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Europa muss sich tüchtig anstrengen, will es den
Vorsprung der USA im Einsatz der neuen Informationstechnologie
in der so genannten Alten Wirtschaft aufholen. Finnland arbeitet
in der New Economy in vieler Beziehung erfolgreicher als Europa
im Durchschnitt.
Der vierte Wettbewerbsfähigkeitsbericht der UNICE, der
Dachorganisation der europäischen Industrie-und Arbeitgeberverbände,
konzentriert sich auf die Neue Wirtschaft. In dem Bericht
werden die EU-Länder besonders an den USA, wo die New
Economy am weitesten fortgeschritten ist, aber auch an Japan
verglichen. Finnland schneidet dem Berichts zufolge da in
vieler Beziehung besser ab als Europa im Durchschnitt. Die
Produktion des Landes zeigte nach der Depression Anfang der
90er Jahre ein den EU-Mittelwert und sogar die Entwicklung
in den USA übertreffendes Wachstum. Auch die Pro-Kopf-Ausgaben
für Forschung und Entwicklung liegen in Finnland erheblich
über dem europäischen Durchschnitt - von den Ländern
unseres Kontinents reichen nur Schweden, Finnland und die
Schweiz fast an das Niveau der USA heran. Der Anteil der kompetenzintensiven
Produktion am BIP gilt als eines der Argumente für das
gegenüber Europa schnellere Wachsen des Pro-Kopf-Einkommens
in den USA. Dieser Anteil beträgt in den USA 44 Prozent,
in der EU 33 Prozent und in Finnland 39 Prozent. Nach der
OECD-Definition zählen zu den kompetenzintensiven Sektoren
die Spitzentechnik, die mittlere Technik, IT-Dienstleistungen,
Finanz-, Versicherungs-und andere Unternehmensdienstleistungen
sowie gesellschaftliche, Sozial- und persönliche Dienstleistungen.
Skandinavien hat die am Besten Entwickelten
Informationsgesellschafts-strukturen
Die wirkliche Dereglementierung des Daten-und Nachrichtenverkehrs
in Europa ist nur zögerlich verlaufen, was die Entwicklung
neuer Dienstleistungen und der Neuen Wirtschaft behinderte.
Die Kosten für Internet-Verbindungen liegen in Europa
durchweg höher als in den USA. In den Ländern mit
niedrigeren Internet-Kosten als in den USA - in Finnland und
Island - stehen auch die relativ meisten Server in Europa.
Im Vergleich der InformationsgesellschaftsInfrastruktur liegen
die nordischen Staaten an der Spitze. Der dem Vergleich zu
Grunde liegende Index beinhaltet u. a. die Zahl der Computer,
die Internet-Server und die Ausbildung. Die Kompetenzgesellschaft
setzt sowohl gute Grundausbildungsmöglichkeiten wie auch
lebenslange Fortbildung voraus. Die Schüler müssen
mit Abschluss der Grundschul-Oberstufe mit Computer umzugehen
in der Lage sein. Der Zugang zum Internet ist ein Kriterium
dafür, wie gut ein Ausbildungssystem den Nachwuchs auf
die Nutzung der Informationstechnologie vorbereitet. Fünf
EU-Länder bieten in allen Grundschul-Oberstufen Internetzugang,
in der Unterstufe bieten nur Finnland und Irland diese Möglichkeit.
Die Bereitschaft der Verbraucher und Produzenten, sich auf
neue Produkte, Prozesse und Dienstleistungen einzulassen,
ist mitbestimmend für das Entwicklungstempo neuer Technologien.
Die Verbraucher haben zum Beispiel innerhalb kurzerZeit das
Netbanking akzeptiert, und die europäischen Banken sind
denn auch führend auf dem Gebiete elektronischer Finanzleistungen.
In Schweden und Finnland sind bereits fast 35 Prozent aller
Konten ans Netz angeschlossen.

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