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In Finnland sind die Aufwendungen für Forschung und
Produktentwicklung seit 20 Jahren ständig gestiegen.
Der High-Tech-Export hat sich innerhalb fünf Jahren verdreifacht,
und was die Produktivität der Industrie betrifft, hat
Finnland den Musterschüler, die USA, eingeholt. Über
die Hälfte des Produktivitätszuwachses ist moderner
Technologie zuzuschreiben. Auch die in Finnland weit verbreitete
Vernetzung wirkt produktivitätssteigernd.
Nach OECD-Vergleichen hat sich der Anteil des F&E-Aufwandes
am BIP in Finnland ständig erhöht, sogar Anfang
der 90er Jahre während der nationalen Wirtschaftskrise.
Im Jahr 2001 betrug die Quote in Finnland 3,59 Prozent, in
den USA zum Beispiel nur 2,78 Prozent.
Ein Großteil dieses F&E-Wachstums wird von den
finnischen Unternehmen bestritten, die mit ihren F&E-Aufwendungen
zur Weltspitze zählen. In den letzten drei Jahren sorgten
allein die Firmen für Wachstum auf diesem Gebiet; der
öffentliche Sektor trat praktisch auf der Stelle.
Nach einer Investitionsumfrage des Finnischen Industrie-
und Arbeitgeberverbandes (TT) werden sich die F&E-Aufwendungen
der Industrie auch in diesem Jahr wieder erhöhen, zwar
nicht so steil wie in den Spitzenjahren, aber immer noch deutlich.
Das Gleiche gilt für das in diesem Bereich tätige
Personal. Die finnische Industrie wird heuer 4,7 Mrd. Euro
für Forschung und Entwicklung einsetzten - mehr als für
ihre langfristigen Investitionen im Inland. Im vergangenen
Jahr stiegen die F&E-Investitionen der Inlandsbetriebe
und Auslandstöchter um insgesamt 17 Prozent, in diesem
Jahr werden es weitere 10 Prozent sein. Die ins Ausland geflossenen
Summen haben sich dabei stärker erhöht als in Finnland,
dennoch werden in diesem Jahr 66 Prozent aller F&E-Mittel
im Inland eingesetzt.
Metall- und Elektronikbranche klotzt am stärksten
Die bei weitem saftigsten F&E-Investitionen leistet sich
weiterhin der Sektor Metall- und Elektrotechnik/Elektronik
mit über 4 Mrd. Euro - das sind über 80 Prozent
aller Inlands-F&E-Aufwendungen der Industrie. Der Löwenanteil
davon entfällt auf die Elektronik- und Elektrobranche.
Mit rund 320 Mio. Euro kommt auf Rang zwei die Chemie, die
in diesem Jahr ihre F&E-Investitionen im Inland um 14
Prozent, im Ausland um fast ein Viertel steigert. Die Holzindustrie
bleibt mit 163 Mio. Euro etwa auf ihrem bisherigen Stand.
Konzentration auf die EU-Länder
Die finnischen Firmen geben dieses Jahr fast 1,6 Mrd. Euro
für Forschung und Entwicklung im Ausland aus, den Großteil
davon im EU-Raum, zunehmend aber auch in Nordamerika. Die
F&E im Ausland geht fast ausschließlich aufs Konto
der Metall- und Elektronikindustrie.
Die TT-Investitionsumfrage ist Teil der Konjunkturumfragen
der EU. Die Erhebung erfolgt zweimal jährlich und erstreckt
sich neben der Industrie auch auf Baubetriebe und Dienstleister
der Industrie. Die Investitionen der befragten Firmen decken
über 80 Prozent der Investitionen der verarbeitenden
Industrie Finnlands.
Vernetzte Firmen konzentrieren sich auf ihre Kernkompetenz
Die in der finnischen Industrie stark verbreitete Vernetzung
hat zur Produktivitätserhöhung beigetragen. Bereits
drei von vier Industrieunternehmen arbeiten in Netzen; in
der Metall- und Elektronikbranche sind es schon fast 90 Prozent.
Solche Zusammenarbeit ermöglicht dem Unternehmen, sich
auf seine Kernkompetenz zu konzentrieren, und das eben ist
der Produktivität förderlich.
Mit der Vernetzung hat auch die Vollauslastung zugenommen,
vor allem in den kleinsten Betrieben, da nämlich um fast
ein Drittel. In den großen Unternehmen stieg der Vollauslastungsanteil
bei Spitzenkonjunktur von 77 auf 90 Prozent, in den kleinsten
Firmen mit unter 50 Beschäftigten von 54 auf 82 Prozent.
Mit weiterer Ausbreitung der Vernetzung - nun auf die Bereiche
Forschung, Produktentwicklung und Marketing - in den nächsten
Jahren wird gerechnet. Eine noch engere Zusammenarbeit mit
Forschungs- und Ausbildungsstätten wird hinzukommen.
Von der herkömmlichen, meist auf Zulieferungen beschränkten
Zusammenarbeit geht man zunehmend zu strategischer Partnerschaft
über, die mehr als nur Kooperation in der Produktion
umfasst.

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