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Zunehmende wirtschaftliche und industrielle Zusammenarbeit
Die erweiterte EU - eine Chance für die finnische Wirtschaft

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28.5.2004
 

 
 

„Man soll das Wirtschaftswachstum, das die EU-Erweiterung mit sich bringt, nicht überbewerten, aber auch nicht unterschätzen. Nach Meinung vieler Unternehmen war die Erweiterung das Beste, was der EU angesichts des immer schärferen globalen Wettbewerbs widerfahren konnt", sagt Direktor Erik Forsman vom Finnischen Industrie- und Arbeitgeberverband (TT).

Die EU-Erweiterung ist ein Teil der in Gang befindlichen Globalisierung, die eine grundlegende Veränderung der traditionellen Weltwirtschafts- und Welthandelsstrukturen bewirkt. Die Anfang Mai um zehn Länder gewachsene EU stellt nun einen nach einheitlichen Regeln funktionierenden, über 450 Millionen Verbraucher aufweisenden großen Markt mit eigener innerer Dynamik dar.

„Man sollte die Auswirkungen der Erweiterung auf Handel und Wirtschaftswachstum in naher Zukunft nicht übertreiben, aber auch das nun allen Unternehmen gemeinsame riesige Geschäftsumfeld in seiner Bedeutung nicht unterschätzen", betont Erik Forsman.

Ein leistungsfähiger, störungsfreier Motor

Im Moment tragen die neuen Mitgliedsländer nur fünf Prozent zum Bruttosozialprodukt und nur zwei Prozent zum Binnenhandel des EU-Raums bei. Kurzfristig wird die Erweiterung, so schätzt man, das Wirtschaftswachstum der neuen Mitglieder um jährlich ein bis zwei Prozentpunkte, bei den alten EU-Ländern um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte erhöhen.

Zur Sicherung der positiven Auswirkungen auf die Wirtschaft ist es nach Forsman wichtig, dass die neuen Länder der Union unbedingt alle im Mitgliedschaftsvertrag vorausgesetzten Binnenmarkt-Vorschriften erfüllen. „Der Binnenmarkt ist der Motor des Wirtschaftswachstums der EU, und der muss effizient und störungsfrei funktionieren", unterstreicht er.

Produktionsverlagerung in die neuen Mitgliedsländer

Der gegenseitige Handel und die produktiven Investitionen von den alten in die neuen EU-Länder nahmen infolge geschlossener Freihandelsverträge schon in den neunziger Jahren kräftig zu. Damals fielen die Hürden im Handel und bei den Investitionen, und die Harmonisierung der Wirtschaftsgesetzgebung der neuen Länder in Abstimmung auf das Binnenmarktsystem begann.

„Als Folge dieser Maßnahmen und der günstigen Wirtschaftsbedingungen der neuen Mitgliedsländer begannen zahlreiche europäische und auch außereuropäische Unternehmen in beispielloser Weise in den neuen Mitgliedsländern zu investieren und ihre Produktion dorthin zu verlagern", schildert Forsman. „Dieser Trend hält an und kann sich noch verstärken, wenn Produktionskosten und Körperschaftssteuer in den Beitrittsländern deutlich niedriger als in den alten EU-Ländern bleiben."

Weiter zunehmender Wettbewerb

Der Wettbewerb am nun erweiterten EU-Binnenmarkt wird sich in allen Branchen noch verschärfen, dafür sorgen u.a. die in den neuen Mitgliedsländern etablierten westlichen Unternehmen, die in ihren funkelnagelneuen bzw. gründlich sanierten Betrieben unter Einsatz moderner Verfahren noch effizienter und wirtschaftlich wettbewerbsfähiger als bisher zu produzieren vermögen.

Von den befristeten Binnenmarktbeschränkungen nennt Forsman als belangreichste die Einschränkung der Freizügigkeit der Arbeitskräfte. Gleich vielen anderen EU-Ländern hat auch Finnland da eine zweijährige Beschränkung verfügt, die bei Bedarf verlängert werden kann, jedoch nicht mehr als insgesamt sieben Jahre betragen darf.

„Es steht zu befürchten, dass die durch Pensionierung der starken Jahrgänge entstehenden Lücken in den nächsten Jahren kaum durch Arbeitskräfte aus anderen Unionsländern ausgefüllt werden können", gibt Forsman zu bedenken.

Mehr Investitionen und Zusammenarbeit

„Die Investitionen finnischer Unternehmen in den neuen Mitgliedsländern und die wirtschaftliche und industrielle Zusammenarbeit mit dortigen Firmen werden in den nächsten Jahren wahrscheinlich erheblich zunehmen", meint Forsman.

In den letzten Jahren hat der finnische Export in die neuen Mitgliedsländer nahezu stagniert; er machte im Jahr 2003 insgesamt 7,1 Prozent der Ausfuhr aus. Die Hauptabnehmerländer waren Estland (1,1 Mrd. Euro) Polen (862 Mio. Euro) und Ungarn (356 Mio. Euro). Über die Hälfte der Exporte entfiel auf Erzeugnisse der Technologieindustrie, gefolgt von den Produkten der Holz- und der Chemiebranche.

Der Import aus den neuen Mitgliedsländern hat sich im vergangenen Jahr um zehn Prozent erhöht. Auch die Einfuhr wurde von Produkten der Technologieindustrie dominiert; dazu kamen Holz und Holzprodukte sowie Bekleidung. Am meisten wird aus Estland bezogen.

Die finnischen Investitionen in die neuen Mitgliedsländer haben sich besonders seit der Jahrhundertwende erhöht, machten aber im Jahr 2002 erst knappe 3 Prozent der finnischen Auslandsinvestitionen aus. Von den Mitteln floss ein reiches Drittel - 600 Mio. Euro - nach Estland; an folgender Stelle rangierten Polen und Ungarn mit je 350 Mio. Euro.

 



 

 
 


 

 
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