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Mit selbstreinigendem oder antibakteriellem Material gestrichene
oder gekachelte Wände, Fußböden und Decken
werden bald Alltag sein. "Wir haben erst die Spitze des
Eisbergs gefunden, die zukünftigen Möglichkeiten
sind praktisch unbegrenzt", versichert Juha Ahlfors,
Leiter Verkauf und Marketing bei der Firma ABR Innova.
Das Unternehmen ist auf Entwicklung, Lizenzierung und Verkauf
von Beschichtungstechnologie auf der Basis von Flüssigkeitsflammspritzen
spezialisiert. ABR Innova hat einen Partnervertrag mit der
Firma Nextrom, die für die Entwicklung, die Herstellung,
das Marketing, den Verkauf, die Lieferung und die Wartung
der für den Prozess erforderlichen Geräte zuständig
ist.
Das Flüssigkeitsflammspritzen eignet sich zum Beschichten
großer Flächen. Erste Anwendungen sind das Färben
von Tafelglas und die Herstellung selbstreinigender keramischer
Fußbodenflächen.
Von der Aerosol-Physik zur Nanotechnologie
Die Entwicklung des Flüssigkeitsflammspritz-Prozesses
begann im Jahr 1992 als Gemeinschaftsprojekt der Kunstgewerblichen
Hochschule (Taideteollinen korkeakoulu) und der TH Tampere.
Die ersten Patentanmeldungen wurden 1995 eingereicht.
"Ziel des Projektes war die Schaffung eines vorteilhaften
Färbverfahrens für Gebrauchsglas. Damals sprach
man in diesem Zusammenhang nicht von Nanotechnologie, sondern
von Aerosol-Physik. 1998 wurde uns klar, dass sich der Flüssigkeitsflammspritz-Prozess
auch zur Herstellung von aktiven optischen Fasern eignet."
Zum Beispiel die Herstellung farbigen Flachglases hat sich
immer als schwierig erwiesen, muss doch die gesamte Glasmasse
eingefärbt werden, und ein Farbwechsel kommt teuer zu
stehen. Die von ABR Innova entwickelte Technologie ermöglicht
einen "fliegenden Farbwechsel", wobei man statt
mehrerer Tage nur wenige Stunden Betriebsstillstand hat.
Fast unbegrenzte Nutzungsmöglichkeiten
Wenngleich es für selbstreinigende Fliesen vorläufig
nur in einem schmalen Bereich Bedarf gibt, so sind doch den
künftigen Anwendungsmöglichkeiten kaum Grenzen gesetzt.
Selbstreinigende Flächen werden zukünftig in Wohnungen
wie auch in öffentlichen Einrichtungen zunehmend Eingang
finden.
"In Deutschland zum Beispiel gibt es Firmen, deren Fliesenproduktion
bereits zu fast hundert Prozent aus Platten mit hydrophiler,
leicht sauber zu haltender Beschichtung besteht. Auch in Finnland
hat man schon Hausfassaden aus solchem Material hergestellt",
berichtet Ahlfors.
Weitere neue interessante Eigenschaften sind zum Beispiel
Schallisolierung, UV-Licht-Absorption, Wärmedämmung,
Kratzfestigkeit sowie Hydrophilie und Hydrophobie.


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www.abr.fi
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