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Finnische Messgeräte im Weltraum

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17.3.2005
 

 
 

Die Raumsonde Huygens der Europäischen Weltraumbehörde ESA landete Mitte Januar auf dem Titan (Mond) des Saturn. Etwa zur gleichen Zeit begann die Sonde Smart 1 der ESA unseren Erdmond zu umrunden. Beide Einheiten haben finnische Technologie an Bord.

Die am Weihnachtstag 2004 von der Cassini abgedockte Huygens war die erste Sonde, die je auf dem Saturnsatelliten gelandet ist. Die Mission soll Aufschluss über die Zusammensetzung der Atmosphäre und der Oberfläche des Trabanten und über dessen Windverhältnisse bringen. Die Reise zum Saturn dauerte sieben Jahre und erstreckte sich über 1,25 Milliarden Kilometer.

Der Titan ähnelt der Erde

Man erhofft sich von der Mission neue Erkenntnisse über den Ursprung unserer Erdatmosphäre und über Mechanismen der Lebensentstehung. Der Titan ist von einer dünnen Atmosphäre aus Stickstoff und Kohlenstoffverbindungen umgeben. Man nimmt an, dass das chemische Milieu dort demjenigen der Erde vor der Entstehung des Lebens ähnelt, wenngleich der Titan viel kälter als unser Planet ist.

Die Cassini-Huygens-Mission ist ein Gemeinschaftsprojekt der US Luft- und Raumfahrtbehörde NASA, der ESA und der Italienischen Weltraumagentur ASI. Finnische Kompetenz ist in sechs Messgeräten der Landefähre zu finden:

Das Meteorologische Institut hat das PPI-Gerät zum Messen des Druckprofils der Titanatmosphäre entwickelt und gebaut, Ylinen Electronics, eine Tochter des Elektrobit-Konzerns, lieferte zwei Radarhöhenmesser für die Fähre, die Uni Oulu beteiligte sich am Bau des Teilchenspektrometers für das Mutterschiff und von VTT stammt die Rotationsanlage des Plasmaspektrometers. Außerdem haben mehrere andere finnische Kooperationspartner mitgewirkt.

Weitere Erkenntnisse über die Entstehung unseres Mondes

Die finnischen Instrumente in der Sonde Smart-1 traten nach einer im Herbst 2003 begonnenen Reise über reichlich 80 Millionen Kilometer im Januar dieses Jahres in Aktion. Die Sonde wird unseren Trabanten ein halbes Jahr lang umrunden, dabei neue Technologien testen und Informationen über die chemischen Struktur der Mondoberfläche sammeln. Die Daten werden, so hofft man, die Entstehungsgeschichte dieses Himmelskörpers klären helfen.

Die wichtigste technologische Neuheit dabei ist der mit Xenon betriebene leichte, leistungsfähige, nur wenig Brennstoff verbrauchende Ionenmotor. Erweist er sich als funktionstüchtig, so eröffnen sich neue Möglichkeiten für lange Flüge zu Planeten, bei denen der Brennstoff eine große Belastung darstellt.

Ein von einer Hochenergie-Astrophysik-Forschergruppe des Observatoriums der Uni Helsinki entwickeltes und von der finnischen Firma Oxford Instruments Analytical gebautes XSM-Messgerät (XSM = X-Ray Solar Monitor) erforscht die auf die Mondoberfläche auftreffende Röntgenstrahlung. Das SPEDE (Spacecraft Potential, Electron and Dust Experiment) des Meteorologischen Instituts misst u.a. die Emissionen des Ionenmotors und untersucht die Umgebung der Sonde auf die Dichte des Weltraumplasmas und auf Staubströme in der Umgebung der Erde und das Mondes.

Patria in der Luft und im Weltraum

Der Luftfahrt- und Wehrtechnik-Konzern Patria ist auch am Bau des "Flaggschiffs" der europäischen Flugzeugindustrie, des Airbus 380 beteiligt. Er zeichnet für die Konstruktion, das Testen und die Fertigung der Spoiler dieses größten Jumbojets der Welt verantwortlich.

Das Unternehmen ist seit 1997 bei dem Vorhaben dabei, und die Spoiler-Lieferungen werden sich in einem Zeitraum von 20 Jahren auf insgesamt 425 Mio. Euro belaufen. Jeder der A380-Riesen hat 16 Spoiler.

"Der Airbus 380 ist für unsere Sparte Kompositprodukte ein bedeutendes Vorhaben und ein Beweis dafür, dass wir auch so anspruchsvolle Aufträge zu übernehmen vermögen", sagt Seppo Seppälä, Geschäftsführer von Patria Advanced Solutions.

Patria plant und baut auch für Weltraumzwecke anspruchsvolle Konstruktionen. So unterzeichnete der Konzern im Dezember 04 mit der französischen Alcatel Space einen Vertrag über die Lieferung von Sonnenpaneel-Konstruktionen für den Fernerkundungssatelliten Pleiades.

"Beim Pleiades-Projekt können wir uns auf die bei der Entwicklung von Sonnenpaneelen für Kommunikationssatelliten der ESA gesammelten Erfahrungen stützen. Wir erwarten, dass auch die Sonnenkollektor-Konstruktionen zu einem wichtigen Faktor unserer Weltraumproduktfamilie werden", führt Seppälä aus.

www.patria.fi


Finnland im Weltraum

Vor zehn Jahren wurde Finnland Vollmitglied der Europäischen Weltraumbehörde ESA.

"Die ersten eigentlichen Weltraumaktivitäten Finnlands gehen auf Mitte der 1980er Jahre zurück; damals begann Finnland in Zusammenarbeit mit Schweden mit dem Bau wissenschaftlicher Instrumente für Raumfahrzeuge. Im darauffolgenden Jahrzehnt konnte die finnische Industrie dann auch Aufträge über nichtwissenschaftliche Geräte für Satelliten und Sonden an Land ziehen", schildert Pauli Stigell, Sachverständiger beim Zentrum für Technologieentwicklung (TEKES).

"Dank guter Referenzen und Erfahrungen begannen in der zweiten Hälfte der 90er Jahre in bedeutendem Maße Aufträge für Sonden der ESA einzugehen. In den letzten Jahren konnten wir auch an den offenen Märkten konkurrieren."

Im Laufe der Jahre wurden 41 Satelliten und Sonden, in denen finnische Kompetenz enthalten war, in den Weltraum geschossen, aber auch in den Bereichen Bodenstationen und Fernerkundung hat Finnland Technologieerfahrung gesammelt. Die finnische Weltraumtechnologie-Kompetenz repräsentiert, so Stigell, gutes europäisches Niveau, auch wenn das Land, verglichen an den großen ESA-Mitgliedern, nur klein ist.

In den nächsten zehn Jahren wird Finnland an der Entwicklung von neun Raummissionen und bis zu 39 Satelliten beteiligt sein. Finanziert und koordiniert wird Finnlands Mitarbeit in der ESA von TEKES.

Sonstige links:

>> www.esa.int
>> www.tekes.fi
>> www.fmi.fi
>> www.ylinen.fi

 

 
 


Die Mondsonde Smart-1 begann im Herbst 2003 ihre Reise. (Foto: ESA)

 

 
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