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Holzverarbeitungsindustrie:
70 JAHRE AALTO-SCHEMEL
Um sich von der Festigkeit des von ihm entworfenen Schemels
zu überzeugen, warf Aalto ihn mehrmals auf den Fußboden
und durchs Zimmer. Als er sah, das Möbel hielt, rief
er: "Davon werden wir Tausende verkaufen". Hier
irrte der Meister, denn solche Aalto-Hocker wurden bisher
weltweit anderthalb Millionen abgesetzt.
Die Geschichte beginnt in den 30er Jahren als der junge Alvar
erste Designversuche mit Metallrohr unternahm. Er wechselte
aber bald zu Holz über, und die ihm vertraute finnische
Birke erwies sich als exzellenter Werkstoff. Aalto entwickelte
ein neuartiges Verarbeitungsverfahren, denn er hatte herausgefunden,
dass sich Holz leichter biegen lässt wenn man es zuvor
mit dünnen Sperrholzschichten laminierte. Diese Erkenntnis
sollte sich als eine der umwälzendsten und häufigst
kopierten Erfindungen der Möbelgestaltung erweisen.
Diese geniale Technik kam zuerst beim L-Bein des Aalto-Schemels
zur Anwendung. Das Sitzmöbel wurde 1933 in dem renommierten
Warenhaus Fortnum & Mason in London vorgestellt, und bald
wurde dieser elegant stapelbare Hocker zum Inbegriff der funktionalistischen
und minimalistischen Möbelgestaltung.
Im Jahr 2003 feierte man das 70-jährige Jubiläum
dieses dreibeinigen Sitzmöbels, und aus diesem Anlass
fertigte Artek für Sammler eine Rarität: einen Schemel
mit Sitzfläche aus Maserbirke und eingravierter Jahreszahl.
(Quelle: Alvar Aalto, Haus Riihitie 1935-36, Teija Isohauta,
Alvar-Aalto-Museum)
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