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Die Kombination von Technologie und Wirtschaft mit gesellschaftlicher
Verantwortung ist ein Sondermerkmal der finnischen Informationsgesellschaft,
sozusagen eine neue internationale Identität Finnlands,
stellen Professor Manuel Castells und Doktor Pekka Himanen
in einer kürzlich veröffentlichten Untersuchung
fest.
In ihrer Studie analysieren sie die Teilfaktoren des weltweites
Interesse erregten finnischen Modells" ganzheitlich
und kommen dabei zu dem Schluss, dass das finnische Informationsgesellschafts-Modell
zwar von anderen entsprechenden Strukturen stark abweicht,
aber dennoch an allen wesentlichen Kriterien der Informationsgesellschaft
und -wirtschaft gemessen wenigstens ebenso erfolgreich wie
seine internationalen Referenzmodelle - Singapur und das Silicon
Valley in Kalifornien - ist. Die beiden Wissenschaftler weisen
auf mehrere Indikatoren hin, die von der Fortschrittlichkeit
der finnischen Technologie zeugen. So wies auch der von der
UNO benutzte Index des technischen Entwicklungsgrades, der
TAI, kürzlich Finnland als das technologisch am höchsten
entwickelte Land der Erde aus. Auch nach dem Informationsgesellschafts-Index
der International Data Corporation, dem ISI, steht Finnland
seit 1996, also seit Bestehen des ISI, an der Spitze. Gemessen
an der auf die Einwohnerzahl bezogenen Zahl der Internet-Server
führte Finnland über die gesamten 90er Jahre zusammen
mit den USA die Statistik an und liegt auch mit seiner Mobiltelefondichte
seit je ganz vorn.
Wettbewerbsfähigkeit gepaart mit gesellschaftlicher
Verantwortung
Als spezifische Eigenschaft und Stärke des finnischen
Modells weist die Analyse die Verbindung dynamischer Technologie
und vitaler Wirtschaft mit gesellschaftlicher Verantwortung
aus. Castells und Himanen definieren die finnische Informationsgesellschaft
als offenes, auf Wohlfahrt basierendes System mit dem festgeschriebenen
Bestreben, die gesamte Bevölkerung in die Informationsgesellschaft
einzubeziehen und den Wohlfahrtsstaat als wettbewerbsfähigkeitsstärkenden
Faktor zu nutzen. Das finnische Modell beweist, dass die Etablierung
der globalen Informationsgesellschaft nicht den Ausschluss
einer großen Zahl Bürger von der Entwicklung zu
bedeuten braucht.
Castells und Himanen sehen für die finnische Informationsgesellschaft
auch Herausforderungen, wie zum Beispiel die großen
Unterschiede zwischen alter und neuer Wirtschaft, die noch
an die Industriegesellschaft erinnernden Verwaltungsstrukturen
und die Anpassung der starken nationalen Identität an
die multikulturelle Welt.
Professor Manuel Castells ist Mitglied der Europäischen
Akademie und wirkt als Soziologe an der Berkeley-Universität
in Kalifornien. Bekannt wurde er besonders durch sein dreibändiges
Hauptwerk The Information Age. Dr. phil. Pekka Himanen ist
einer der renommiertesten Informationsgesellschafts-Forscher,
dessen Buch Die Hacker-Ethik und der Geist des Informationszeitalters
(Riemann Vlg., München) bereits in über zehn Sprachen
übersetzt worden ist.
SONSTIGE FINNFACTS ARTIKEL:
>> UN-Studie:
Finnland technologisch höchst-entwickeltes Land der Erde (26.9.2001)
>>
Wettbewerbsfähigkeitsbericht der UNICE - Finnland in
der Neuen Wirtschaft erfolgreicher als Europa im Durchschnitt
(7.9.2001)


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