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Die zweite Jahreshälfte 2006, in der Finnland den
EU-Vorsitz führt, bedeutet für die Wirtschaft eine
Reihe von Möglichkeiten. Der Hauptverband der Finnischen
Wirtschaft (EK) hat eine Zusammenstellung der wichtigsten
Punkte dieser Periode vorgelegt. Hauptthema wird die Innovationspolitik
sein.
"Die Innovationspolitik als zentraler Teil der Wettbewerbsfähigkeitsstrategie
ist für Finnland naturgemäß das passende Spitzenthema
während seiner Präsidentschaft. Wir verfügen
über ausgezeichnete Voraussetzungen, die Notwendigkeit
einer alle Bereiche deckenden Innovationsumgebung herauszustellen
und den Informationsaustausch auf diesem Gebiet in Schwung
zu bringen", sagt Ulla Sirkeinen, Chefin des EK-Büros
in Brüssel.
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Innovationstätigkeit
sind neben ausreichender Forschungs- und Entwicklungsarbeit
offene Märkte, funktionierender Wettbewerb und ein zu
umfassender Erneuerung und Risikobereitschaft ermutigendes
Aktionsumfeld.
"Auch die anderen Bereiche der Politik müssen die
Innovationstätigkeit unterstützen statt ihr Steine
in den Weg zu legen. Die Innovationspolitik selbst muss sich
stärker an der Nachfrage orientieren, und sie muss auch
auf andere Sektoren, nämlich auf Finanzierung und Unternehmertum
und auf die Entwicklung des Business, der Vernetzung und der
Dienstleistungen einschließlich Ausbildung ausgedehnt
werden", zählt Frau Sirkeinen auf.
Während des Halbjahrs müssen u.a. alle mit dem
siebten F&E-Rahmenprogramm verbundenen Beschlüsse
und der Beschluss über das Wettbewerbsfähigkeits-
und Innovationsprogramm gefasst werden. Diese Programme sollen
Spitzenleistungen fördern. Die Beteiligung von Unternehmen
ist durch Vereinfachung von Verfahrensweisen und Sicherstellung
eines funktionierenden Schutzes der Industrierechte zu erleichtern.
Förderung von KMUs und Unternehmergeist
Förderung des Unternehmergeistes und des Wachstums der
kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) ist nach Auffassung
des EK sowohl eine nationale wie auch eine unionsweite Notwendigkeit.
"Schließlich haben wir in der Union 23 Millionen
kleine und mittlere Betriebe, die 75 Millionen Menschen beschäftigen",
unterstreicht Frau Sirkeinen.
Die Gewerbepolitik muss die Unternehmen zu Wachstums- und
mehr Risikobereitschaft ermutigen. Die Finanzierungsmöglichkeiten
von Start ups und wachsenden Unternehmen müssen entwickelt
und ausgeweitet werden. Bei der Förderung des Unternehmergeistes
sind Steuersysteme wichtig, die die Firmen zur Expansion und
zu Investitionen anregen.
Bessere Reglementierung und Abbau der Bürokratie verbessern
die Existenzbedingungen der KMUs. Im Hinblick auf leichteren
Zugang zu den Märkten hält der EK auch die Öffnung
des öffentlichen Sektors für den Wettbewerb und
den grenzübergreifenden Handel für wichtig.
"In einem beträchtlichen Teil der kleinen und mittleren
Unternehmen stecken enorme Wachstumsmöglichkeiten, die
es zu nutzen gilt. Zur Erhöhung der Risikobereitschaft
sollten die Instrumente der Risikofinanzierung wie auch die
Consulting- und Innovationsdienstleistungen verbessert werden",
hebt Frau Sirkeinen hervor.
Auch die Heranbildung von Unternehmern müsste in allen
Ausbildungsstufen verstärkt werden, wobei der Kommission
eine wichtige Rolle als Vermittlerin der erfolgreichsten Methoden
zukommt.
Breiter gefasst Dienstleistungsrichtlinie
Die Kommission veröffentlichte Anfang April 2006 eine
abgeänderte Fassung des von ihr vor über zwei Jahren
vorgelegten Vorschlags für eine Dienstleistungsrichtlinie.
Ziel ist es, die Dienstleistungsmärkte zu öffnen
und ihr Funktionieren zu verbessern. Mit der Richtlinie soll
sowohl die ständige Etablierung von Dienstleistungstätigkeit
in einem anderen Mitgliedsland als auch das zeitweise Anbieten
von Dienstleistungen vom eigenen in ein anderes Mitgliedsland
erleichtert werden.
In dem Entwurf wurde der Gültigkeitsbereich der Richtlinie
eingeengt durch Ausschließen u.a. der Transport-, Hafen-,
Mietpersonal-, Gesundheits- und Sicherheitsdienstleistungen
sowie der Wohnen, Kinderpflege und Familienunterstützung
betreffenden Sozialdienstleistungen.
"Der abgeänderte Richtlinienentwurf entsprach nicht
den von der Wirtschaft gehegten Erwartungen. Die Richtlinie
sollte nach unserer Auffassung einen möglichst breiten
Bereich decken, denn das Ausschließen von Dienstleistungsarten
enthebt die Mitgliedsländer der Pflicht, ihre diese betreffenden
administrativen Verfahrensweisen zu überprüfen.
Um das Problem zu entschärfen schlagen wir vor, die
Forderung einzufügen, dass die Mitgliedsländer der
Kommission jene geltenden und neuen nationalen Gesetze, Vorschriften
oder administrativen Forderungen zu melden haben, mit denen
das freie Anbieten von Dienstleistungen beschränkt wird.
Außerdem müssten diese nationalen Forderungen in
einem öffentlichen, allen Dienstleistern leicht zugänglichen
Register geführt werden", resümiert Frau Sirkeinen.
Die übrigen für die Wirtschaft wichtigen Punkte
während des finnischen EU-Vorsitzes
-
Energiepolitik
-
Klima- und Umweltpolitik
-
Immaterielle Rechte
-
Abfallstrategie und -richtlinie
-
Wachstums- und Beschäftigungsstrategie
-
Handelspolitik und internationale Beziehungen
-
Wettbewerbsrecht und staatliche Subventionen
-
Ausbildungspolitik
-
Logistik
-
Immigrationspolitik
-
Bessere Reglementierung
-
REACH-Chemikalienverordnung
-
EU-Binnenmärkte
-
Wirtschaftspolitik
-
Informationsgesellschaft
-
Arbeitsrecht
-
Steuerpolitik
-
Gesellschaftsrecht

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