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Die Erfolgsfaktoren der finnischen Informationsgesellschaft

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10.12.2001
 

 
 

Die Kombination von Technologie und Wirtschaft mit gesellschaftlicher Verantwortung ist ein Sondermerkmal der finnischen Informationsgesellschaft, sozusagen eine neue internationale Identität Finnlands, stellen Professor Manuel Castells und Doktor Pekka Himanen in einer kürzlich veröffentlichten Untersuchung fest.

In ihrer Studie analysieren sie die Teilfaktoren des weltweites Interesse erregten „finnischen Modells" ganzheitlich und kommen dabei zu dem Schluss, dass das finnische Informationsgesellschafts-Modell zwar von anderen entsprechenden Strukturen stark abweicht, aber dennoch an allen wesentlichen Kriterien der Informationsgesellschaft und -wirtschaft gemessen wenigstens ebenso erfolgreich wie seine internationalen Referenzmodelle - Singapur und das Silicon Valley in Kalifornien - ist. Die beiden Wissenschaftler weisen auf mehrere Indikatoren hin, die von der Fortschrittlichkeit der finnischen Technologie zeugen. So wies auch der von der UNO benutzte Index des technischen Entwicklungsgrades, der TAI, kürzlich Finnland als das technologisch am höchsten entwickelte Land der Erde aus. Auch nach dem Informationsgesellschafts-Index der International Data Corporation, dem ISI, steht Finnland seit 1996, also seit Bestehen des ISI, an der Spitze. Gemessen an der auf die Einwohnerzahl bezogenen Zahl der Internet-Server führte Finnland über die gesamten 90er Jahre zusammen mit den USA die Statistik an und liegt auch mit seiner Mobiltelefondichte seit je ganz vorn.

Wettbewerbsfähigkeit gepaart mit gesellschaftlicher Verantwortung

Als spezifische Eigenschaft und Stärke des finnischen Modells weist die Analyse die Verbindung dynamischer Technologie und vitaler Wirtschaft mit gesellschaftlicher Verantwortung aus. Castells und Himanen definieren die finnische Informationsgesellschaft als offenes, auf Wohlfahrt basierendes System mit dem festgeschriebenen Bestreben, die gesamte Bevölkerung in die Informationsgesellschaft einzubeziehen und den Wohlfahrtsstaat als wettbewerbsfähigkeitsstärkenden Faktor zu nutzen. Das finnische Modell beweist, dass die Etablierung der globalen Informationsgesellschaft nicht den Ausschluss einer großen Zahl Bürger von der Entwicklung zu bedeuten braucht.

Castells und Himanen sehen für die finnische Informationsgesellschaft auch Herausforderungen, wie zum Beispiel die großen Unterschiede zwischen alter und neuer Wirtschaft, die noch an die Industriegesellschaft erinnernden Verwaltungsstrukturen und die Anpassung der starken nationalen Identität an die multikulturelle Welt.

Professor Manuel Castells ist Mitglied der Europäischen Akademie und wirkt als Soziologe an der Berkeley-Universität in Kalifornien. Bekannt wurde er besonders durch sein dreibändiges Hauptwerk The Information Age. Dr. phil. Pekka Himanen ist einer der renommiertesten Informationsgesellschafts-Forscher, dessen Buch Die Hacker-Ethik und der Geist des Informationszeitalters (Riemann Vlg., München) bereits in über zehn Sprachen übersetzt worden ist.

SONSTIGE FINNFACTS ARTIKEL:
>> UN-Studie: Finnland technologisch höchst-entwickeltes Land der Erde (26.9.2001)
>> Wettbewerbsfähigkeitsbericht der UNICE - Finnland in der Neuen Wirtschaft erfolgreicher als Europa im Durchschnitt (7.9.2001)

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