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Die Raumsonde Huygens der Europäischen Weltraumbehörde
ESA landete Mitte Januar auf dem Titan (Mond) des Saturn.
Etwa zur gleichen Zeit begann die Sonde Smart 1 der ESA unseren
Erdmond zu umrunden. Beide Einheiten haben finnische Technologie
an Bord.
Die am Weihnachtstag 2004 von der Cassini abgedockte Huygens
war die erste Sonde, die je auf dem Saturnsatelliten gelandet
ist. Die Mission soll Aufschluss über die Zusammensetzung
der Atmosphäre und der Oberfläche des Trabanten
und über dessen Windverhältnisse bringen. Die Reise
zum Saturn dauerte sieben Jahre und erstreckte sich über
1,25 Milliarden Kilometer.
Der Titan ähnelt der Erde
Man erhofft sich von der Mission neue Erkenntnisse über
den Ursprung unserer Erdatmosphäre und über Mechanismen
der Lebensentstehung. Der Titan ist von einer dünnen
Atmosphäre aus Stickstoff und Kohlenstoffverbindungen
umgeben. Man nimmt an, dass das chemische Milieu dort demjenigen
der Erde vor der Entstehung des Lebens ähnelt, wenngleich
der Titan viel kälter als unser Planet ist.
Die Cassini-Huygens-Mission ist ein Gemeinschaftsprojekt
der US Luft- und Raumfahrtbehörde NASA, der ESA und der
Italienischen Weltraumagentur ASI. Finnische Kompetenz ist
in sechs Messgeräten der Landefähre zu finden:
Das Meteorologische Institut hat das PPI-Gerät zum Messen
des Druckprofils der Titanatmosphäre entwickelt und gebaut,
Ylinen Electronics, eine Tochter des Elektrobit-Konzerns,
lieferte zwei Radarhöhenmesser für die Fähre,
die Uni Oulu beteiligte sich am Bau des Teilchenspektrometers
für das Mutterschiff und von VTT stammt die Rotationsanlage
des Plasmaspektrometers. Außerdem haben mehrere andere
finnische Kooperationspartner mitgewirkt.
Weitere Erkenntnisse über die Entstehung unseres
Mondes
Die finnischen Instrumente in der Sonde Smart-1 traten nach
einer im Herbst 2003 begonnenen Reise über reichlich
80 Millionen Kilometer im Januar dieses Jahres in Aktion.
Die Sonde wird unseren Trabanten ein halbes Jahr lang umrunden,
dabei neue Technologien testen und Informationen über
die chemischen Struktur der Mondoberfläche sammeln. Die
Daten werden, so hofft man, die Entstehungsgeschichte dieses
Himmelskörpers klären helfen.
Die wichtigste technologische Neuheit dabei ist der mit Xenon
betriebene leichte, leistungsfähige, nur wenig Brennstoff
verbrauchende Ionenmotor. Erweist er sich als funktionstüchtig,
so eröffnen sich neue Möglichkeiten für lange
Flüge zu Planeten, bei denen der Brennstoff eine große
Belastung darstellt.
Ein von einer Hochenergie-Astrophysik-Forschergruppe des
Observatoriums der Uni Helsinki entwickeltes und von der finnischen
Firma Oxford Instruments Analytical gebautes XSM-Messgerät
(XSM = X-Ray Solar Monitor) erforscht die auf die Mondoberfläche
auftreffende Röntgenstrahlung. Das SPEDE (Spacecraft
Potential, Electron and Dust Experiment) des Meteorologischen
Instituts misst u.a. die Emissionen des Ionenmotors und untersucht
die Umgebung der Sonde auf die Dichte des Weltraumplasmas
und auf Staubströme in der Umgebung der Erde und das
Mondes.
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Patria in der Luft und im Weltraum
Der Luftfahrt- und Wehrtechnik-Konzern Patria ist auch
am Bau des "Flaggschiffs" der europäischen
Flugzeugindustrie, des Airbus 380 beteiligt. Er zeichnet
für die Konstruktion, das Testen und die Fertigung
der Spoiler dieses größten Jumbojets der
Welt verantwortlich.
Das Unternehmen ist seit 1997 bei dem Vorhaben dabei,
und die Spoiler-Lieferungen werden sich in einem Zeitraum
von 20 Jahren auf insgesamt 425 Mio. Euro belaufen.
Jeder der A380-Riesen hat 16 Spoiler.
"Der Airbus 380 ist für unsere Sparte Kompositprodukte
ein bedeutendes Vorhaben und ein Beweis dafür,
dass wir auch so anspruchsvolle Aufträge zu übernehmen
vermögen", sagt Seppo Seppälä, Geschäftsführer
von Patria Advanced Solutions.
Patria plant und baut auch für Weltraumzwecke
anspruchsvolle Konstruktionen. So unterzeichnete der
Konzern im Dezember 04 mit der französischen Alcatel
Space einen Vertrag über die Lieferung von Sonnenpaneel-Konstruktionen
für den Fernerkundungssatelliten Pleiades.
"Beim Pleiades-Projekt können wir uns auf
die bei der Entwicklung von Sonnenpaneelen für
Kommunikationssatelliten der ESA gesammelten Erfahrungen
stützen. Wir erwarten, dass auch die Sonnenkollektor-Konstruktionen
zu einem wichtigen Faktor unserer Weltraumproduktfamilie
werden", führt Seppälä aus.
www.patria.fi
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Finnland im Weltraum
Vor zehn Jahren wurde Finnland Vollmitglied der Europäischen
Weltraumbehörde ESA.
"Die ersten eigentlichen Weltraumaktivitäten
Finnlands gehen auf Mitte der 1980er Jahre zurück;
damals begann Finnland in Zusammenarbeit mit Schweden
mit dem Bau wissenschaftlicher Instrumente für
Raumfahrzeuge. Im darauffolgenden Jahrzehnt konnte die
finnische Industrie dann auch Aufträge über
nichtwissenschaftliche Geräte für Satelliten
und Sonden an Land ziehen", schildert Pauli Stigell,
Sachverständiger beim Zentrum für Technologieentwicklung
(TEKES).
"Dank guter Referenzen und Erfahrungen begannen
in der zweiten Hälfte der 90er Jahre in bedeutendem
Maße Aufträge für Sonden der ESA einzugehen.
In den letzten Jahren konnten wir auch an den offenen
Märkten konkurrieren."
Im Laufe der Jahre wurden 41 Satelliten und Sonden,
in denen finnische Kompetenz enthalten war, in den Weltraum
geschossen, aber auch in den Bereichen Bodenstationen
und Fernerkundung hat Finnland Technologieerfahrung
gesammelt. Die finnische Weltraumtechnologie-Kompetenz
repräsentiert, so Stigell, gutes europäisches
Niveau, auch wenn das Land, verglichen an den großen
ESA-Mitgliedern, nur klein ist.
In den nächsten zehn Jahren wird Finnland an der
Entwicklung von neun Raummissionen und bis zu 39 Satelliten
beteiligt sein. Finanziert und koordiniert wird Finnlands
Mitarbeit in der ESA von TEKES.
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>>
www.esa.int
>> www.tekes.fi
>> www.fmi.fi
>> www.ylinen.fi
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