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Die Biotechnik könnte sich gleich der IT zu einem
neuen Standbein der finnischen Wirtschaft entwickeln. Die
Rolle der Branche als Lokomotive der Wirtschaft wird, so meinen
Experten, wahrscheinlich auf einer Kombination aus alter und
neuer Kompetenz, wie Biotech und Papierfabrikation, basieren.
Die Möglichkeiten der Biotechnik in Finnland werden
in dem vom Finnischen Institut für Wirtschaftsforschung
(ETLA) kürzlich herausgegebenen Buch "Biotekniikka
- tietoon perustuvaa liiketoimintaa" (Biotech - wissensbasierte
Geschäftstätigkeit) erörtert. In der Schrift
sind neueste Forschungsergebnisse der Biotech-Industrie einschließlich
damit verbundener Erwartungen und Perspektiven zusammengestellt.
Inlandsmarkt zu klein
In Finnland wurden in den vergangenen zehn Jahren für
die Biotech-Branche beträchtliche öffentliche Forschungs-
und Entwicklungsmittel zur Verfügung gestellt: die Biozentren
mitgerechnet fast 400 Mio. Euro. Neue Unternehmen der Branche
entstanden besonders nach Mitte der 90er Jahre. Ein Teil von
ihnen ist bereits konkret kommerziell tätig, viele Vorhaben
befinden sich jedoch noch im Entwicklungsstadium.
Obgleich die Unternehmen gegenwärtig noch bescheidene
Verkaufszahlen ausweisen, hegt man doch hohe Wachstumserwartungen.
Die Firmen haben sich von Anfang an stark auf Export eingestellt,
denn der kleine finnische Markt reicht nicht aus, die hohen
Produktentwicklungskosten zu decken.
Mangel an großen Unternehmen
Die Kapitalinvestition ist in der Branche nur schwach entwickelt
und in hohem Maße von den Finanzmärkten der IT-Branche
abhängig. Für die Weiterentwicklung wären dringend
in- und ausländische Kapitalinvestitionen erforderlich.
Es war bisher auch problematisch, sich von gemachten Investitionen
zu lösen, denn der Gang an die Börse ist schwierig.
Man erwartet zunehmenden Verkauf von Unternehmen - zu einem
beträchtlichen Teil an ausländische Interessenten.
In Finnland gibt es in der Branche nur wenige große
Firmen, die in der Lage wären, erfolgreiche Innovationen
in eine Produktion von industriellem Maßstab umzusetzen.
In der Entwicklung von Pharmaka zum Beispiel ist es typisch,
dass die kleinen Biotech-Firmen ihre Erfindungsrechte an große
internationale Unternehmen verkaufen, die diese dann zu marktreifen
Produkten entwickeln.
Jahrelanges Wachstum
Das jährliche Wachstum des Biotech-Sektors wird sich
in Finnland, so schätzt man, bis zum Jahr 2006 auf 10
bis 18 Prozent erhöhen. Man betrachtet das als angemessenes,
aber keinesfalls ungewöhnlich schnelles Wachstum.
Die Wertschöpfung der Branche entspricht im Moment derjenigen
der Holzindustrie Anfang der 50er Jahre und der Elektronikindustrie
Mitte der 70er Jahre. Schaffte die Biotech-Branche das gleiche
Wachstum wie die Elektronik, würde sie nach 30 Jahren
deren gegenwärtiges Niveau erreichen; zeigte sie das
Wachstum der Holzindustrie, wären 50 Jahre erforderlich,
um an deren heutige Wertschöpfung heranzureichen. Würde
das Wachstum den jetzigen Prognosen folgen, erreichte die
Biotech-Branche in 15 bis 30 Jahren des gegenwärtige
Niveau der Holz- bzw. der Elektronikindustrie.
Die Entwicklung zur Lokomotive der finnischen Wirtschaft
geschieht voraussichtlich auf der Basis einer Kombination
aus alter und neuer Kompetenz. Alternativen zu der Kombination
aus Biotech und Papierfabrikation wären zum Beispiel
Biotech + Informatik und Biotech + Lebensmittelbranche.
Quelle: Terttu Luukkonen (Red.) "Biotekniikka - tietoon
perustuvaa liiketoimintaa", ETLA 2004.
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Finnisches Bio-Unternehmen ging an die Londoner
Börse
Die Ark Therapeutics Group plc ist seit Anfang März
auf dem amtlichen Markt (Hauptliste) der Londoner Börse.
Es war dies seit drei Jahren der erste Börsengang
eines europäischen Bio-Unternehmens.
"Ein willkommener Fall. Der gut gelungene Börsengang
zeigt, dass es lohnt, in die finnische Bio-Kompetenz
zu investieren", kommentiert Riikka Heikinheimo,
Leiterin Technologie im Zentrum für Technologieentwicklung
(TEKES).
Die in London und Kuopio, Finnland, wirkende Firma
verfügt über einen starken Produktentwicklungs-Portfolio
hauptsächlich in den Bereichen kardiovaskulare
und Krebserkrankungen sowie Genmedizin. Ihr erstes Produkt
befindet sich bereits im Handel.
www.arktherapeutics.com
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BioTie und Aventis kooperieren
Die finnische Biotech-Firma BioTie Therapies schloss
im März mit dem internationalen Pharmaunternehmen
Aventis einen Medikamententwicklungs-, Forschungs- und
Kooperationsvertrag. Die Partner entwickeln gemeinsam
ein neues oral zu verabreichendes Präparat zur
Verhinderung und Behandlung von Blutgerinnungsstörungen.
Aventis hat das Alleinrecht, mit BioTie in den nächsten
12 Monaten über den globalen Lizenzvertrag des
Produkts zu verhandeln. Die Firma BioTie konzentriert
sich in ihrer Entwicklungs- und Forschungstätigkeit
auf die Behandlung von Sucht- und Entzündungskrankheiten
und auf Glykobiologie. Nicht-tierisches Bioheparin entwickelt
sie seit 1996.
www.biotie.com
www.aventis.com
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Innovative Krebsmedikamente in Entwicklung
Die japanische NanoCarrier Co., Ltd und die finnische
CTT Cancer Targeting Technologies Oy Ltd arbeiten gemeinsam
an der Entwicklung innovativer Krebsmittel, die aktiv
in das Tumorgewebe eindringen und sich in diesem selektiv
anreichern.
"Es ist dies ein gutes Beispiel dafür, wir
Hightech-Unternehmen Japans und Finnlands ihre Kräfte
vereinen und darauf gestützt neue, wettbewerbsfähige
Technologien für den Weltmarkt schaffen können.
Der Transport gezielter Medikamente im Körper ist
eines der heißesten Themen der nahen Zukunft",
konstatiert Ilkka Kouvonen, Vorstandsvorsitzender der
CTT.
www.cancertargeting.com
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Europas Biobranche im Umbruch (10.9.2004)
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