|
Die Erlebnisindustrie entwickelt sich gegenwärtig
zu einem bedeutenden Geschäftsbereich, und in Finnland
steht da vor allem Lappland im Brennpunkt, wo die Branche
jetzt zu einem Image- und Wirtschaftsmotor ausgebaut wird.
Nordfinnland hat auch internationale Anziehungskraft.
Das Kompetenzzentrum der Lappländischen Erlebnisindustrie
LEO (Lapland Centre of Expertise for the Experience industry)
hat sich zum Ziel gesetzt, Tourismus, Neue Medien, Unterhaltungsindustrie
und designerisches Spitzenkönnen auf der Basis von Forschung,
Ausbildung und Zusammenarbeit örtlicher Unternehmen zu
einem eigenen Gewerbezweig zu zusammenzuschweißen. Regionale
Finanziers haben bereits zig Millionen Euro in die Entwicklung
der Erlebnisindustrie gesteckt.
"Die Erlebnisindustrie ist in Lappland wie auch in ganz
Finnland eine zugkräftige Branche. Die im Rahmen von
LEO geschaffenen Dienstleistungen bringen Mehrwert und erhöhen
die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen dieses Bereichs",
stellt Geschäftsführer Miikka Raulo fest.
LEO hat das konkrete Ziel im Auge, den Umsatz der Erlebnisindustrie
von den 345 Mio. Euro des Jahres 2000 bis zum Jahr 2006 auf
450 Mio. Euro zu steigern. Weiter sollen 40 bis 60 neue Unternehmen
und 300 bis 500 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
"Wir hatten bereits Erfolg, denn es wurden inzwischen
Dutzende innovative Erlebnisprodukte und auf Spitzenkompetenz
basierende Unternehmen geschaffen. Der Umsatz der Branche
hat sich auf 385 Mio. Euro erhöht, und es sind 65 neue
Betriebe und 330 Arbeitsplätze entstanden", zählt
Miikka Raulo auf.
Lappland - Weihnachtsland
Wie Raulo konstatiert, genügt es nicht mehr, an der
Spitze der Technologie zu marschieren, sondern nun muss Technologie
in erlebnisträchtige Dienstleistungsprodukte umgesetzt
werden.
"Das Produkt an sich ist belanglos, wichtig sind die
damit verbundenen Dienstleistungen und sein Erlebnispotenzial.
Durch Kombinieren der Geschäftstätigkeit der Freizeit-
und Erlebnisindustrie mit technologischer Kompetenz wird die
Wettbewerbskraft der Branche gesteigert."
Als gutes Beispiel führt Raulo das Weihnachtsbank-Projekt
an, bei dem verschiedene Kompetenzbereiche in Erlebnispotenzial-erhöhender
Weise zusammengeführt wurden. Die Weihnachtsbank bietet
neben dem traditionellen Christfest auch neue interessante
mit diesem Fest verbundene Elemente. Die Bank fördert
die Erneuerung des lappländischen Weihnachtstourismus,
stärkt das Image der Region und ihren Ruf als Heimstätte
des Weihnachtsmannes und strebt nach einer Verlängerung
der weihnachtlichen Touristensaison.
Nicht nur Tourismus
Die auf den WWW-Seiten des Kompetenzzentrums der Lappländischen
Erlebnisindustrie präsentierten Produkte repräsentieren
Spitzenkompetenz und haben sich auch an den Märkten als
erfolgreich erwiesen. Besonders Besucher aus dem Ausland fühlen
sich von den Programmdienstleistungen und Tourismusprodukten
angezogen.
"Die Kunden verlangen nach erlebnisvollen, einzigartigen
Begegnungen, die vielfach auf dem Kontrast zur eigenen Kultur
und Lebensweise basieren. Und Lappland bietet Besuchern wahrhaftig
diesen Kontrast", resümiert Miikka Raulo.
Der Tourismus fungiert zwar als Lokomotive der Erlebnisindustrie,
ist aber keineswegs die einzige Erlebnisse bietende Branche,
sondern auch die Bereiche Design, Handarbeit, Animations-
und AV-Produktion und andere kulturelle Güter sind in
dieser Beziehung von Bedeutung.
"Als Gesamtheit unterstützen die einzelnen Branchen
der Erlebnisindustrie einander, und ihre Trennung ist angesichts
der Wettbewerbslage unserer Zeit nicht mehr gerechtfertigt",
sagt Miikka Raulo abschließend.
Erlebnisse werden zu Geschäftstätigkeit
Beim Zentrum für Technologieentwicklung (TEKES) ist
unter Mitwirkung auch des Kompetenzzentrums der Lappländischen
Erlebnisindustrie ein Freizeit- und Erlebnisindustrie-Technologieprogramm
für Finnland in Vorbereitung. Das Programm würde,
falls es zur Verwirklichung kommt, die Wettbewerbsfähigkeit
in Finnland wirkender Unternehmen bei der Entwicklung kompetenzintensiver
Dienstleistungsprodukte stärken.
Damit dieses Unternehmen und Forschung vernetzende Programm
seinen Zweck erfüllen kann, werden im Rahmen der Vorbereitungen
ein Erlebnisindustrie- und Freizeitcluster definiert und die
Wertenetze des damit verbundenen Business klargestellt. Auch
der Bedarf an Entwicklung und Nutzung von Technologien und
die Wirkung des Technologieprogramms auf die Entwicklung der
Geschäftstätigkeit der Branche werden untersucht.
"Wir betrachten bei unseren Hintergrundrecherchen die
Erlebnisindustrie aus dem Blickwinkel des Tourismus und der
damit verbundenen Branchen, wie z.B. Freizeitartikel- und
Unterhaltungsindustrie. Dazu gehören auch Bau und Gestaltung
von Räumlichkeiten und Umgebungen", erläutert
Eija Virtasalo, Leiterin der Technologiesparte bei TEKES.
Die zu finanzierenden Forschungs- und Entwicklungsobjekte
des eventuell im Jahr 2005 anlaufenden Technologieprogramms
werden, so Frau Virtasalo, nach Abschluss der Vorbereitungen
feststehen.
|
Erlebnisindustrie
In der Erlebnisindustrie wirken kreative Produktion,
Technologie und Betriebswirtschaft mit dem Ziel der
Schaffung innovativer Erlebnisprodukte zusammen. Die
Branche umfasst mit dem Tourismus, dem Design, den Neuen
Medien und der ICT wie auch der Unterhaltung und Kultur
verbundene Teilbereiche. Auch die Bedeutung von Wellnessangebot
und körperlicher Betätigung nimmt ständig
zu.
Die Geschäftstätigkeit basiert auf dem Anbieten
von Mehrwert für die Kunden durch Nutzung erlebnisträchtiger
Elemente neben den eigentlichen Produkten und Dienstleistungen.
Solche Elemente können zum Beispiel Multiempfindsamkeit,
Individualität, Sichselbstübertreffen, Einmaligkeit
oder Gelingen sein. Der Kunde äußert seine
Erlebniswünsche, und der Dienstleistungsanbieter
stellt dafür den passenden Rahmen zur Verfügung.
Auch in anderen Ländern hat man die Bedeutung
von Erlebnissen erkannt. So spricht man in Schweden
von der "upplevelseindustri" und versteht
darunter einen Komplex aus 13 Branchen, darunter Tourismus,
Mode, Musik, Medien, Kunst und Design. Entsprechend
benutzt man in Dänemark, Mitteleuropa und Großbritannien
neben "experience economy" auch die Bezeichnung
"creative industries".
|


>>
www.elamystuotanto.org
>>
www.auroraborealisrovaniemi.com
>>
www.santaclaus.fi
>> www.tekes.fi
|