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Nanotechnik für Oberflächen

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8.6.2005
 

 
 

Mit selbstreinigendem oder antibakteriellem Material gestrichene oder gekachelte Wände, Fußböden und Decken werden bald Alltag sein. "Wir haben erst die Spitze des Eisbergs gefunden, die zukünftigen Möglichkeiten sind praktisch unbegrenzt", versichert Juha Ahlfors, Leiter Verkauf und Marketing bei der Firma ABR Innova.

Das Unternehmen ist auf Entwicklung, Lizenzierung und Verkauf von Beschichtungstechnologie auf der Basis von Flüssigkeitsflammspritzen spezialisiert. ABR Innova hat einen Partnervertrag mit der Firma Nextrom, die für die Entwicklung, die Herstellung, das Marketing, den Verkauf, die Lieferung und die Wartung der für den Prozess erforderlichen Geräte zuständig ist.

Das Flüssigkeitsflammspritzen eignet sich zum Beschichten großer Flächen. Erste Anwendungen sind das Färben von Tafelglas und die Herstellung selbstreinigender keramischer Fußbodenflächen.

Von der Aerosol-Physik zur Nanotechnologie

Die Entwicklung des Flüssigkeitsflammspritz-Prozesses begann im Jahr 1992 als Gemeinschaftsprojekt der Kunstgewerblichen Hochschule (Taideteollinen korkeakoulu) und der TH Tampere. Die ersten Patentanmeldungen wurden 1995 eingereicht.

"Ziel des Projektes war die Schaffung eines vorteilhaften Färbverfahrens für Gebrauchsglas. Damals sprach man in diesem Zusammenhang nicht von Nanotechnologie, sondern von Aerosol-Physik. 1998 wurde uns klar, dass sich der Flüssigkeitsflammspritz-Prozess auch zur Herstellung von aktiven optischen Fasern eignet."

Zum Beispiel die Herstellung farbigen Flachglases hat sich immer als schwierig erwiesen, muss doch die gesamte Glasmasse eingefärbt werden, und ein Farbwechsel kommt teuer zu stehen. Die von ABR Innova entwickelte Technologie ermöglicht einen "fliegenden Farbwechsel", wobei man statt mehrerer Tage nur wenige Stunden Betriebsstillstand hat.

Fast unbegrenzte Nutzungsmöglichkeiten

Wenngleich es für selbstreinigende Fliesen vorläufig nur in einem schmalen Bereich Bedarf gibt, so sind doch den künftigen Anwendungsmöglichkeiten kaum Grenzen gesetzt. Selbstreinigende Flächen werden zukünftig in Wohnungen wie auch in öffentlichen Einrichtungen zunehmend Eingang finden.

"In Deutschland zum Beispiel gibt es Firmen, deren Fliesenproduktion bereits zu fast hundert Prozent aus Platten mit hydrophiler, leicht sauber zu haltender Beschichtung besteht. Auch in Finnland hat man schon Hausfassaden aus solchem Material hergestellt", berichtet Ahlfors.

Weitere neue interessante Eigenschaften sind zum Beispiel Schallisolierung, UV-Licht-Absorption, Wärmedämmung, Kratzfestigkeit sowie Hydrophilie und Hydrophobie.

Sonstige links:

>> www.abr.fi

 

 
 


Die 1995 gegründete Firma ABR Innova macht Ideen aus den Bereichen Hochtemperaturtechnik und Keramik zu Innovationen. Juha Ahlfors (l.) und Produktionsleiter Jussi Wright vor einer Beschichtungsanlage.

 

 
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