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Euro-Bereitschaft der finnischen Firmen gestiegen

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23.10.2001
 

 
 

Die Euro-Bereitschaft der finnischen Firmen ist in der ersten Hälfte 2001 radikal gestiegen. Über neun von zehn kleinen und mittleren Unternehmen haben einen Euro-Übergangsplan aufgestellt. Mit der Einführung des gemeinsamen Bargeldes könnte sich für die finnischen Firmen Preissenkungsdruck ergeben, denn Finnland ist gegenwärtig das teuerste Euro-Land.

Die hohe Euro-Bereitschaft der finnischen Firmen geht aus einer von der EU-Kommission veröffentlichten Studie hervor, nach der 96 Prozent der kleinen und mittleren Betriebe Finnlands entweder ein detailliertes oder zumindest ein allgemeines Programm für die Einführung des Euro aufgestellt haben. Für Euroland insgesamt betrug diese Quote lediglich 63 Prozent. Zu den Spitzenreitern gehörten hinter Finnland Irland, Luxemburg und Österreich. Finnland geht als einziges nordisches Land zur gemeinsamen Währung über.

Fast 90 Prozent der kleinen und mittelständischen Firmen Finnlands haben bereits eine Einschätzung der Euro-bedingten Veränderungen bei ihren Datensystemen vorgenommen und ihr Personal entsprechend instruiert. 95 Prozent dieser Unternehmenskategorie wollen ab Anfang 2002 oder schon früher ihre Rechnungen konsequent auf Euro lautend ausstellen. Eine entsprechende Erhebung vor Jahresfrist hatte Finnland in puncto Euro-Bereitschaft als eines der nachlässigsten Länder ausgewiesen, konnte doch damals nur ein Drittel der Firmen einen Plan zum Übergang auf den Euro vorweisen. Die nun verzeichnete günstige Entwicklung ist hauptsächlich auf intensive Info-Tätigkeit zurückzuführen, wurden doch in Finnland im vergangenen Winter Hunderte einschlägige Seminare und sonstige Veranstaltungen organisiert und die Firmen zum vorgezogenen Übergang auf die neue Währung ermutigt.

Besonnenheit beim Übergang durchaus begründet

Trotz umsichtiger Vorbereitung zur Umstellung auf den Euro rechnen die meisten finnischen Unternehmen noch in Finnmark. Nach Ermittlungen der Kommission betrug in Euroland zu Beginn des Jahres der auf Euro lautende Anteil der Inlandszahlungen der Firmen nach Wert 23 Prozent, nach Anzahl der Zahlungsaufträge 10 Prozent. Für Finnland lauteten diese Quoten 10 beziehungsweise 3 Prozent. Auch bei den Auslandszahlungen verlief die Eurosierung" in Finnland eher gemächlich. In den Euro-Ländern insgesamt erfolgten 43 Prozent des Gesamtbetrags der Auslandszahlungen und 35 Prozent der Anzahl der Zahlungen in Euro, in Finnland lagen diese Quoten um rund zehn Prozentpunkte niedriger.

Die langsame Erwärmung der Unternehmen für die Gemeinschaftswährung hatte jedoch oft vernünftige Gründe: Überstürztes Handeln ist nicht erforderlich, denn die modernen Datensysteme erlauben eine schnelle Umstellung, und das notwendige Know-how ist durchaus vorhanden. Außerdem benutzen die Finnen von allen Euroland-Bürgern im Zahlungsverkehr am wenigsten Bargeld.

Finnland ­teuerstes Euro-Land

Im OECD-Preisvergleich ist Finnland, was den Privatverbrauch anbelangt, das teuerste Land im Euro-Raum, während es noch vor zwei, drei Jahren etwa das gleiche Preisniveau wie Luxemburg, Frankreich und Deutschland hatte. Die Preise der finnischen Erzeugnisse müssen mit Einführung des gemeinsamen Bargeldes Anfang kommenden Jahres genau unter die Lupe genommen werden, und mit zunehmender Konkurrenz sind eher Preissenkungs- als -erhöhungsdrücke zu erwarten. Nach einer Untersuchung des finnischen Verbraucheramtes hat sich in Finnland das durchschnittliche Preisniveau durch den Übergang auf den Euro nicht erhöht. Ein Teil der Preise wurde auf- oder abgerundet, die meisten Preise jedoch blieben vorläufig konstant.

Hat Ihre Firma einen Plan zun Übergang auf den Euro?
% der Befragten

A = detaillierter Plan
B = allgemeiner Plan
C = insgesamt

 
A
B
C
Finnland
60
37
97
Irland
40
45
85
Luxemburg
38
42
80
Österreich
57
22
79
Spanien
45
31
76
Italien
32
42
74
Holland
18
44
62
Deutschland
39
22
61
Belgien
27
30
57
Griechenland
26
24
50
Frankreich
15
35
50
Portugal
18
14
32
Euro Zone
32
31
63
Quelle: Europäische Kommission



 

 
 


 

 
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