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Saubere Energie aus gefährlichem Sondermüll

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27.5.2003
 

 
 

In Finnland fallen jährlich große Mengen für Mensch und Umwelt gefährlichen Sondermülls an, dessen Beseitigung einen komplizierten Verbrennungsprozess unter Einsatz neuester Technologie erfordert. In einer modernen Anlage des Entsorgungsunternehmens Ekokem in Riihimäki 60 Kilometer nördlich von Helsinki werden jährlich rund 100.000 Tonnen Sondermüll unschädlich gemacht und endgelagert. Ungewöhnlich dabei ist, dass Ekokem aus diesem gefährlichen und an sich wertlosen Problemmüll Nutzenergie gewinnt.

Die Verbrennung ist heute die einzige sichere und zuverlässige Art der Beseitigung organischen Sondermülls. In den beiden Hochtemperatur-Ofenanlagen in Riihimäki werden problematische Chemikalienabfälle bei Temperaturen von bis zu 1400 °C verbrannt. Im so genannten Mitteltemperaturofen werden bei 500-850 °C u.a. verseuchte Erdstoffe sowie zuvor zerkleinerter Elektro- und Elektronikschrott einschließlich Verpackung behandelt. Das in diesem Ofen behandelte Gut kann einer Wiederverwendung zugeführt werden. Die Rauchgase sämtlicher Öfen werden in einer leistungsfähigen fünfstufigen Anlage gründlich gereinigt.

Strom und Wärme

Neu bei der Sondermüllverbrennung ist, dass die in den drei Öfen anfallende Energie für die Fernheizung der Stadt Riihimäki und für die Eigenstromversorgung von Ekokem genutzt wird. Das Unternehmen liefert an die Stadt Fernwärme mit einer Leistung von maximal 20 MW; seine eigene Stromerzeugungskapazität beträgt über 8 MW. Im Jahresschnitt kann der Energiegehalt der Abfälle zu über 60 Prozent genutzt werden. Dadurch erhöht sich die Verwertungsquote des Mülls erheblich, desgleichen die Ökobilanz der Konsumgüter. Durch die Eigenstromerzeugung ist Ekokem fast autark, und der Fernwärmepreis in Riihimäki ist einer der niedrigsten des Landes.

Weniger Treibhausgase

Das Verbrennen von Abfällen ist insofern problematisch, als dabei CO2 freigesetzt und der Treibhauseffekt „angeheizt" wird. Für organischen Sondermüll gibt es aber heute keine andere Art der Beseitigung als die Verbrennung - unter gleichzeitiger Energiegewinnung. Da Ekokem die Müllverbrennung mit Strom- und Wärmeerzeugung kombiniert hat, ist keine entsprechende EXTERNE Energieerzeugung erforderlich, bei der ja auch Rauchgase anfallen würden. Die Stadt Riihimäki und Ekokem brauchen also, um ihren Wärme- und Strombedarf zu decken, kein die Luft verschmutzendes Kraftwerk.

Die durch Verbrennung von Sondermüll erzeugte Nutzenergie ist also sozusagen „grüne Energie", hilft sie doch bei der Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen.

Sonstige links:

>> www.ekokem.fi

 

 
 


Mitteltemperaturofen in Riihimäki

 

 
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