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Energiepolitik der EU im Fokus
Funktionierender Wettbewerb an den Energiemärkten

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9.6.2006
 

 
 

"Die Energiepolitik der Europäischen Union muss in ausgewogener Weise Sicherheit der Energieversorgung, Wettbewerbsfähigkeit sowie Klima- und Umweltgesichtspunkte unter einen Hut bringen", sagt Jouni Punnonen, Sachverständiger beim Hauptverband der Finnischen Wirtschaft (EK).

Die Energiepolitik ist eines der Themen, die während des EU-Vorsitzes Finnlands anstehen. Der EK ist für echte und unparteiische Öffnung der Energiemärkte und funktionierenden Wettbewerb - Ziele, auf die weiterhin konsequent hingearbeitet werden muss.

"Bei der Sicherung der Energieverfügbarkeit und wettbewerbsfähiger Energiepreise spielt die Möglichkeit zu vielseitiger Energiebeschaffung und -erzeugung eine zentrale Rolle. Mannigfaltigkeit bedeutet auch vermehrten funktionierenden Wettbewerb an den Energiemärkten", bringt Punnonen den Standpunkt des EK zum Ausdruck.

"Bei der Öffnung der Energiemärkte ist ausgehend von regional gut funktionierenden Märkten schrittweise bis zu gesamteuropäischen Märkten vorzugehen.

Die Förderung der Energieeffizienz und der Nutzung regenerativer Energiequellen hat unter Minimierung der damit verbundenen Kosten und Setzen möglichst realistischer Ziele zu erfolgen.

In den Beziehungen zwischen der EU und Russland ist weiter auf eine gemeinsame Auffassung in Energieangelegenheiten hinzuarbeiten. Auch der Energiedialog zwischen der EU und den asiatischen Ländern sollte vertieft werden."

Neue Instrumente für den Emissionshandel

Der Klimawandel stellt eine globale Gefahr dar, deren Abwehr von der finnischen Wirtschaft sehr ernst genommen wird. In den Griff bekommen lässt sich dieses Problem jedoch nur, wenn alle Länder, die beträchtliche Emissionen verursachen, mitwirken; die Unterzeichner des Kyoto-Protokolls allein genügen da nicht.

"Die zukünftige Klimapolitik müsste dahingehend entwickelt werden, dass sie zu einer Eindämmung der globalen Emissionszunahme führt und für alle gleiche Aktionsbedingungen sowohl innerhalb der EU wie auch weltweit gewährleistet."

Bei der Bekämpfung des Klimawandels steht der EU als Hauptinstrument der Emissionshandel zur Verfügung, der zusammen mit seinen Folgewirkungen die Kosten vor allem der in weltweitem Konkurrenzkampf stehenden energieintensiven Industrie hochgetrieben hat. Gleichzeitig hat der Emissionshandel die Wettbewerbsfähigkeit der Firmen gegenüber nicht im EU-Raum ansässiger Firmen, die frei von dieser Kostenlast sind, geschwächt.

"Die EU müsste nun Mittel finden, mit denen der durch den Emissionshandel bedingte Wettbewerbsnachteil in möglichst hohem Maße eliminiert werden kann."

Energieeffizienz zunehmend gefragt

Entwicklung und Anwendung von Technologien spielen bei der Bekämpfung des Klimawandels eine entscheidende Rolle. Für energieintensive Technologien besteht weltweit zunehmender Bedarf, weil die Nachfrage nach Energie ständig wächst, die fossilen Brennstoffvorräte aber zur Neige gehen und die Energiepreise steigen.

Die wachsende Nachfrage nach energieintensiven Technologien bedeutet eine Chance für zahlreiche in Finnland tätige Unternehmen, die diesen Bedarf mit entsprechenden Konzepten, u.a. mit hochentwickelten Kraft-Wärme-Kopplungskonzepten (KWK), zu decken vermögen."

Obgleich in der finnischen Wirtschaft bereits eine hohe Energieeffizienz herrscht, so lässt sich die nach Meinung des EK dennoch weiter verbessern. Eines der Mittel dazu sind die energieintensiven Innovationen, die in den zukünftigen Energiesparvertrag noch stärker als bisher eingebunden werden sollten.

"Der Energiesparvertrag bietet treffliche Instrumente zur konkreten Verbesserung der Energieeffizienz. Die EU sollte Fakten über die besten Anwendungen sammeln und allen zur Verfügung stellen. Der finnische Energiesparvertrag ist da ein gutes Beispiel", meint Punnonen.

Kernkraft in Finnland

Atomkraftwerke stehen in Finnland seit Ende der 1970er Jahre in Betrieb, und ihre Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit repräsentierten während ihrer gesamten bisherigen Betriebszeit internationale Spitzenklasse.

Rund ein Viertel (25,8 %) des in Finnland verbrauchten Stroms stammt aus Atommeilern. Das Land verfügt über zwei Kernkraftwerke mit insgesamt vier Blöcken. Der Bau der fünften Einheit - Olkiluoto 3 - wurde im Sommer 2005 in Angriff genommen und stellt gegenwärtig Europas größtes Bauvorhaben dar. Das neue Kernkraftwerk soll im Jahr 2009 ans Netz gehen.

Kernkraft ist eine bezüglich der Umwelt verantwortungsvolle Form der Energieerzeugung, die weder CO2- noch andere Emission in die Atmosphäre bewirkt und deshalb zur Eindämmung des Klimawandels beiträgt.

 



 

 
 


Der Bau der fünften Einheit - Olkiluoto 3 - wurde im Sommer 2005 in Angriff genommen und stellt gegenwärtig Europas größtes Bauvorhaben dar. Das neue Kernkraftwerk soll im Jahr 2009 ans Netz gehen.

 

 
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