Finnfacts
Suchen
EnglishFrancaisChineseRussian

Nacrichten Medienreignisse
Mediendienst Innovationen und Industrie
Finnland-Story
Wir über Uns
Kontaktaufnahme


Aktuelles
 

F-Secure im Wettlauf mit den Viren

Feedback über den Artikel.
29.10.2004
 

 
 

2004 entwickelt sich zum schlimmsten Computervirenjahr der Geschichte - sowohl was die Zahl und Verbreitung der Viren als auch deren Schadenpotenzial betrifft. Die Firma F-Secure führt einen ständigen Kampf gegen neue Internetbedrohungen und schützt so weltweit die Computer ihrer Kunden.

Die auf Datensicherheitslösungen spezialisierte F-Secure registrierte im vergangenen Jahr 28 übers Internet verbreitete Virusepidemien, von denen sieben als ernst eingestuft wurden. "In diesem Jahr sind wir nach erst acht Monaten schon fast am gleichen Punkt angelangt, verzeichneten wir doch bereits sechs ernste Epidemien", bestätigt Mikko Hyppönen, Forschungsleiter bei F-Secure.

Schnelles Reagieren ist Trumpf

Aus finnischer Sicht betrachtet handelt es sich bei den Computerviren fast hundertprozentig um Importe. Sie bewegen sich global und dringen zeitzonenweise vor. Die Kunden von F-Secure sind über die ganze Welt verteilt, und die absolute Trumpfkarte der Firma ist ihre enorme Reaktionsgeschwindigkeit.

"In der Welt erregt das immer wieder Verwunderung. In der Praxis sind wir der Konkurrenz in der Geschwindigkeit fast immer überlegen, und namentlich das Tempo ist ja hier entscheidend, kann sich doch so eine Virusepidemie in Stunden, ja sogar in Minuten global ausbreiten. Da kommt es bei der Abwehr wirklich auf jede Minute an", betont Mikko Hyppönen.

Liegt die erste Probe eines neuen Epidemieverursachers vor, so erstellt F-Secure im Schnitt innerhalb von zweieinhalb Stunden eine Kennung, an Hand deren die Antivirensoftware den Eindringling feststellt. Diese Kennung wird automatisch auf die Systeme und Workstations der Kunden übertragen, die auch unverzüglich eine Warnung über die Gefahr erhalten.

"Die durch ein neues Virus bedingten Probleme sind namentlich in den ersten Stunden am größten, deshalb ist eine möglichst frühe Benachrichtigung für den Kunden geradezu lebenswichtig", unterstreicht der Forschungsleiter.

Mehr Arbeit infolge zunehmender Virenzahl

Je mehr Computerviren, desto mehr Arbeit. Der Verkauf von Secure-Antiviren- und -Abwehrprodukten stieg im zweiten Quartal dieses Jahres nach Wert um 62 Prozent auf 9,8 Mio. Euro. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz der Firma um 29 Prozent.

"Im Moment grassieren derart viele Virenepidemien, dass auch weniger genügen würden und wir dennoch Vollbeschäftigung hätten", stellt Hyppönen fest.

In Finnland hat sich innerhalb von zwanzig Jahren eine beachtlich umfangreiche Datensicherheitsbranche entwickelt. Von diesen Firmen kennt man neben F-Secure in der Welt zum Beispiel auch Stonesoft und SSH Communications Security. Für die Entwicklung der Branche waren neben Spitzenkönnern auch beträchtliche Investitionen in die Forschung und Entwicklung erforderlich.

F-Secure beschäftigt rund 300 Mitarbeiter aus 14 Ländern. Ein erheblicher Teil des Umsatzes wird für F&E-Tätigkeit eingesetzt; im vergangenen Jahr waren es bei einem Umsatz von 39 Mio. Euro fast 10 Mio. Euro.

Das Computervirus - ein soziales Problem

Virenabwehr ist ein Wettlauf mit den Virenschreibern. Letztere haben einen Vorsprung, den die Datensicherheitsfirmen möglichst aufzuholen versuchen. Hoffnung in dieses Wettrennen bringen die ständige Entwicklung der Software, deren Updating wie auch die Erschwerung des Handwerks der Virenproduzenten.

Hyppönen vertritt die - vielleicht etwas überraschende - Meinung, die Computerviren seien eigentlich kein technisches, sondern ein soziales Problem. "Es geht hier um den Trieb von Menschen, solche Viren in die Welt zu setzen, und diesen Trieb gilt es zu erkennen. Auf lange Sicht kann man auf dieses Problem durch Aufklärung/Schulung und Gesetzgebung einwirken.

Reicht das Reagieren auf akute Bedrohungen nicht mehr aus, muss man in die prophylaktische Datensicherheit investieren. "Die Entwicklung läuft in Richtung immer komplexerer technischer Datensicherheit. Wir sind von den traditionellen Antivirenprodukten zu Datensicherheits- und Abwehrkonzepten immer breiteren Inhalts übergegangen", berichtet Hyppönen.

Mobile Viren im Kommen

In diesem Jahr, besonders im Sommer, waren an der Mobilvirenfront verstärkte Aktivitäten zu beobachten. Das Mitte Juni aufgetauchte "Cabir" hat sich inzwischen als erstes Handyvirus der Welt erwiesen.

Cabir breitet sich über Bluetooth in Handys, die mit dem "Symbian-Series 60"-Betriebssystem arbeiten, aus. Auch wenn dieser Wurm keine unmittelbare Gefahr für den Handynutzer darstellt, so ist er doch ein konkreter Beweis dafür, dass sich auch für Wireless-Geräte Viren schreiben lassen.

Einmal freigesetzt, ist das Virus in der Lage, sich funktionell zu verbreiten. Würde sich zum Beispiel jemand mit seinem mit diesem Wurm verseuchten Handy zur Hauptverkehrszeit durch ein Stadtzentrum bewegen, könnte es dabei zur "Ansteckung" Tausender anderer Mobiltelefone kommen.

Bei F-Secure wurde die Funktionstüchtigkeit des Wurmes im Sommer in einem Luftschutzraum getestet. Dabei zeigte sich, dass auch dieser Wurm mit der richtigen Software unter Kontrolle gehalten und eliminiert werden kann.

Sonstige links:

>> www.f-secure.com

 

 
 


Mitte Juni wurde das erste Handyvirus der Geschichte gefunden. (Foto: Veli-Jussi Kesti)

 

 
Sitemap