|
Fast jeden Monat wird in Finnland eine neue Biotech-Firma
gegründet. Die meisten nehmen ihre Ausgang von Universitäten
und siedeln sich oft in der Nähe großer Biozentren
an. Viele dieser Start-ups drängen unmittelbar auf die
internationalen Märkte.
Finnland zählt gegenwärtig über 120 Bio-Industrieunternehmen,
das sind rund 10 Prozent aller Biofirmen Europas. Drei Viertel
von ihnen wurden in den neunziger Jahren gegründet; in
den letzten drei Jahren kamen Dutzende von Start-ups hinzu.
Die Jungfirmen - viele nehmen ihren Ausgang von Universitäten
und sind forschungsorientiert - konzentrieren sich weitgehend
auf die Entwicklung vom Medikamenten und auf die Diagnostik.
Das bedeutendste Wachstumszentrum findet sich gegenwärtig
im Raum Helsinki, wo die meisten Firmengründungen erfolgen
und die Fachbereiche Molekular- und Genbiologie das Bild prägen.
Auch das Biotal Turku gewinnt mit Wachsen seiner Unternehmen
tüchtig an Volumen. Im Raum Turku gibt es über 40
Biofirmen, die meisten davon im so genannten Biotal. Traditionelle
Kompetenzbereiche dort sind Medizin, Diagnostik und Functional
Food. Neuerdings hat man sich auch auf die Entwicklung von
Biomaterialien verlegt.
Von den anderen großen Biozentren ist Tampere auf Gesundheitstechnologie
und Oulu auf Molekular- und Zellbiologie spezialisiert. Das
Biozentrum Kuopio ist stark auf den Agrarsektor und die Entwicklung
vom Medikamenten ausgerichtet.
Die finnische Bioindustrie ist noch jung und steht fast ausnahmslos
in Privathand. Die Medikamente auf Biotech-Basis entwickelnde
Firma BioTie Therapies und die im Biotech- und High-Tech-Bereich
tätige Firma Biohit sind an der Helsinkier Börse
gelistet, die Biomaterialien für chirurgische Implantate
herstellende Bionx Implants an der Nasdaq.
Die finnischen Biofirmen beschäftigen über 4 200
Mitarbeiter und kamen im Jahr 2000 zusammen auf einen Umsatz
von über 660 Mio. Euro. Nimmt man die Pharmafabriken
hinzu, lauten die Zahlen 10 800 Mitarbeiter bzw. 1,860 Mrd.
Euro.


>>
www.finbio.net
|