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Die Euro-Bereitschaft der finnischen Firmen ist in der
ersten Hälfte 2001 radikal gestiegen. Über neun von zehn kleinen
und mittleren Unternehmen haben einen Euro-Übergangsplan aufgestellt.
Mit der Einführung des gemeinsamen Bargeldes könnte sich für
die finnischen Firmen Preissenkungsdruck ergeben, denn Finnland
ist gegenwärtig das teuerste Euro-Land.
Die hohe Euro-Bereitschaft der finnischen Firmen geht aus
einer von der EU-Kommission veröffentlichten Studie hervor,
nach der 96 Prozent der kleinen und mittleren Betriebe Finnlands
entweder ein detailliertes oder zumindest ein allgemeines
Programm für die Einführung des Euro aufgestellt haben. Für
Euroland insgesamt betrug diese Quote lediglich 63 Prozent.
Zu den Spitzenreitern gehörten hinter Finnland Irland, Luxemburg
und Österreich. Finnland geht als einziges nordisches Land
zur gemeinsamen Währung über.
Fast 90 Prozent der kleinen und mittelständischen Firmen Finnlands
haben bereits eine Einschätzung der Euro-bedingten Veränderungen
bei ihren Datensystemen vorgenommen und ihr Personal entsprechend
instruiert. 95 Prozent dieser Unternehmenskategorie wollen
ab Anfang 2002 oder schon früher ihre Rechnungen konsequent
auf Euro lautend ausstellen. Eine entsprechende Erhebung vor
Jahresfrist hatte Finnland in puncto Euro-Bereitschaft als
eines der nachlässigsten Länder ausgewiesen, konnte doch damals
nur ein Drittel der Firmen einen Plan zum Übergang auf den
Euro vorweisen. Die nun verzeichnete günstige Entwicklung
ist hauptsächlich auf intensive Info-Tätigkeit zurückzuführen,
wurden doch in Finnland im vergangenen Winter Hunderte einschlägige
Seminare und sonstige Veranstaltungen organisiert und die
Firmen zum vorgezogenen Übergang auf die neue Währung ermutigt.
Besonnenheit beim Übergang durchaus
begründet
Trotz umsichtiger Vorbereitung zur Umstellung auf den Euro
rechnen die meisten finnischen Unternehmen noch in Finnmark.
Nach Ermittlungen der Kommission betrug in Euroland zu Beginn
des Jahres der auf Euro lautende Anteil der Inlandszahlungen
der Firmen nach Wert 23 Prozent, nach Anzahl der Zahlungsaufträge
10 Prozent. Für Finnland lauteten diese Quoten 10 beziehungsweise
3 Prozent. Auch bei den Auslandszahlungen verlief die Eurosierung"
in Finnland eher gemächlich. In den Euro-Ländern insgesamt
erfolgten 43 Prozent des Gesamtbetrags der Auslandszahlungen
und 35 Prozent der Anzahl der Zahlungen in Euro, in Finnland
lagen diese Quoten um rund zehn Prozentpunkte niedriger.
Die langsame Erwärmung der Unternehmen für die Gemeinschaftswährung
hatte jedoch oft vernünftige Gründe: Überstürztes Handeln
ist nicht erforderlich, denn die modernen Datensysteme erlauben
eine schnelle Umstellung, und das notwendige Know-how ist
durchaus vorhanden. Außerdem benutzen die Finnen von allen
Euroland-Bürgern im Zahlungsverkehr am wenigsten Bargeld.
Finnland teuerstes Euro-Land
Im OECD-Preisvergleich ist Finnland, was den Privatverbrauch
anbelangt, das teuerste Land im Euro-Raum, während es noch
vor zwei, drei Jahren etwa das gleiche Preisniveau wie Luxemburg,
Frankreich und Deutschland hatte. Die Preise der finnischen
Erzeugnisse müssen mit Einführung des gemeinsamen Bargeldes
Anfang kommenden Jahres genau unter die Lupe genommen werden,
und mit zunehmender Konkurrenz sind eher Preissenkungs- als
-erhöhungsdrücke zu erwarten. Nach einer Untersuchung des
finnischen Verbraucheramtes hat sich in Finnland das durchschnittliche
Preisniveau durch den Übergang auf den Euro nicht erhöht.
Ein Teil der Preise wurde auf- oder abgerundet, die meisten
Preise jedoch blieben vorläufig konstant.
Hat Ihre Firma einen Plan zun Übergang auf den Euro?
% der Befragten
A = detaillierter Plan
B = allgemeiner Plan
C = insgesamt
| |
A
|
B
|
C
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| Finnland |
60
|
37
|
97
|
| Irland |
40
|
45
|
85
|
| Luxemburg |
38
|
42
|
80
|
| Österreich |
57
|
22
|
79
|
| Spanien |
45
|
31
|
76
|
| Italien |
32
|
42
|
74
|
| Holland |
18
|
44
|
62
|
| Deutschland |
39
|
22
|
61
|
| Belgien |
27
|
30
|
57
|
| Griechenland |
26
|
24
|
50
|
| Frankreich |
15
|
35
|
50
|
| Portugal |
18
|
14
|
32
|
| Euro Zone |
32
|
31
|
63
|
Quelle: Europäische Kommission

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