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Die Bioindustrie ist aus einer Periode dreijähriger
Stille herausgetreten. In Europa befindet sich die Branche
gegenwärtig im Umbruch, und auch für Finnland ist
relevant, welche allgemeine Entwicklung die Biotechmärkte
unseres Kontinents nehmen werden.
Im vergangenen Jahr steigerte die Biobranche ihren Umsatz
weltweit um 17 Prozent, was einem Wertzuwachs von 4 Mrd. Euro
gleichkommt. Nach den Branchenberichten von Ernst & Young
sowie Burrill & Company herrscht die günstigste Situation
in den USA, wo sich der Marktwert der Biounternehmen um rund
60 Prozent erhöhte. Auch im asiatisch-pazifischen Raum
zeigt die Bioindustrie eine flotte Entwicklung, wovon der
9-prozentige Umsatzanstieg der Unternehmen zeugt.
In Europa befindet sich der Biotech-Bereich in einer Übergangsphase,
was aus der Tätigkeit der Firmen ersichtlich ist. Auch
wenn 2003 die Branche das zweitbeste Finanzierungsjahr ihrer
Geschichte verzeichnete, so reduzierte sich anderseits ihr
Gesamtumsatz um 12 Prozent auf 11,27 Mrd. Euro. Im Jahr 2003
brachten die Unternehmen viel mehr Kapital (2,4 Mrd. Euro)
zusammen als im Vorjahr (123 Mio. Euro), blieben aber weit
hinter dem Kapitalaufkommen (6,6 Mrd. Euro) des Jahres 2000
zurück.
"Die Branche musste sich den engen Finanzverhältnissen
durch Kostensenkung, Reduzierung der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit
und Veränderung von Geschäftsmodellen anpassen.
Geschäftliche Wendigkeit und das Vermögen, sich
den jeweils gegebenen Verhältnissen schnell anzupassen,
sind jedoch für in der Entwicklung begriffene Biounternehmen
erfolgsentscheidend", erläutert Riikka Heikinheimo,
Leiterin Technologie beim Zentrum für Technologieentwicklung.
Gute Nachricht in Sicht
Der Konkurrenzkampf zwischen den europäischen und den
US-Unternehmen nimmt weiter an Schärfe zu. "Die
europäischen Biofirmen interessieren nun als Übernahmeobjekte.
Und was speziell die Produktentwicklung anbelamgt, ist Skandinavien
für die Biounternehmen der USA die attraktivste Region",
sagt Frau Heikinheimo.
Auch das Interesse der Pharmaunternehmen an der Biotechnologie
hat zugenommen, bedingt durch ihren wachsenden Bedarf an Halbfabrikaten
für neue Medikamentenentwicklungen. Von den Kooperationsverträgen
zwischen Bio- und Pharmaunternehmen dürfte, so Frau Heikinheimo,
gute Nachricht für erstere zu erwarten sein. Mit der
allgemeinen Verbreitung der individuell zugeschnittenen Medikation
werden die Verbindungen zwischen Pharma-, Diagnostik- und
Biotechunternehmen noch enger als bisher werden.
"Auch wenn vorläufig in Europa wenig Positives
über neue Produkte laut geworden ist, so sind doch gute
und interessante Nachrichten zu erwarten. Die börsennotierten
europäischen Unternehmen haben gegenwärtig über
60 Produkte in der Phase III stehen."
Finnland ist gleich den anderen Ländern unseres Kontinents
davon abhängig, wie sich die Biotechmärkte Europas
insgesamt entwickeln. "Im vergangenen Jahr fanden in
Finnland in diesem Bereich kaum Investitionen statt. Zu den
guten Nachrichten dieses Jahres gehört u.a. der Abschluss
eines Kooperationsvertrages zwischen BioTie Therapies und
dem Pharmariesen Aventis wie auch der Gang von Ark Therapeutics
an die Londoner Börse.


>>
www.ey.com
>>
www.burrilldatacenter.com
>> Biotech wächst, wenn
auch langsam (10.9.2004)
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