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Finnland stellt 10 Prozent aller Biotech-Unternehmen Europas

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31.12.2002
 

 
 

Nach einer Erhebung des Finnischen Instituts für Wirtschaftsforschung (ETLA) wirkten Ende 2001 in Finnland etwa 120 Biotech-Firmen - 10 Prozent der europäischen Unternehmen dieser Branche.

Biotech-Anwendungen werden vornehmlich für Arzneimittel und Diagnostik, aber auch für Lebensmittel und Biomaterialien entwickelt.

Bei den meisten finnischen Biotech-Firmen handelt es sich um junge, am Anfang ihres Weges stehende Unternehmen, und 40 Prozent der weniger als zehn Jahre alten Firmen stecken noch in den roten Zahlen. Ist ein Unternehmen zehn Jahre nach der Gründung noch am Leben, muss das Geschäft auch laufen. Die Branche kommt auf einen Umsatz von knapp 700 Mio. Euro; unter Einbeziehung der großen Pharmaunternehmen sind es fast 2 Mrd. Euro.

Die Biotechnik ist eine Branche voller Erwartungen, und die Finanzierungsfrage hat für die Biotech-Unternehmen geradezu lebenswichtiger Bedeutung, denn ein beträchtlicher Teil ihrer Produkte und Dienstleistungen steht noch in der Forschungs- und Entwicklungsphase. Unterstützung bei der Kapitalbeschaffung erhalten diese Firmen in Finnland vom Zentrum für Technologische Entwicklung (TEKES) und von der Finnischen Nationalen Stiftung für Forschung und Entwicklung (Sitra). Die Branche war in den letzten Jahren außerordentlich aktiv, was nicht zuletzt der Technologieprogrammpolitik von TEKES und der Investitionspolitik von Sitra zu verdanken ist.

Die Biobranche ist weltweit einer der am stärksten reglementierten Industriezweige. Voraussetzung für die Zulassung ihrer Produkte ist, dass bei der Forschung, Entwicklung, Produktion und Dokumentation die bestehenden Qualitätssicherungs- und -lenkungsvorschriften strikt eingehalten werden. Wegen des geringen Volumens des finnischen Marktes drängt ein Großteil der Unternehmen auf den Weltmarkt. Typisch für die Biobranche ist das Arbeiten auf lange Sicht; die Forschungs- und Entwicklungsphase eines neuen Produktes dauert in der Regel wenigstens fünf Jahre.

In fünf Jahren rechnen 90 Prozent der finnischen Biotech-Start-ups bereits mit Export in die EU-Länder, 60 bis 80 Prozent mit Export nach Nordamerika und über die Hälfte mit Export nach Asien.

Die Fusionsentwicklung, die in den USA längst läuft, wird nun auch in Finnland sichtbar: Über 15 Prozent der Firmen gehören bereits einer größeren in- oder ausländischen Gesellschaft.

Biotech-Konzentration im Großraum Helsinki

Der Helsinki Science Park und der Business-Inkubator in Helsinki-Viikki führen Geschäftstätigkeit und neuestes Technologie-Know-how zusammen. Die Kompetenz der verstreut liegenden finnischen Biounternehmen wird durch Vernetzung und Initiierung gemeinschaftlichen Handelns auf Landesebene zusammengefasst.

Die finnischen Biotech-Unternehmen haben sich hauptsächlich in den Wachstumszentren Helsinki, Tampere, Turku, Oulu und Kuopio angesiedelt. Angestrebt wird eine immer stärkere Vernetzung und Zusammenarbeit.

Voraussetzung für Erfolg der finnischen Biotech-Branche ist eine Fokussierung auf genau umrissene Bereiche. Gegenwärtig sind das die Bioinformatik, neue Medikamente und Diagnoseverfahren, Biomaterialien und Functional Food. Besonderen Wert legt man dabei auf Qualität in der Ausbildung und den Biowissenschaften. Von entscheidender Bedeutung ist auch die Konzentration der Forschung und Produktentwicklung auf die Wachstumszentren.

Helsinki-Viikki hat sich innerhalb von zehn Jahren, nicht zuletzt dank Investition von 150 Mio. Euro, zu einem „Silicon Valley" der Bio- und Lebensmittelwissenschaften entwickelt. In diesen Komplex soll nach finnischer Vorstellung auch die neue EU-Lebensmittelbehörde eingefügt werden.

Der Science Park steht im Eigentum der Uni Helsinki, der Stadt Helsinki sowie von Sitra und Industrieverbänden. Mit Unterstützung der Regierung und der Hauptstadt wurde in Viikki ein Wissenschaftszentrum geschaffen, in dem neben den reinen biologischen Disziplinen auch Landwirtschafts-, Lebensmittel-, Forst- und veterinärmedizinische Wissenschaften wirken. Demnächst werden sich dort auch das Veterinärmedizinische und Lebensmittel-Forschungsinstitut und das Finnische Umweltzentrum ansiedeln.

Der südfinnische Knotenpunkt Viikki Food Centre des Lebensmittelbranchen-Kompetenzzentrums ELO wirkt als Bindeglied zwischen Lebensmittelbetrieben, Forschung, Entwicklung, und Ausbildung in dieser Region. Hauptzielgruppe des landesweit vernetzten und tätigen Kompetenzzentrums sind die kleinen und mittleren Betriebe der einheimischen Lebensmittelbranche.

In Viikki ist schon seit über zehn Jahren der Business-Inkubator Cultivator aktiv; eine zweite solche Einrichtung wird Anfang 2003 ihren Betrieb aufnehmen.

Das Gentechnologie- und Molekularbiologie-Kompetenzzentrum Helsinki konzentriert sich auf die Entwicklung von Qualitätssicherungssystemen für Bio-Firmen, auf nationale und übernationale behördliche Vorschriften als Reglementierer der Geschäftstätigkeit sowie auf ethische und soziale Fragen des Marketings.

Finnland war und ist ein ausgezeichnetes Objekt zum Beispiel für die Untersuchung von Krankheitsgenen. Das Land verfügt über ein gut entwickeltes Gesundheitswesen und eine genmäßig ziemlich einheitliche Bevölkerung. Bahnbrechende Arbeit auf dem Gebiete der Genforschung leistet seit über 20 Jahren die Gen-Abteilung der Uni Helsinki und der Anstalt für Volksgesundheit.

Das menschliche Erbgut ist bereits im Net

Schon seit 2001 können Interessenten unter der Web-Adresse http:www.ncbi.nlm.nih.gov/genome/guide/human/ sämtliche Gene des Menschen und ihre Struktur nachschlagen. Diese Informationen werden hauptsächlich von Wissenschaftlern genutzt, aber auch Otto Normalverbraucher findet auf diesen Web-Seiten Interessantes, zum Beispiel wie viele Chromosomen der Mensch hat, welche Faktoren sich auf das Down-Syndrom oder den vererblichen hohen Cholesterinspiegel eines bestimmten Typs auswirken oder was alles hinter einer Erkrankung steht.

Location of Finnish biotechnology companies

Sonstige links:

www.sciencepark.helsinki.fi
www.etla.fi

 

 
 


In Sciencepark Helsinki ist schon seit über zehn Jahren der Business-Inkubator Cultivator aktiv; eine zweite solche Einrichtung wird Anfang 2003 ihren Betrieb aufnehmen.

 

 
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