Finnfacts
Suchen
EnglishFrancaisChineseRussian

Nacrichten Medienreignisse
Mediendienst Innovationen und Industrie
Finnland-Story
Wir über Uns
Kontaktaufnahme


Aktuelles
 

Die Wirtschaftspolitik der neuen Regierung

Feedback über den Artikel.
27.5.2003
 

 
 

Der neue Reichstag und die Mitte April gebildete Regierung Finnlands befinden sich infolge der unsicheren Weltwirtschaftslage in einer schwierigen Ausgangssituation. Mit dem Ende der Kampfhandlungen im Irak sind die Risiken der internationalen Wirtschaft nicht verschwunden. Anderseits steht die finnische Wirtschaft nach wie vor auf einer soliden Grundlage.

Vor der kürzlich stattgefundenen Reichstagswahl wurden jede Menge Hoffnungen geweckt und Versprechen abgegeben über zukünftige Veränderungen. Den Kern der neue Regierungskoalition bilden die Zentrumspartei und die Sozialdemokratische Partei, und mit Anneli Jäätteenmäki hat Finnland erstmals in seiner Geschichte einen weiblichen Premier. Beim Antritt der neuen Regierung sollte man sich in Erinnerung rufen, dass erst nach gesichertem Wirtschaftswachstum die Zeit gekommen ist, sich auf die Einlösung anderer, „schmackhafterer" Wahlversprechen zu konzentrieren.

Die Grundlage der finnischen Volkswirtschaft ist in vieler Beziehung stabiler als in den meisten Ländern Europas. Die Leistungsbilanz weist einen hohen Überschuss aus, desgleichen der öffentliche Sektor insgesamt. Die Unternehmen haben immer noch eine ausreichende Eigenkapitalquote, und die privaten Haushalte sind nur mäßig verschuldet. Allerdings hat man in den letzten Wochen auch in Finnland die BIP-Wachstumsprognosen zurückgeschraubt; die neuesten Schätzungen bewegen sich zwischen 1,5 und 2,5 Prozent. Das Vertrauen der Konsumenten zeigt nun auch bei uns sinkende Tendenz.

Die Unternehmer sehen mit Vorbehalt in die nächste Zukunft. Nach den jüngsten Umfragen dürfte die Konjunkturlage zumindest im ersten Halbjahr 2003 schwach bleiben. Die Auftragsbücher der Industrie sind im Frühjahr nicht dicker geworden, und die Auslastung der Kapazitäten ist rückläufig. Obgleich sich die Beschäftigungslage in der Industrie deutlich verschlechtert hat, ist die Arbeitslosigkeit in der Wirtschaft insgesamt bisher jedoch nicht gestiegen.

Mehr Arbeitsplätze

Die die Weltwirtschaft bedrohenden Faktoren stehen im Zusammenhang mit strukturellen Problemen sowohl der USA als auch Europas. Zu diesen äußeren Faktoren kommen in Finnland in den nächsten Jahren noch eigene ungelöste Probleme grundlegender Art, besonders was die Beschäftigung, die künftige Bevölkerungsentwicklung und die öffentlichen Ausgaben betrifft.

Ohne Besserung der Beschäftigungslage in den allernächsten Jahren würde die Basis des finnischen Wohlfahrtsmodells in Frage gestellt. Um ausreichend neue Arbeitsplätze zu schaffen genügen keineswegs die alten Mittel, sondern auch völlig neue Schritte sind erforderlich.

Das neue Kabinett beabsichtigt, bis Ende der Legislaturperiode die öffentlichen Ausgaben um über eine Milliarde Euro zu erhöhen. Positiv dabei ist, dass ein Teil dieser zusätzlichen Mittel in die Entwicklung finnischer Kompetenz und deren Grundlagen fließen wird. Weiter hat die Regierung vor, besonders die Besteuerung der Arbeit zu reduzieren, wenngleich viel vorsichtiger als ihre Vorgängerin. Aus strukturellen und auch konjunkturellen Gründen wäre jedoch eine viel mutigere Politik der Steuererleichterung wünschenswert.

Die Regierung hat bekundet, dass sie während ihrer Amtsperiode den Staatshaushalt im Gleichgesicht halten wird, und dafür findet sie dank der gegenwärtig soliden Staatswirtschaft gute Ausgangspositionen vor. Finnland kann sich heute tatsächlich eine finanzpolitische Belebung seiner Wirtschaft leisten, was für viele große EU-Länder, die diese Chance in guten Jahre vertan haben indem sie sich nicht in ausreichendem Maße auf Konjunkturabstieg einstellten, nicht zutrifft.

Aber letzten Endes ist die Entwicklung einer offenen, exportorientierten Wirtschaft á la Finnland von der Weltwirtschaftskonjunktur abhängig. Eine der Hauptaufgaben der eigenen Wirtschaftspolitik ist es, finnische Kompetenz und Wettbewerbsstärken zu fördern und zu stützen. Auf diese Weise bleibt Finnland ein attraktiver Standort für Unternehmen und deren zukünftigen Investitionen.

Sonstige links:

>> www.vn.fi

 

 
 


 

 
Sitemap