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2004 entwickelt sich zum schlimmsten Computervirenjahr
der Geschichte - sowohl was die Zahl und Verbreitung der Viren
als auch deren Schadenpotenzial betrifft. Die Firma F-Secure
führt einen ständigen Kampf gegen neue Internetbedrohungen
und schützt so weltweit die Computer ihrer Kunden.
Die auf Datensicherheitslösungen spezialisierte F-Secure
registrierte im vergangenen Jahr 28 übers Internet verbreitete
Virusepidemien, von denen sieben als ernst eingestuft wurden.
"In diesem Jahr sind wir nach erst acht Monaten schon
fast am gleichen Punkt angelangt, verzeichneten wir doch bereits
sechs ernste Epidemien", bestätigt Mikko Hyppönen,
Forschungsleiter bei F-Secure.
Schnelles Reagieren ist Trumpf
Aus finnischer Sicht betrachtet handelt es sich bei den Computerviren
fast hundertprozentig um Importe. Sie bewegen sich global
und dringen zeitzonenweise vor. Die Kunden von F-Secure sind
über die ganze Welt verteilt, und die absolute Trumpfkarte
der Firma ist ihre enorme Reaktionsgeschwindigkeit.
"In der Welt erregt das immer wieder Verwunderung. In
der Praxis sind wir der Konkurrenz in der Geschwindigkeit
fast immer überlegen, und namentlich das Tempo ist ja
hier entscheidend, kann sich doch so eine Virusepidemie in
Stunden, ja sogar in Minuten global ausbreiten. Da kommt es
bei der Abwehr wirklich auf jede Minute an", betont Mikko
Hyppönen.
Liegt die erste Probe eines neuen Epidemieverursachers vor,
so erstellt F-Secure im Schnitt innerhalb von zweieinhalb
Stunden eine Kennung, an Hand deren die Antivirensoftware
den Eindringling feststellt. Diese Kennung wird automatisch
auf die Systeme und Workstations der Kunden übertragen,
die auch unverzüglich eine Warnung über die Gefahr
erhalten.
"Die durch ein neues Virus bedingten Probleme sind namentlich
in den ersten Stunden am größten, deshalb ist eine
möglichst frühe Benachrichtigung für den Kunden
geradezu lebenswichtig", unterstreicht der Forschungsleiter.
Mehr Arbeit infolge zunehmender Virenzahl
Je mehr Computerviren, desto mehr Arbeit. Der Verkauf von
Secure-Antiviren- und -Abwehrprodukten stieg im zweiten Quartal
dieses Jahres nach Wert um 62 Prozent auf 9,8 Mio. Euro. Insgesamt
erhöhte sich der Umsatz der Firma um 29 Prozent.
"Im Moment grassieren derart viele Virenepidemien, dass
auch weniger genügen würden und wir dennoch Vollbeschäftigung
hätten", stellt Hyppönen fest.
In Finnland hat sich innerhalb von zwanzig Jahren eine beachtlich
umfangreiche Datensicherheitsbranche entwickelt. Von diesen
Firmen kennt man neben F-Secure in der Welt zum Beispiel auch
Stonesoft und SSH Communications Security. Für die Entwicklung
der Branche waren neben Spitzenkönnern auch beträchtliche
Investitionen in die Forschung und Entwicklung erforderlich.
F-Secure beschäftigt rund 300 Mitarbeiter aus 14 Ländern.
Ein erheblicher Teil des Umsatzes wird für F&E-Tätigkeit
eingesetzt; im vergangenen Jahr waren es bei einem Umsatz
von 39 Mio. Euro fast 10 Mio. Euro.
Das Computervirus - ein soziales Problem
Virenabwehr ist ein Wettlauf mit den Virenschreibern. Letztere
haben einen Vorsprung, den die Datensicherheitsfirmen möglichst
aufzuholen versuchen. Hoffnung in dieses Wettrennen bringen
die ständige Entwicklung der Software, deren Updating
wie auch die Erschwerung des Handwerks der Virenproduzenten.
Hyppönen vertritt die - vielleicht etwas überraschende
- Meinung, die Computerviren seien eigentlich kein technisches,
sondern ein soziales Problem. "Es geht hier um den Trieb
von Menschen, solche Viren in die Welt zu setzen, und diesen
Trieb gilt es zu erkennen. Auf lange Sicht kann man auf dieses
Problem durch Aufklärung/Schulung und Gesetzgebung einwirken.
Reicht das Reagieren auf akute Bedrohungen nicht mehr aus,
muss man in die prophylaktische Datensicherheit investieren.
"Die Entwicklung läuft in Richtung immer komplexerer
technischer Datensicherheit. Wir sind von den traditionellen
Antivirenprodukten zu Datensicherheits- und Abwehrkonzepten
immer breiteren Inhalts übergegangen", berichtet
Hyppönen.
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Mobile Viren im Kommen
In diesem Jahr, besonders im Sommer, waren an der Mobilvirenfront
verstärkte Aktivitäten zu beobachten. Das
Mitte Juni aufgetauchte "Cabir" hat sich inzwischen
als erstes Handyvirus der Welt erwiesen.
Cabir breitet sich über Bluetooth in Handys, die
mit dem "Symbian-Series 60"-Betriebssystem
arbeiten, aus. Auch wenn dieser Wurm keine unmittelbare
Gefahr für den Handynutzer darstellt, so ist er
doch ein konkreter Beweis dafür, dass sich auch
für Wireless-Geräte Viren schreiben lassen.
Einmal freigesetzt, ist das Virus in der Lage, sich
funktionell zu verbreiten. Würde sich zum Beispiel
jemand mit seinem mit diesem Wurm verseuchten Handy
zur Hauptverkehrszeit durch ein Stadtzentrum bewegen,
könnte es dabei zur "Ansteckung" Tausender
anderer Mobiltelefone kommen.
Bei F-Secure wurde die Funktionstüchtigkeit des
Wurmes im Sommer in einem Luftschutzraum getestet. Dabei
zeigte sich, dass auch dieser Wurm mit der richtigen
Software unter Kontrolle gehalten und eliminiert werden
kann.
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www.f-secure.com
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