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F&E-Aufwendungen der finnischen Unternehmen Weltspitzenklasse


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26.9.2002
 

 
 

In Finnland sind die Aufwendungen für Forschung und Produktentwicklung seit 20 Jahren ständig gestiegen. Der High-Tech-Export hat sich innerhalb fünf Jahren verdreifacht, und was die Produktivität der Industrie betrifft, hat Finnland den Musterschüler, die USA, eingeholt. Über die Hälfte des Produktivitätszuwachses ist moderner Technologie zuzuschreiben. Auch die in Finnland weit verbreitete Vernetzung wirkt produktivitätssteigernd.

Nach OECD-Vergleichen hat sich der Anteil des F&E-Aufwandes am BIP in Finnland ständig erhöht, sogar Anfang der 90er Jahre während der nationalen Wirtschaftskrise. Im Jahr 2001 betrug die Quote in Finnland 3,59 Prozent, in den USA zum Beispiel nur 2,78 Prozent.

Ein Großteil dieses F&E-Wachstums wird von den finnischen Unternehmen bestritten, die mit ihren F&E-Aufwendungen zur Weltspitze zählen. In den letzten drei Jahren sorgten allein die Firmen für Wachstum auf diesem Gebiet; der öffentliche Sektor trat praktisch auf der Stelle.

Nach einer Investitionsumfrage des Finnischen Industrie- und Arbeitgeberverbandes (TT) werden sich die F&E-Aufwendungen der Industrie auch in diesem Jahr wieder erhöhen, zwar nicht so steil wie in den Spitzenjahren, aber immer noch deutlich. Das Gleiche gilt für das in diesem Bereich tätige Personal. Die finnische Industrie wird heuer 4,7 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung einsetzten - mehr als für ihre langfristigen Investitionen im Inland. Im vergangenen Jahr stiegen die F&E-Investitionen der Inlandsbetriebe und Auslandstöchter um insgesamt 17 Prozent, in diesem Jahr werden es weitere 10 Prozent sein. Die ins Ausland geflossenen Summen haben sich dabei stärker erhöht als in Finnland, dennoch werden in diesem Jahr 66 Prozent aller F&E-Mittel im Inland eingesetzt.

Metall- und Elektronikbranche klotzt am stärksten

Die bei weitem saftigsten F&E-Investitionen leistet sich weiterhin der Sektor Metall- und Elektrotechnik/Elektronik mit über 4 Mrd. Euro - das sind über 80 Prozent aller Inlands-F&E-Aufwendungen der Industrie. Der Löwenanteil davon entfällt auf die Elektronik- und Elektrobranche. Mit rund 320 Mio. Euro kommt auf Rang zwei die Chemie, die in diesem Jahr ihre F&E-Investitionen im Inland um 14 Prozent, im Ausland um fast ein Viertel steigert. Die Holzindustrie bleibt mit 163 Mio. Euro etwa auf ihrem bisherigen Stand.

Konzentration auf die EU-Länder

Die finnischen Firmen geben dieses Jahr fast 1,6 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung im Ausland aus, den Großteil davon im EU-Raum, zunehmend aber auch in Nordamerika. Die F&E im Ausland geht fast ausschließlich aufs Konto der Metall- und Elektronikindustrie.

Die TT-Investitionsumfrage ist Teil der Konjunkturumfragen der EU. Die Erhebung erfolgt zweimal jährlich und erstreckt sich neben der Industrie auch auf Baubetriebe und Dienstleister der Industrie. Die Investitionen der befragten Firmen decken über 80 Prozent der Investitionen der verarbeitenden Industrie Finnlands.

Vernetzte Firmen konzentrieren sich auf ihre Kernkompetenz

Die in der finnischen Industrie stark verbreitete Vernetzung hat zur Produktivitätserhöhung beigetragen. Bereits drei von vier Industrieunternehmen arbeiten in Netzen; in der Metall- und Elektronikbranche sind es schon fast 90 Prozent. Solche Zusammenarbeit ermöglicht dem Unternehmen, sich auf seine Kernkompetenz zu konzentrieren, und das eben ist der Produktivität förderlich.

Mit der Vernetzung hat auch die Vollauslastung zugenommen, vor allem in den kleinsten Betrieben, da nämlich um fast ein Drittel. In den großen Unternehmen stieg der Vollauslastungsanteil bei Spitzenkonjunktur von 77 auf 90 Prozent, in den kleinsten Firmen mit unter 50 Beschäftigten von 54 auf 82 Prozent. Mit weiterer Ausbreitung der Vernetzung - nun auf die Bereiche Forschung, Produktentwicklung und Marketing - in den nächsten Jahren wird gerechnet. Eine noch engere Zusammenarbeit mit Forschungs- und Ausbildungsstätten wird hinzukommen. Von der herkömmlichen, meist auf Zulieferungen beschränkten Zusammenarbeit geht man zunehmend zu strategischer Partnerschaft über, die mehr als nur Kooperation in der Produktion umfasst.

 

 



 

 
 


 

 
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