der TU, vom Chemischen Institut der
Uni Helsinki und vom Institut für Zahnheilkunde der Uni
Turku.
Zusammenarbeit als kreative Kraft
Die Zusammenfassung und Wechselwirkung von vier Kompetenzbereichen
ist die tragende Kraft dieser Einheit obgleich das Forschungsgebiet,
so Professor Jukka Seppälä, Leiter der Gruppe, sonst
wissenschaftlich heiß umkämpft wird.
Über Biopolymere und Polymer-Nanostrukturen wird
seit langem geforscht. Das Einzigartige an unserer Einheit
ist die Vereinigung des Wissens von vier verschiedenen Kompetenzbereichen.
Wir bedienen uns einer modernen, anspruchsvollen Herangehensweise,
und die ist auch erforderlich, um zu Ergebnissen zu gelangen",
betont der Prof.
Diese Spitzeneinheit repräsentiert mehr als die
Summe ihrer Teile. Zusammen erreichen wir Durchbrüche
wie sie im Alleingang nicht möglich waren."
Hochgesteckte Ziele
Die Einheit untersucht mit Hilfe der neuen Polymerkatalyse
die Synthese strukturmäßig kontrollierter Polymere
mit dem Ziel, kontrollierte Polymerstrukturen zu schaffen,
die im günstigsten Fall intelligent" auf Umweltveränderungen
zu reagieren vermögen.
Es handelt sich dabei im Prinzip um Grundlagenforschung,
die jedoch auf nutzbare Ergebnisse ausgerichtet ist. Anwendungen
für die Elektronik und IT bis hin zur Biomedizin befinden
sich in der Entwicklung oder schon im Handel. In der Gewebetechnologie
spricht man von Gewebereparatur, vom Züchten neuer Gewebe
und vom exakt gezielten Einsatz von Aktivstoffen im menschlichen
Organismus. In diesem Bereich ist noch viel Arbeit notwendig,
ehe wir zu Anwendungen kommen", sagt Professor Seppälä.
Zu erwarten stehen beachtliche Durchbrüche, wie zum
Beispiel neue Behandlungsformen zur Ausnutzung körpereigener
Heilungsmechanismen und zur Reparatur von Gewebedefekten.
Wir wollen lernen, aus eigenen Zellen des Patienten
dort neues Gewebe zu schaffen, wo es zum Beispiel infolge
eines Unfalls oder einer Erkrankung fehlt", erläutert
Professor Seppälä.
Diese Arbeit ist herausfordernd und hoffnungserweckend
zugleich. Wir lernen allmählich das zu tun, was die Natur
schon lange kann."
|
Spitzeneinheit, was ist das?
Die Akademie Finnlands hat ein Forschungsprogramm aufgelegt,
in dem in den Jahren 2000-2005 26 und in den Jahren
2002-2007 16 Teams, so genannte Spitzeneinheiten, tätig
sind.
Die Spitzeneinheit kann aus einer oder mehreren hochqualifizierten
Forschungs- und Forscherausbildungsgruppen bestehen,
die auf ihrem Gebiet internationale Spitzenklasse sind,
klare gemeinschaftliche Forschungsziele haben und unter
gemeinsamer Leitung stehen.
An der Finanzierung der Spitzeneinheiten sind neben
der Akademie Finnlands auch andere Stellen wie das Zentrum
für Technologieentwicklung (TEKES), Universitäten,
Forschungsinstitute, Unternehmen und Stiftungen beteiligt.
|


>>
http://bionanopolymers.hut.fi
>> Nanostrukturen stark im Kommen
(8.12.2003)
|