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"Die Energiepolitik der Europäischen Union muss
in ausgewogener Weise Sicherheit der Energieversorgung, Wettbewerbsfähigkeit
sowie Klima- und Umweltgesichtspunkte unter einen Hut bringen",
sagt Jouni Punnonen, Sachverständiger beim Hauptverband
der Finnischen Wirtschaft (EK).
Die Energiepolitik ist eines der Themen, die während
des EU-Vorsitzes Finnlands anstehen. Der EK ist für echte
und unparteiische Öffnung der Energiemärkte und
funktionierenden Wettbewerb - Ziele, auf die weiterhin konsequent
hingearbeitet werden muss.
"Bei der Sicherung der Energieverfügbarkeit und
wettbewerbsfähiger Energiepreise spielt die Möglichkeit
zu vielseitiger Energiebeschaffung und -erzeugung eine zentrale
Rolle. Mannigfaltigkeit bedeutet auch vermehrten funktionierenden
Wettbewerb an den Energiemärkten", bringt Punnonen
den Standpunkt des EK zum Ausdruck.
"Bei der Öffnung der Energiemärkte ist ausgehend
von regional gut funktionierenden Märkten schrittweise
bis zu gesamteuropäischen Märkten vorzugehen.
Die Förderung der Energieeffizienz und der Nutzung regenerativer
Energiequellen hat unter Minimierung der damit verbundenen
Kosten und Setzen möglichst realistischer Ziele zu erfolgen.
In den Beziehungen zwischen der EU und Russland ist weiter
auf eine gemeinsame Auffassung in Energieangelegenheiten hinzuarbeiten.
Auch der Energiedialog zwischen der EU und den asiatischen
Ländern sollte vertieft werden."
Neue Instrumente für den Emissionshandel
Der Klimawandel stellt eine globale Gefahr dar, deren Abwehr
von der finnischen Wirtschaft sehr ernst genommen wird. In
den Griff bekommen lässt sich dieses Problem jedoch nur,
wenn alle Länder, die beträchtliche Emissionen verursachen,
mitwirken; die Unterzeichner des Kyoto-Protokolls allein genügen
da nicht.
"Die zukünftige Klimapolitik müsste dahingehend
entwickelt werden, dass sie zu einer Eindämmung der globalen
Emissionszunahme führt und für alle gleiche Aktionsbedingungen
sowohl innerhalb der EU wie auch weltweit gewährleistet."
Bei der Bekämpfung des Klimawandels steht der EU als
Hauptinstrument der Emissionshandel zur Verfügung, der
zusammen mit seinen Folgewirkungen die Kosten vor allem der
in weltweitem Konkurrenzkampf stehenden energieintensiven
Industrie hochgetrieben hat. Gleichzeitig hat der Emissionshandel
die Wettbewerbsfähigkeit der Firmen gegenüber nicht
im EU-Raum ansässiger Firmen, die frei von dieser Kostenlast
sind, geschwächt.
"Die EU müsste nun Mittel finden, mit denen der
durch den Emissionshandel bedingte Wettbewerbsnachteil in
möglichst hohem Maße eliminiert werden kann."
Energieeffizienz zunehmend gefragt
Entwicklung und Anwendung von Technologien spielen bei der
Bekämpfung des Klimawandels eine entscheidende Rolle.
Für energieintensive Technologien besteht weltweit zunehmender
Bedarf, weil die Nachfrage nach Energie ständig wächst,
die fossilen Brennstoffvorräte aber zur Neige gehen und
die Energiepreise steigen.
Die wachsende Nachfrage nach energieintensiven Technologien
bedeutet eine Chance für zahlreiche in Finnland tätige
Unternehmen, die diesen Bedarf mit entsprechenden Konzepten,
u.a. mit hochentwickelten Kraft-Wärme-Kopplungskonzepten
(KWK), zu decken vermögen."
Obgleich in der finnischen Wirtschaft bereits eine hohe Energieeffizienz
herrscht, so lässt sich die nach Meinung des EK dennoch
weiter verbessern. Eines der Mittel dazu sind die energieintensiven
Innovationen, die in den zukünftigen Energiesparvertrag
noch stärker als bisher eingebunden werden sollten.
"Der Energiesparvertrag bietet treffliche Instrumente
zur konkreten Verbesserung der Energieeffizienz. Die EU sollte
Fakten über die besten Anwendungen sammeln und allen
zur Verfügung stellen. Der finnische Energiesparvertrag
ist da ein gutes Beispiel", meint Punnonen.
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Kernkraft in Finnland
Atomkraftwerke stehen in Finnland seit Ende der 1970er
Jahre in Betrieb, und ihre Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit
repräsentierten während ihrer gesamten bisherigen
Betriebszeit internationale Spitzenklasse.
Rund ein Viertel (25,8 %) des in Finnland verbrauchten
Stroms stammt aus Atommeilern. Das Land verfügt
über zwei Kernkraftwerke mit insgesamt vier Blöcken.
Der Bau der fünften Einheit - Olkiluoto 3 - wurde
im Sommer 2005 in Angriff genommen und stellt gegenwärtig
Europas größtes Bauvorhaben dar. Das neue
Kernkraftwerk soll im Jahr 2009 ans Netz gehen.
Kernkraft ist eine bezüglich der Umwelt verantwortungsvolle
Form der Energieerzeugung, die weder CO2- noch andere
Emission in die Atmosphäre bewirkt und deshalb
zur Eindämmung des Klimawandels beiträgt.
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