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Technologie in erlebnisträchtige Produkte umsetzen
Erlebnisindustrie im Aufwind

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10.12.2004
 

 
 

Die Erlebnisindustrie entwickelt sich gegenwärtig zu einem bedeutenden Geschäftsbereich, und in Finnland steht da vor allem Lappland im Brennpunkt, wo die Branche jetzt zu einem Image- und Wirtschaftsmotor ausgebaut wird. Nordfinnland hat auch internationale Anziehungskraft.

Das Kompetenzzentrum der Lappländischen Erlebnisindustrie LEO (Lapland Centre of Expertise for the Experience industry) hat sich zum Ziel gesetzt, Tourismus, Neue Medien, Unterhaltungsindustrie und designerisches Spitzenkönnen auf der Basis von Forschung, Ausbildung und Zusammenarbeit örtlicher Unternehmen zu einem eigenen Gewerbezweig zu zusammenzuschweißen. Regionale Finanziers haben bereits zig Millionen Euro in die Entwicklung der Erlebnisindustrie gesteckt.

"Die Erlebnisindustrie ist in Lappland wie auch in ganz Finnland eine zugkräftige Branche. Die im Rahmen von LEO geschaffenen Dienstleistungen bringen Mehrwert und erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen dieses Bereichs", stellt Geschäftsführer Miikka Raulo fest.

LEO hat das konkrete Ziel im Auge, den Umsatz der Erlebnisindustrie von den 345 Mio. Euro des Jahres 2000 bis zum Jahr 2006 auf 450 Mio. Euro zu steigern. Weiter sollen 40 bis 60 neue Unternehmen und 300 bis 500 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

"Wir hatten bereits Erfolg, denn es wurden inzwischen Dutzende innovative Erlebnisprodukte und auf Spitzenkompetenz basierende Unternehmen geschaffen. Der Umsatz der Branche hat sich auf 385 Mio. Euro erhöht, und es sind 65 neue Betriebe und 330 Arbeitsplätze entstanden", zählt Miikka Raulo auf.

Lappland - Weihnachtsland

Wie Raulo konstatiert, genügt es nicht mehr, an der Spitze der Technologie zu marschieren, sondern nun muss Technologie in erlebnisträchtige Dienstleistungsprodukte umgesetzt werden.

"Das Produkt an sich ist belanglos, wichtig sind die damit verbundenen Dienstleistungen und sein Erlebnispotenzial. Durch Kombinieren der Geschäftstätigkeit der Freizeit- und Erlebnisindustrie mit technologischer Kompetenz wird die Wettbewerbskraft der Branche gesteigert."

Als gutes Beispiel führt Raulo das Weihnachtsbank-Projekt an, bei dem verschiedene Kompetenzbereiche in Erlebnispotenzial-erhöhender Weise zusammengeführt wurden. Die Weihnachtsbank bietet neben dem traditionellen Christfest auch neue interessante mit diesem Fest verbundene Elemente. Die Bank fördert die Erneuerung des lappländischen Weihnachtstourismus, stärkt das Image der Region und ihren Ruf als Heimstätte des Weihnachtsmannes und strebt nach einer Verlängerung der weihnachtlichen Touristensaison.

Nicht nur Tourismus

Die auf den WWW-Seiten des Kompetenzzentrums der Lappländischen Erlebnisindustrie präsentierten Produkte repräsentieren Spitzenkompetenz und haben sich auch an den Märkten als erfolgreich erwiesen. Besonders Besucher aus dem Ausland fühlen sich von den Programmdienstleistungen und Tourismusprodukten angezogen.

"Die Kunden verlangen nach erlebnisvollen, einzigartigen Begegnungen, die vielfach auf dem Kontrast zur eigenen Kultur und Lebensweise basieren. Und Lappland bietet Besuchern wahrhaftig diesen Kontrast", resümiert Miikka Raulo.

Der Tourismus fungiert zwar als Lokomotive der Erlebnisindustrie, ist aber keineswegs die einzige Erlebnisse bietende Branche, sondern auch die Bereiche Design, Handarbeit, Animations- und AV-Produktion und andere kulturelle Güter sind in dieser Beziehung von Bedeutung.

"Als Gesamtheit unterstützen die einzelnen Branchen der Erlebnisindustrie einander, und ihre Trennung ist angesichts der Wettbewerbslage unserer Zeit nicht mehr gerechtfertigt", sagt Miikka Raulo abschließend.

Erlebnisse werden zu Geschäftstätigkeit

Beim Zentrum für Technologieentwicklung (TEKES) ist unter Mitwirkung auch des Kompetenzzentrums der Lappländischen Erlebnisindustrie ein Freizeit- und Erlebnisindustrie-Technologieprogramm für Finnland in Vorbereitung. Das Programm würde, falls es zur Verwirklichung kommt, die Wettbewerbsfähigkeit in Finnland wirkender Unternehmen bei der Entwicklung kompetenzintensiver Dienstleistungsprodukte stärken.

Damit dieses Unternehmen und Forschung vernetzende Programm seinen Zweck erfüllen kann, werden im Rahmen der Vorbereitungen ein Erlebnisindustrie- und Freizeitcluster definiert und die Wertenetze des damit verbundenen Business klargestellt. Auch der Bedarf an Entwicklung und Nutzung von Technologien und die Wirkung des Technologieprogramms auf die Entwicklung der Geschäftstätigkeit der Branche werden untersucht.

"Wir betrachten bei unseren Hintergrundrecherchen die Erlebnisindustrie aus dem Blickwinkel des Tourismus und der damit verbundenen Branchen, wie z.B. Freizeitartikel- und Unterhaltungsindustrie. Dazu gehören auch Bau und Gestaltung von Räumlichkeiten und Umgebungen", erläutert Eija Virtasalo, Leiterin der Technologiesparte bei TEKES.

Die zu finanzierenden Forschungs- und Entwicklungsobjekte des eventuell im Jahr 2005 anlaufenden Technologieprogramms werden, so Frau Virtasalo, nach Abschluss der Vorbereitungen feststehen.

Erlebnisindustrie

In der Erlebnisindustrie wirken kreative Produktion, Technologie und Betriebswirtschaft mit dem Ziel der Schaffung innovativer Erlebnisprodukte zusammen. Die Branche umfasst mit dem Tourismus, dem Design, den Neuen Medien und der ICT wie auch der Unterhaltung und Kultur verbundene Teilbereiche. Auch die Bedeutung von Wellnessangebot und körperlicher Betätigung nimmt ständig zu.

Die Geschäftstätigkeit basiert auf dem Anbieten von Mehrwert für die Kunden durch Nutzung erlebnisträchtiger Elemente neben den eigentlichen Produkten und Dienstleistungen. Solche Elemente können zum Beispiel Multiempfindsamkeit, Individualität, Sichselbstübertreffen, Einmaligkeit oder Gelingen sein. Der Kunde äußert seine Erlebniswünsche, und der Dienstleistungsanbieter stellt dafür den passenden Rahmen zur Verfügung.

Auch in anderen Ländern hat man die Bedeutung von Erlebnissen erkannt. So spricht man in Schweden von der "upplevelseindustri" und versteht darunter einen Komplex aus 13 Branchen, darunter Tourismus, Mode, Musik, Medien, Kunst und Design. Entsprechend benutzt man in Dänemark, Mitteleuropa und Großbritannien neben "experience economy" auch die Bezeichnung "creative industries".

Sonstige links:

>> www.elamystuotanto.org
>> www.auroraborealisrovaniemi.com
>> www.santaclaus.fi
>> www.tekes.fi

 

 
 


Das Freizeit- und Erlebnisindustrie-Technologieprogramm würde die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen bei der Entwicklung kompetenzintensiver Dienstleistungsprodukte stärken.
Foto: copyright Suunto Oy

 

 
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