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Elektronik- und elektrotechnische Industrie:
INDUSTRIEDESIGN ERHÖHT DIE
WETTBEWERBSFÄHIGKEIT
Viele erfolgreiche finnische Unternehmen haben ihre Wettbewerbskraft
durch vollendetes Styling ihrer Produkte erhöht. Design,
das bedeutet nicht nur die Planung eines Gebrauchsgegenstandes
oder Sets, sondern ebenso gut die Gestaltung z.B. von Papiermaschinen,
Baggern oder Traktoren. Auch durch die schnelle Entwicklung
der Produktionstechnologie hat das Design an Bedeutung gewonnen.
In Finnland sind etwa zehntausend Personen in den Bereichen
Werbung, Marketing, Architektur und Industriedesign tätig.
In der kunstgewerblichen Gestaltung finden etwa fünfhundert
Personen, in der Architektur und ihren Randgebieten fast zweitausend
Personen ihr Auskommen. Bei über einem Viertel der gesamten
Industrieproduktion Finnlands werden Designerleistungen in
Anspruch genommen.
Auch der Staat fördert in allen nordischen Ländern
das Design. In Finnland wurde ein nationales Programm zur
Unterstützung und Weiterentwicklung dieser Branche ausgearbeitet;
einen besonders wichtigen Punkt bildet darin das Industriedesign
und seine Bedeutung im globalen Konkurrenzkampf der Unternehmen.
In Helsinki wird gegenwärtig ein gemeinsames Gebäude
für die Bereiche Architektur, Design und Bau geplant.
Denkt man ans finnische Industriedesign, kommen einem sofort
Namen wie Eliel Saarinen, Alvar Aalto, Tapio Wirkkala, Yrjö
Kukkapuro, Antti Nurmesniemi und viele andere in den Sinn.
Was die Industriedesign-Produkte anbelangt, so sind dem Normalverbraucher
vor allem Gegenstände der Konsumgüter-, Keramik-
und Glasindustrie bekannt wie Arabia-Porzellan, Iittala-Glaswaren
und Hackmann-Bestecks, aber auch Abloy-Schlösser, -Seegelboote,
-Eishockeyschläger und -Hometrainer, Rapala-Blinker für
Sportfischer und Möbel von Artek, Isku und Muurame gehören
in diese Kategorie.
Die Fiskars-Scheren mit den gelben Kunststoffgriffen sind
weltbekannt und werden immer wieder kopiert. Weniger bekannte
aber dennoch preisgekrönte Designprodukte sind zum Beispiel
die Industrieschrank-Systeme von Solberg. Auch finnische Skier
und Glasfiber-Skistöcke haben mit ihrem Design internationalen
Ruhm geerntet.
Die Kunststoffstühle von Kukkapuro und Eero Aarnio sind
in Historiken über internationale Spitzenstühle
vertreten, werden aber im Allgemeinen nicht mit typischem
finnischem Industriedesign in Verbindung gebracht.
Die Finnen benutzen Qualität und Originalität
als Wettbewerbswaffe
Es ist kein Geheimnis, dass die finnische Industrie an den
internationalen Märkten mit der Qualität und Originalität
ihrer Produkte konkurriert. Die Bedeutung von Produktentwicklung
und Design als Wettbewerbsfaktor nimmt ständig zu.
Der Anteil der Maschinen und Geräte an den Industriedesign-Produkten
ist in den letzten Jahren gewachsen. In die lange Reihe der
preisgekrönten Erzeugnisse konnten in letzter Zeit die
Silenta-Gehörschützer und -Schutzhelme, die Metri-Halogenlampen,
die Uponor-Kunststoffrohre und die ORAS-Armaturen aufgenommen
werden. Das Küchen-Mischventil Oras Safira passt mit
seinem gekrümmten Ausflussrohr besonders gut in die moderne
finnische Küche, deren Schubkästen und Türen
sich geräuschlos öffnen lassen.
Als weitere im Jahr 2002 ausgezeichnete finnische Produkte
sind medizinische Geräte wie zum Beispiel Dentalinstrumente
und die Mammographie-Apparate von Instrumentarium zu erwähnen.
Einsatz von Recyclingmaterial
Die Verwendung von Recyclingmaterial für Designprodukte
hat zugenommen. Als Beispiele seien Papier-, Karton- und Kunststofferzeugnisse
wie etwa Gardinen und Kleiderbügel genannt. Auch im Bauwesen
setzt man vermehrt Recyclingmaterial ein.
Exportartikel und Industriedesign
Man kann sagen, dass fast alle bedeutenderen Exportartikel
Finnlands gestylt sind: von Maschinen und Geräten für
die Holz verarbeitende Industrie über Forsttraktoren,
Papiermaschinen, Aufzüge, Gabelstapler, Schiffe, Offshore-Anlagen,
Telekommunikationsgeräte und Unterhaltungselektronik
bis hin zu Mess- und Analysegeräten.
Die meisten Hersteller solcher Produkte begannen bereits
in den 1980er Jahren Industriedesigner einzustellen. Die Bekleidungsindustrie
beschäftigt seit eh und je Kreative. International bekannte
Hersteller und Artikel sind zum Beispiel Marimekko, Niskanen-Pelze,
Friitala-Lederkleidung und Reima-Winterkleidung und -Schutzanzüge.
Die Nokia-Handys haben dank Spitzenstylings gegenüber
der Konkurrenz gewaltig an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen,
und der Konzern beschäftigt denn auch eine große
Schar von Industriedesignern.
Auch die Gehäuse der Schnurtelefone sind heute gefragte
Design-Gebrauchsgegenstände, kann doch damit jeder Telefonbesitzer
seine Individualität unterstreichen.
Ein Konzerthaus ganz aus Holz
In Finnland hat man sich wieder verstärkt auf den Einsatz
einheimischen Holzes für die verschiedensten Zwecke besonnen.
Holz wie auch Zimmermanns- und Schreinerkunst hatten in den
letzten Jahren Auftrieb. Die dauerhaften, sauber gearbeiteten
Massivholzmöbel sind nur ein Beispiel für Holzdesign.
Im südfinnischen Lahti ist das ganze Jahr über eine
Galerie - Pro Puu - geöffnet, die den Einsatz von Holz
im Bauwesen und in der Inneneinrichtung demonstriert. Die
gleiche Stadt ist auch stolz auf ihr prächtiges, ganz
in Holzbauweise errichtetes, im Jahr 2000 fertig gestelltes
Konzerthaus, das Sibelius-Haus. Es ist das größte
in den letzten hundert Jahren in Finnland hochgezogene öffentliche
Holzgebäude.
Design stärkt die nationale Identität
Design hat nicht nur ästhetischen Effekt sondern hilft
auch bei der Schaffung auf nachhaltige Entwicklung abgestellter
Produktionslösungen und beim Einsatz umweltfreundlichen
Materials in der Fertigung.
Design-Kompetenz bringt neue kulturelle Innovationen hervor.
Eine erstklassige und international anerkannte eigene Gestaltungskultur
stärkt die nationale Identität und verschönert
das kulturelle Bild Finnlands.
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